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Astronomie (Geschichte)
er durch seine, vermittelst der damals erfundenen Fernrohre gemachten, Beobach-tungcn der andern Planetenbewegungen gekommen war, als ketzerisch abzuschwö-ren, so hatte doch dieser Versuch, der bessern Einsicht denWeg zu vertreten, keinenandern Erfolg als den, die Ohnmacht solcher Bemühungen auf die Lange überhauptkennen zu lehren.*) In den ersten Decennien des 17. Jahrh, erschienen in DanzigHevel, der sich durch seine Marsbeobachtungen auszeichnete: in Frankreich Eas-sini, ein um die mebrsten Zweige der Astronomie hochverdienter Mann, derseinen Fleiß und sein Streben aus Sohn, Enkel und Urenkel vererbte; und inHolland HuygenS, der berübmre Erfinder der Pendeluhren und der Vorläu-fer des unsterblichen Newton in den Untersuchungen über die Mechanik des Him-mels. Newton s.dO selbst, geb. 1642, wirkte fast bis zu seinem Tode (1727)zu einer gänzlichen Revolution der physischen in der oben angeführten Bedeutung)Astronomie, indem er durch seine „I'in>oss>H nmilx'inmivu z>I>Hv5,>^I>n>c i,:,!»,»-lft" ebenso der Gesetzgeber der Mechanik des Himmels wurde, als es Kep-ler in seiner ,, Htrmxnuiu" für die thcorische geworden war. Dessen tes hatte dieUrsache der Bewegung der Planeten um die Sonne und der Trabanten um dieHauptplancten in der wirbelnden Bewegung einer feine» Materie gesucht; New-ton fuklte die Unzulassigkeit dieser Erklärung und that dagegen, mit der Überle-genheit des wahren Genies, dar, daß die elliptische Planetenbewegung durch diedoppelte Wirkung einer, nach dem anziehenden Körper, im umgekehrten Verhält-nisse des O.uadrawS der Entfernung strebenden, anziehenden Kraft und eines denPlaneten ursprünglich beigebrachten Stoßes entstebe, dessen Impuls, wie sich er-weisen läßt, im leeren Raume ewig fortdauert. Mit Newton war die Gesetzge-bung des Himmels beendet, und Er und Kepler haben den spätern Zeiten fastnur die Erweiterung Dessen übrig gelassen, was von ihnen begründet word-n ist.Um diese Erweiterungen aber erwarben sich nach ihnen der EngländerHa l le v, na-mentlich in der Kometenrheorie, die Franzosen Bouguer und Maupertuisdurch ibre Bemühungen um die Bestimmung der Gemalt der Erde, ihr Landsmannde la Eailli* i» der Lebre von der Refraktion, der große deutsche AstronomTobias Mauer durch seine Mondstafeln, der Engländer Bradleu durchEntdeckung der Aberration, de l'Isle, Lambert, Euler (s. d.) u. u. A.,große Verdienste; und in den neuesten Zeiten haben namentlich Laplace durch seine,,äl('tU,»igne völlig", und Gauß durch seine „liitann, inotns <-<>i P«I nn> <',>o-dem von Newton errichteten Gebäude den Giptel aufgesetzt: indeß Zach,Lalande, Maskelune, Bessel, Olbers, Piazzi, Encke, Delambre , Bist, Arago,Mechain, Herschel u. ?t. durch eigenthümliche Bestrebungen das Gebiet der Wis-senschaften »ach allen Seiten hin auszudehnen bcnncht gewesen sind. So lebenHerschel'S Entdeckung des Planeten Uranus und seiner Monde (1781), Sclne-ter's Bemühungen um die Kenntniß der Oberflächen des Erdmondes und der Ve-
*) Mcichwol lind sie noch ir. der neuesten Zeit wiederholt worden, und öffentlicheBlätter Weilen darüber Folgendes mit: Mqen Ansang des I. I8S0 legte der Pros.der Astronomie an der Akademie dclla Saoiema zu Rom , Herr Settele, die Hand«schrift seiner astronomischen Vorlesungen der Bebörde vor und bat um Druckerlaub-nis. Man wies ib» ab, „weil er die Bewegung der Erde um die Sonne vertbei-diae", eine Lebre, die der römische Hof bekanntlich, als der Bibel zuwider, ver-dammt, und die schon dein unsterblichen (ßaliläi die Schmach des Widerruft zugezo-gen baue. Settele ließ lieb indes nicht irre machen und wandte sich au die Inqui-sition , mit der Bitte, eine dem ledige» Zustande der Wissenschaft angemessene Erklä-rung von stch zu gehn. Diese entschied nun zwar, der Druck des Buches solle ge-staltet werden, zugleich aber erbielr Settele den Befebl, in einer Anmerkunq, „derWabrbeit gemäßch hinzuzufügen, daß die Verfolgung, welche Galilai erlitten, nichtsowol seinem Svstem, als der von ibm gefüstrlen ungcbükrlichen Sprache zuzuschrei-ben sei. Das ist aber bekanntlich nicht wahr.