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'Astronomie (Geschichte)
zusammen wieder die praktische, im Gegensatze der, jene frühern drei Abthei-lungen umfassenden theoretischen Astronomie aus. Die Astronomen, z. B.Schubert, machen also emen Unterschied zwischen theoretischer, als Sy-stem, und theorischer Astronomie, als Unterbegriff. Etymologisch ist dieserUnterschied nicht begründet.
Die Geschichte der Astronomie hebt im gramsten Alterthume an.Sobald die Menschen zum geistigen Bewußtseyn erwarbt waren, mußte sie der An-blick des SternenhimmelS rühren, und die nächsten Bedürfnisse zwangen sie aus dieWiederkehr der Jahreszeiten, die Mondwechsel u. s. w. Acht zu haben. Die unsbekannten ältesten astronomischen Beobachtungen sind sine fische: eine solche,deren Montucla (S. 455 des 1. Bds. seines unten anzuführenden Werkes) Er-wähnung thut, nämlich eine sehr nahe Zusammenkunft des Saturn, Jupiter ,Mars, Merkur und Mond, fällt fast dntthalb Tausend Jahr vor unserer Zeitrech-nung. Auch dieEhaldäer rühmen sich sehr alter astronom. Beobachtungen ; in-deß erwähnt PtolemäuS (s. d.) nur zweier, etwa '00 v. Cbr. von ihnen beob-achteter Mondfinsternisse. Noch weniger Wichtigkeit legt derselbe Astronom auf dieastronom. Kenntnisse der Agvpker, wiewol das Drientiren ihrer Poranndennach den Weltgcgenden, die ni Ägypten aufgefundenen T h icrkreise (s d.) unda. Umstände keine so ganz unvortkeilhaste Idee davon erwecken; — und was einneuerer Geschichtschreiber der Astronomie (B ail! y, s. d.) über ein, nach seinerHvpothese, im nnttlern Asien ansässig gewesenes, mit gründlichen astronom.Kenntnissen ausgerüstetes, Volk beibringt, scheint so wenig begründet als unsereKenntniß von der indischen Astronomie. Aus eine hebere Laufe erhob sich dieSternkunde in Griechenland , und d.r griechische, 040 vor Ehr. geb. Welt-weise Thales (s. t.) berechnete bereits eme Lonnensinsterniß. Auch Ppthago-ras scheint astronom . Kenntnisse besessen zu haben. Nach ihm führte der Aihenien-ser Meton (433 v. Ehr.) den berühmten Mondcvkel von 40 Jahren ein, binnenwelcher Zeit die Neumonde wieder auf die vorigen Tage des Jahres zurückkommen,indem 19 Sonncnjahre ziemlich genau 235 Mondwechsel (Lunationen) ausmachen:eine Entdeckung, welche man damals für so wichtig hielt, daß man die betr. Rech-nung mir goldenen Buchstaben eingrub, d-!her die Zahl eines jeden Jahres in die-sem Eykel noch jetzt diegoldene genannt wird. Größere Fortschritte machte dieSternkunde zur Zeit der Ptolemaer; und wir finden, etwa 500 v. Ehr., T i-mocbaris und Ari still mit brauchbaren Planetenbeobachtungen beschäftigt.Weit aber überragte sie an philosophischem Geiste Aristarch ss- d. von SamoS ,geb. 267 v. Ehr., welcher, nach Archimetes'S ganz unzweifelhaftem Zeugnisses. d. merkwürdige Stelle im Anfange des ArenariuS , die doppelte Bewegung derErde um ihre Are und um die Sonne lehrte *); — und etwa 100 Jahre nachihm bestimmte HipparchuS (s. d.) die genauere Länge des SonnenjahreS, dieExcentricität der Sonnenerdbahn, das Rückgehen der Nachtglcichen, ja er unter-nahm sogar ein Fixsternverzeickmiß, ,,»usn!>", wie sich PliniuS d.Ä. („Hüt. in>-luilib. II, an;». 26)ausdrückt, „reni elüun sie» i»>jnr>l>!>in aiiiiiinnnu, e te-ils .<NeI>^,<!, enoln in licreckitnten, ennetiü i'elieto". VonHipparchab findet sicheine Lücke in der Geschichte der Astronomie bis zum Anfange des 2. Jahrh, nachEhr., wo PtolemäuS (s. d.) ein vollständiges System der Astronomie in 13 Bü-
*) Aristarch sagt zwar >. a. ausdrücklich, daß sich die Erde in einem schiefen Kreiseum die Sonne drede, und daß die Entfernung der Fixsterne so groß sei, daß dieser Kreisin Betracht derselben wie ein Punkt erscheine; allein er scheint nicht als Astronom, sondernals Pchchagoraer aus diesen Oiedauken gekommen zusein, welche das Feuer (die Sonne)für den Mittelpunkt der Welt dielten. — Ich berichtige auf diese Veranlassung die ge-wöhnliche, aber irrige Meinung, als verdanke Kvpernicus seine Weltvrdnung dieserStelle des Arenariüs, da dieses Buch erst später gedruckt wurde.