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Astronomie (Geschichte)
chern zusammenstellte, welches unter dem Namen „Almagest ", den ihm die Ara-ber, die es im I. 821 in ihre Sprache übersetzten, beigelegt haben, am bekannte-sten ist, und welches, als Ptolcmäische Weltordnung, trotz aller seiner,im A. Weltsystem unse"S Werkes auseinandergesetzten, Irrthümer, sein An-sehen bis auf die neuern Zeiten herab behauptet hat. Wenig geachtet war und bliebdagegen die 'Astronomie unter den Römern, und keine astronomische Entdeckungging von ihnen auS; obwo! nicht unbemerkt bleiben darf, das, in Sencca'S„s>ln,,-z>.n!>t."0 >>,13 Äußerungen über die Kometen vorkommen, die eines rei-fern Zeitalters würdig sind; gleichwie andrerseits das Verdienst Anerkennmifi ver-dient, welches sich Julius Cäsar um die Calenderverbesserung erwarb, undworüber das Nähere in d. A. Calender nachgelesen werden kann. Mit der Völ-kerwanderung einer- und dem Untergänge der Ale.randrinischen Bibliothek andrer-seits aber trat, gleichwie in den Wissenschaften überhaupt, namentlich auch inder Astronomie ein so gänzlicher Stillstand ein, daß wir Spuren astronomischerStudien und Messungen erst im 9. Jahrh., unter den Arabern, deren Über-setzung des Ptolemäischen Werkes schon erwähnt worden ist, wiederfinden. Vonihren Astronomen verdumm der Khakis Alamau und die Fürsten Albateqniund Thebith genannt zu werden. Auch unter den in Spanien eingedrungenenMauren befanden sich arabische Gelehrte, welche die Astronomie nach diesem Landeverpflanzen; und andrerseits kam, mit dem mohammedanischen Glauben, zu-gleich arabische Gelehrsamkeit nach Persten, dessen im Anfange des 15. Jahrh,regierender Fürst Ulug-Beigh in seiner Hauptst. Samarkand eine Versamm-lung der berühmtesten, damals lebenden Astronomen zusammenberief. Man mußdie Verdienste der arabischen Sternkundigen nicht überschätzen, da sie sich bloß andas Svstem des PtolemäuS hielten und die Wissenschaft mit astrologischen Träu-mereien vermischten; aber andrerseits darf auch der Nutzen nickt verkannt werden,den üe theils durch schätzenSwerkhe Beobachtungen derFirsterne, von denen bekannt-lich nock gegenwärtig viele arabische Namen tragen, der Finsternisse, der Schiefe derEkliptik (s. d.) u. s. w., theils durch Erhaltung alrer, in ihren Übersetzungenauf uns gekommener Mathematiker gestiftet haben. — Unter den christlichenVölkerschaften herrschte während dieser Zeit größtemheils eine tiefe Unwissen-heit; doch ward auch unter ihnen der Anbau der asironom. Wissenschaften wenig-stens nicht gänzlich vernachlässigt. So lies; Kaiser Friedrich I I. (starb 1250) den„Almagesck, da die griechische Urschrift nickt mehr aufzn'inden war, aus dem Ara-bischen in das Lateinische übersetzen; und König Alfons von Castilien berief, umdie nämliche Zeit, mehre Astronomen, mit dem Auskrage der Verfertigung »euerasironom. Tafeln, zu sich, welche Tafeln unter dem Namen der Alfonsinischcnviele Berühmtheit erlangten, aber im 11. Jahrh, doch schon um gaii>,e Grade vondem wahren Himmelsorte abwichen. Wir übergehen mehre weniger berühmte Na-men, um hiernächst den deutsch »» Astronomen und Mathematiker Georg vonPeurbacb oderPurbach, geb. 1123 im Östreichischen, einzuführen, der ver-schiedene wichtige astronomische, namentlich aber SinuStafeln von 10 zu IN her-ausgab und einen noch berübmrern Schüler, IohannMüller aus Königsberg in Franken gebürtig und daher auch ReqiomontanuS genannt, bildete, vondein wir die ersten guten und vollständigen Ephemeriden besitzen. Bald »ach ihnenaber ging der Astronomie ein helleres Liebt auf, indem 1112 Nikolaus Koper-nicuS 's. d.' geboren wurde, der der Wissenschaft ein ganz verändertes 'Ansehengab, die Prolemäische Hvpothese verdrängte und seine, die Koperni tonische,nur geringen Modisicarionen noch heilte gültige und allgemein als richtig aner-kannte Welrordnung an ibreStelle setzte. Er war es, der der Sonne den Platz»n Mittelpunkte der Planetenbahnen anwies; der den kühnen Gedanken faßte, dandie Erde ein Planer sei, gleich Merkur, Venus und den übrig»» Planeten, und