Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Atellanen

AthamaS 491

Atellanen (Atellanao lalinlae), auch oscische Schauspiele genannt, eineArt lustiger Zwischenspiele (Intermezzos) bei Tragödien und Komodien, welche indem alten Rom nicht von den Schauspielern von Profession, sonder» von freigebo-renen römischen Jünglingen aufgeführt wurden. Sie stammten aus dem altenoscischen Atella, zwischen Capua und NeapoliS, und waren die schwachen Anfangeund Überbleibsel einer nationalen italischen Komödie, Farcen oder Possen mit satp-rischer Würze.

Athalia, Tochter Achab's, Königs von Israel, und Gemahlin Ioram's ,Königs von Iuda , ein ruchlosts, herrschsüchtigeS Weib, die nach dem Tode ikreSSohnes Ahasia sich durch ckie Ermordung von -12 Printen aus königl. Blute denWeg zum Throne bahnte. Sie herrschte 6 Jahre; im I. setzte der Hoheprie-ster Ioiada des Ahasia jungen Sohn, Ioas, den Iosabed, die Schwester Ioram's und Gattin des Ioiada , gerettet und heimlich im -empel auferzogen hatte, wieder-um auf den Thron seiner Vater. Athalia , herbeigezogen durch den Lärm desVolks, das hinzuströmte, der Krönung des IoaS beizuwohnen, trat mit der Mengein den Tempel, wo die Feierlichkeit vor sich ging. Bei dem Anblick teö neuen Kö-nigs, der auf dem Throne saß, umringt von den Priestern, Leviten, Großbeam-ten des Reichs und dem jauchzenden Volke, gerieth sie außer sich, zerriß ihre Klei-der und schrie Verrath. Ioiada ließ sie sogleich durch Trabanten aus dem Bezirkdes Tempels führen, mit dem Befehl, Jeglichen niederzuhauen, der sie vertheidigenwollte; an der Thür ihres Palastes aber ward sie selbst, ohne den geringsten Wi-derstand, umgebracht. Dies geschah ungefähr 8" I. v. Chr. Die Altäre desBaal , die sie hatte wieder ausrichten lassen, wurden umgestürzt, und das Bünd-nis; mit dem Herrn, das die Abgöttische zerrissen-hatte, erneuert. (L. 2. B. derKönige, Cap. 8. u. 9.) Racine bearbeitete diesen Stoff. Nach Cramers Über-setzung componüte Schulz die Chöre.

AthamaS, des Äolus und der Enareta Sohn, beherrschte einen Theil vonBöotien. Mit Nephele vermählt, erzeugte er Helle und PhrvruS, nachher vonihr getrennt, mit seiner zweiten Gemahlin Ino den LearchuS, MelicerteS und dieEurykleia. Ino beschloss der Nephele Kinder aus dem Wege zu räumen, verur-sachte einen gänzlichen Mißwachs und bestach des A. Abgesandte zum Orakel,welche des Unglücks Ursache erkunden sollten, daß sie die Antwort brächten, derNephele Kinder mußten geopfert werden. Diesen Gedanken hatte ihr Juno, dersie als des Bacchus gewesene Amme verhaßt war, eingegeben, um sie zu verderben.Aber der arglistige Plan schlug fehl; Nephele rettete ihre Kinder mittelst des golde-nen Widders, und die Abgeordneten entdeckten Ino'S Verrath, die des A. Rachenicht entgangen sein würde, hätte nicht der dankbare Bacchus seine Pflegerinentrückt. A. wähnte sie hingerichtet zu haben, und vermählte sich zum di-'tenMale mit Tkemisio, des LapithenkönigS HppseuS Tochter, mit der er mehre -Lehneerzeugte. Aber Ino trat wieder auf, gewann seine Liebe aufs neue, und reiztedadurch Themisto zur Eifersucht, in welcher dieselbe beschloß, der Ino Kinder zuermorden. Zu diesem Zweck befahl sie, die Lager von Ino'S Kindern mit schwar-zen Decken zu belegen. Ino , mißtrauend, verwechselte die Decken, und die irre-geleitete Themisto ermordete ihre eignen Kinder, woniber sie in Verzweiflung sicherhenkte. Andre erzählen: durch Iuno'S Zorn sei A. in Raserei verfallen, habeIno mit ihren Kindern für eine Löwin mit ihren Junge» angesehen, in diesemWahne den Learch ergriffen und gegen einen Stein geschmettert, Ino aber ver-folgt, bis sie, den MelicerteS im Arm, sich ins Meer stürzte. Mit Blutschuldbelastet, habe darauf A. Böotien verlassen und sei nach Phthiotis geflüchtet,wo er AloS erbaut und sich nun mit Themisto vermählt habe. Nach Pausanias aber wendete er sich erst zu AndreuS, der ihm die Gegend um den Berg Laphystiaabtrat, welche später an des PhryxuS Kinder kam.