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Erster Band. A bis Bl.
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Athen

entstand der Unterschied in Akro- undKatapolis, oder in die obere und untere Stadt.Der Umfang der Festung oder der AkropoliS betrug 60 Stadien und umschloß an-sehnliche Gebäude. A. lag an dem saronischen Meerbusen, der östlichen Küste desPeloponneS gegenüber. Es war auf einer Halbinsel erbaut, welche der Zusam-menfluß des CephissuS und IlyssuS bildete. Von der See, auf der seine Wichtig-keit wesentlich beruhte, lag cS ungefähr 4 stunden entfernt. Durch Mauern vongroßer Festigkeit und Ausdehnung war es mit den 3Häfen PwäuS, Munvchia undPhaleruS verbunden. Der erste wurde für den bequemsten gehalten und war einerder Stapelplätze des griechischen Handels; die Küste rings umber war mit prächti-gen Gebäuden bedeckt, deren Glanz mit denen der L7tadt wetteiferte. Die Mauern,welche die Häfen mit der Stadt verbanden, waren von Bruchsteinen, und so breit,das; sich Wagen auf denselbm ausweichen konnten. Die AkropoliS schloß dasHerrlichste an Kunstwerken ein, was A. auszuweisen hatte. Ihre Hauptzicrkewar das Parthenon , oder der Tempel der Minerva. Dieses prächtige Gebäude,welches noch in seinen Trümmern die Bewunderung der Welt ist, war 217 Fußlang, 98 breit und 65 hoch. Bon den Persern zerstört, wurde es herrlicher vonPerikles um 444 v. Chr. aufgebaut. Hier stand die Bildsäule der Minerva vonPhikias, dieses Meisterstück derBildhauerei, von Elfenbein gebildet, 46 Fuß hochund reich mit Gold geziert, dessen Gewicht auf 40 bis 44 Talente (2000 b>S 2200Pfund) geschätzt wart, welche, wenn man, nach Barthölemy, das Silbertalent zu5700 LivreS, und das Verhältniß des Goldes zum Silber wie 1 zu 13 rechnet,nach unserm Gelte einen Werth von 2,964,000 oder 3,260,400 LivreS (741,000oder 815,100 Thaler) haben konnten. Den Eingang zum Parthenon bildetendie Proppläen, aus weißem Marmor gebaut. Dieses Gebäude lag auf der Nord-seite der AkropoliS , dicht dabei das Erechtheum, ebenfalls von weißem Marmor,bestehend aus 2 Tempeln, dem der Pallas, Minerva, und dem des Neptun, außereinem andern merkwürdigen Gebäude, Pandrosium benannt. Im Umkreise desMinerventempelS stand auch der der Göttin heilige Ölbaum. 'Auf der vordernSeite der AkropoliS und an jedem Ende derselben sah man die 2 Theater, das desBacchus und dasOdeum; ersteres für das eigentliche Schauspiel, letztens fürmusikalische Unterhaltung, dieses besonders mit ausgezeichneter Pracht erbaut.Auch der Staatsschatz befand sich in dem hinternTheile des MinerventempelS. Inder untern Stadt zeichneten sich ebenfalls mehre herrliche Werke der Baukunst aus,z. B. das Pöcile, oder die Galerie zur Aufstellung historischer Bilder, ferner derThurm derWinde vonAndronikusCyrrhestes, undDenkmäler berühmterMänner.Zwei der herrlichsten Bauwerke befanden sich außer der Statt, der Tempel desTheseuS und der des Jupiter Olympias, der eine aufder Nord-, der andere auf derLüdseite der Stadt. Der erstere war von dorischer Bauart und dem Parthenon ähnlich, und auf den Metopen sah man die vornehmsten Thaten des alten Heldenund Königs trefflich abgebildet. Der Tempel des Jupiter OlympiuS war von ioni-scher Bauart und übertraf fast alle übrige Gebäude A.'S an Pracht und Schönheit.Via» hatte unermeßliche Summen darauf verwendet; er wurde nach und nach im-mer mehr vergrößert und verschönert, und endlich vonHadrian vollendet; das Äu-ßere zierten ungefabr 120 kannelirte Säulen, 60 Fuß hoch und 6 Fuß im Durch-messer haltend. Das Innere dieses Gebäudes hatte wol eine halbe Stunde imUmfange. Hier stand die berühmte Statue des olympische» Jupiter , gleichfalls vonPhidias aus Gold und Elfenbein gebildet. Ferner darftaS Pantheon (allen Götte rnheilig) nicht vergessen werden, wovon das in Rom befindliche ein treues Abbild ist.Außer diesen Wunderwerken der Kunst zeigte A. noch andere Plätze und Punkte,welche durch die damit verbundene Erinnerung der Nachwelt ewig theuer bleibenwerden. Die alten Philosophen pflegten sich bekanntlich nicht in Hörsäle einzuschlie-ßen, sondern hielten sich mit ihren Schülern am liebsten im Freien auf und such-