492 AthanasmS
Athanasins (der heil.), Patriarch von Alexandria , ein berühmter Kir- jchenlehrer, geb. in jener Ltadt gegen das Z. 296. Er erhielt eine christliche Er- iziekung, kam m das Haus des heil. Alexander, nachmaligen Erzbischofs von Alex- zandiua, dessen Geheinischreiber er ward, begab sich darauf zu dezn heil. ZlntoniuS, jstihrre bei diesem berühniten Anachoreten ein ascetischeS Leben und kehrte endlich znach Alexandrien zurück, wo er Diakonus wurde. Der heil. Alexander nahm ihn 1auf die nicäische Kirchenversammlung mit, wo er in den Arianischen Streitigkeitendurch seine Talente sich die Hochachtung der Vater erwarb. Er hatte großen An- !theil an den Beschlüssen, die hier gefaßt wurden, und zog dadurch die Verfolgungen -der Arianer auf sich. Nach einem halben Jahre ward er zum Nachfolger des heil. jAlexander ernannt. Die Anklagen und Beschuldigungen seiner Feinde bewogen 'den Kaiser Konstantin endlich, ihn 33 t'vor die Concilien von TyrnS und Jerusalem vorladen zu lassen. A. enthüllte den Betrug und sehte seine Richter, die zugleichseine (Gegner waren, in solche Verwirrung, daß der kaiserliche Abgeordnete ihn nurmit Mühe ihrer Wuth entziehen konnte. Man begnügte sich, ihn abzusetzen. Den-noch fuhr <r in seinen AuikSverrichtungen fort: aber der Kaiser, durch neue Erdich-tungen getäuscht, verwies ihn nach Trier . Diese Verbannung endigte nach einem <Jahre und einigen Monaten Konstantins Tod. Konstantins , Kaiser des Orients,rief den heil. Patriarchen zurück. Sein Einzug in Alexandrien glich einem Triumph.Die Arianer verbreiteren jedoch aufs neue falsche Anklagen wider ihn, und 90 Aria- 'in'sche Bischöfe verurtheilten ihn in Anriochia. Dagegen erklärten ihn 100 orthodoxeBischöfe, die sich zu Alexandria versammelten, für unschuldig, und der Papst Juliusbestätigte diesen Ausspruch unter der Zustimmung von mehr als 300 zu SardeS versammelten Bischöfen des Orients und OccidentS. Demzufolge kehrte er zumzweiten Male zu seinem Sitze zurück. Als aber KonstanS, der Kaiser des OccidentS,gestorben, und Konstantins Herr des ganzen Reichs geworden war, dursten die Aria-ner sich wieder gegen A. erheben. Sie verurtheilten ihn auf den Concilien tu ArleS und Mailand , und da der ehrwürdige Patriarch nur einem ausdrücklichen Befehledes Kaisers gehorchen will, erscheinen plötzlich, als er sich gerade zur Feier eines Fe-stes in der Kirche benndet, 5000 Soldaten und dringen in die Kirche, um sieb. seinerzu bemächtigen. Aber die ihn umgebenden Geistlichen und Mouche bringe» ihn inS icberbeit. A., nun dritten Male entsetzt, flüchtet sich in die Wüsten ÄgrpteiiS.Seine Feinde verfolgen ihn auch noch hier und setzen einen Preis auf seine» Kops.Um die Einsiedler dieser traurigen Gegenden, die seine Nähe nicht verrathen wollten,von den Mißhandlungen seiner Verfolger zu befreien, begab er sich i» den völlig un-bewobnten Theil der Wüste, wohin ein treuer Diener ihm folgte, der ihm mit Le-bensgefahr Nahrungsmittel herbeibrachte. In dieser unzuaemglichen Einöde verfaßteA. -vie Menge von Schriften voll Beredtsamkeit, um die Gläubigen in ihrem Glau-ben zu stärken und die Kunstgriffe seiner Feinde tu enthüllen. Als Julian der Apo-stat den Thron bestieg, erlaubte erden orthodoxen Bischöfen, tu ihren Kirchen turucl-zukehrcn. So kehrte nach Ojähriger Abwesenheit auch A. turück. Die Milde, mitder er sich gegen seine Feinde betrug, fand in Gallien, Spanien, Italien und Grie-chenland Nachahmung und führte den Frieden in der Kirche turück. Aber dieserFriede ward durch das Geschrei der Heiden, deren Tempel durch A.'s Eifer immerleerer wurden, gestovt. Sie refften den Kaiser wider ihn auf, und A. muüte, umsein Leben tu retten, nach Thebais flüchten. Der Tod dieses Kaisers und dieThronbesteigung Iovian'S führten ihn twar zurückt als indeß nach 3 McmatenValcuS Kaiser ward, und die Arianer die Oberhand gewannen, muhte er aber-mals flicken. Er verbarg sich in dem Grabe seines Vaters und verweilte da-selbst 4 Monate, bis Valens , durch die dringende» Bitten und Drohungen derAlexandriner bewogen, ihm erlaubte turückzukehren. Von jetzt an verwaltete er semAmt ungestört, bis er 373 starb. Von den 46 Jahren seines bischöflichen Annes