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Astronomie (Geschichte)
sich mit ihnen in Kreisen gemeinschaftlich um die Sonne bewege; und der karthat,daß diese Kreise (oder, spätern Berichtigungen zufolge, doch nur wenig von derKreisgestalt abweichenden Bahnen), in ihrer vollkommenen Einfachheit, die ver-wickelten Bewegungen der Mitplaneten und namentlich ihr, früher völlig räthsel-haft gebliebenes, scheinbares Stillstehen und Rückwärtsgehen vollkommen er-klärten. Wie viel GeisteSsreiheit zu diesem Kampfe mit tausendjährigen Borurthei-len gehörte, können wir, die wir ausKopernicus'S-schultern stehen, kaum mehrbeurtheilen; aber sein großer Landsmann Kepler hat uns des Mannes Geist undSinn mit wenigen kraftvollen Zügen gezeichnet, ihn „virum" nennend, „in-ixunc, «iii^euio el guixl in bor ev, ivili» inspuii momenti esl. aiiiinn libio". Gleich- )wol fand sein System nicht sogleich allgemeinen Eingang; und während eS Rhä-kicus u. A. vertheidigten, setzten ihm ausgezeichnete Astronomen Einwendungenentgegen, unter denen die Nichtbenierkbarkeit einer jährlichen Parallare der Fip- isterne, welche doch aus der Bewegung der Erde nothwendig folgen zu müssen schien,das größte wissenschaftl. Gewicht hatte. Der ausgezeichnetste unter diesen Geg-nern des großen KopernicuS war Tvcho Brahe (s. d.), geb. in Dänemark 1546. Er behauptete, die Erde bleibe im Mittelpunkte der Welt unbeweglich, l
der ganze Himmel drehe sich um sie in 24 Stunden, und außerdem beschreibe der !
Mond sowol als die Sonne, mittelst eigner Bewegungen, Kreise um die Erde,gleichwie Merkur sammt den übrigen Planeten, Epicykel (s. d.) um tieSonne.
Was Tvcho hauptsächlich auf diese Erklärungsart leitete, war seine Anhänglichkeitan den wörtlichen Sinn verschiedener Stellen der Bibel, wo der Erde eine gänz-liche Ruhe zugeschrieben wird; wie wesentlich er aber auch der Wissenschaft durchVerfolgung dieses irrthümlichen Weges geschadet hat, so ist sie ihm doch andrer- !seitS unendlichen Dank für die große Genauigkeit seiner Beobachtungen schuldig,welche seinem Schüler und Gehülfen, dem Wurtemberger Kepler (geb. 1571,gest. 1631, s. d.) den Weg zur Entdeckung der bestimmter,. Gestalt der Planeten-bahnen und der wahren Planetentheorie eröffneten. Denn nur 8 Minuten Unter-schied zwischen den nach der Kreishypothese berechneten und den von Tvcho beobach-teten Orten des Planeten Mars , welchen Kepler seinen Untersuchungen unter-worfen hatte, gaben dies in scharfsinnigen Astronomen, wie er sich S. 114 sei-ner ,,.l5ir<uio>>>ia" *) selbst ausdrückt, die Veranlassung „!><l N'lsiii 1s!ii>iM,»!,',ir>iMnrnnnuluni", indem er daraus die elliptische, jedoch von Kopcrnicus'S Kreisennur wenig abweichende Gestalt der Planetenbahnen, in deren einem Brennpunktedie spönne liegt, folgerte, und, auf der glorreich betretenen Bahn fortschreitend,ferner darthar, daß, bei jenem elliptischen Laufe der Planeten um die Sonne, die,von letzterer zu den ersten, gedaebte, gerade Linie (d. Radius Veetor) in gleichenZeiten immer gleieb große Sektoren der Bahnebcne abschneide,; und endlich, daßsich bei der Bewegung der Hauptplaneten sowol als der Nebenplaneten die B.ua-kratc der Umlaufszeiten verhalten wie die Würfel der mittlern Entfernungenvon, Hauptkörper: welche 3 wichtigen Satze man unter dem Namen der Kep-ler'scheu Regeln zusammenbegreift. Fast um die nämliche Zeit brachte Ga-liläi (starb 16i2, s. d.) eine andre Vorbereitung für die bald zu erwartendetiefere Untersuchung der Mechanik des Himmels, durch seine Entdeckung der Ge-setze des Falles, zu Stande; und wenn die papistische Kirche diesen Welkweisenzwang, die öffentlich vorgetragene Lehre von der Bewegung der Erde, auf welche
*1 Der Titel dieses, den Uoüex der lbcorischen Lsiionvinie enthaltende», zu kei-ner Zeit veraltenden Weckes, isi: „Iswonomis novs Nr/Nun- seu plivsica
vorlest!-!, trsrlils cnminenlsriis ile mnlilius stelle« älsriis, ex ohservoNooiNust'velivnis 1'eslie: juss» et sumptibus ktuüolplii II, liomsnorum imsierstoris etc.pluvium snnoiuiin peviinsei stuüio «Isl>or»t». UiSj-s«, s, 8, tl. 51. 51 siliern »-tieo 4osnne Uep I e vv" (1609, Fvl.).