Band 
Erster Band. A bis Bl.
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AthenagoraS Äther 499

unter Morosini, scheint der Tempel der ungeflügelten Nike zerstört worden zu sein,von dem noch so schöne Überreste im bntischen Museum zu sehen sind. Am 28.Sept. dess. I. sprengte eine Bombe dos Pulvermagazin, das von den Türken imParthenon angelegt worden war, und mit ihm diese immer noch prangenden Über-reste von Phidias'S Genius. Wahrscheinlich kannten die Vcneüaner nicht, wassie zerstörten; diese Wirkung des Geschützfeuers mochten sie nicht besorgen. AlsSiegeszeichen wollten die Vcnetianer, denen die Burg am 29. Sept. geräumtward, die Quadriga der Nike, die im westlichen Fronton des Parthenon stand,nach Venedig einschiffen, aber beim Abnehmen stürzte die Gruppe und zerstäubte.Schon am 8. April 1688 ward A. aber von den Denekiauern wieder den Türkenüberlassen, trotz den Erbietungen der Einw., die der Ruckkehrenden wilde Rachefürchteten. Gelehrte Reisende besuchten ffitdem öfter A., und ihren Berichtenund Zeichnungen verdanken wir das Verständniß einiger Denkmale, die in ihrenÜberresten jetzt unkenntlich geworden sind. Wie wenig 1 e dort wohnenden Grie-chen von der Bedeutung dieser Gebäude verstanden, beweist Crusius'S „ I'nrr»-ssracom". Von ihnen stammen die Namen: Tempel des unbekannten GocteS,Laterne des DemosiheneS w. >— Es wäre ungerecht, den Türken allein die Zerstö-rung so vieler ehrwürdigen Überreste Schuld zu geben. Veit altem Material zubauen, war Jahrhunderte lang der Gebrauch der Griechen. Dann sind Ruinenin der Nähe fortwährend bewohnter Orte, vor allen Seeff.dke der umwandelndenVerwüstung darum mehr ausgesetzt, weil die Leichtigkeit des WegschaffenS demtäglichen Bedürfniß entgegenkommt. Indeß blieben selbst in den zugängiasten Thei-len AlhenS für den rechten Sucher noch reiche Fundgruben; aber jedes Fragment,das in A. zu Tage kommt, beweist für den Alles überflügelnden Kunstsinn und Ge-schmack dieses Volkes. Ein Glück, daß Stellen, wo sicher noch Überreste gricch.Kunst in Menge liegen, barbarische Gebäude so lange überdecken, bis ein besseresSchicksal Griechenland beschicden sein wird! S. Thürmer'S „Ansichten von Albenund s. Denkmalen, nach d. Natur von ihm gez. und rad." (Rom 1823, 15 Dl.).

Atbenagoras, ein plakonischerPhilosoph aus Athen , welcberzumChri-srenthum überging, ist durch eine griechische Apologie für die Christen an den KaiserMarc-Aurel , die er tun 177 schrieb, als einer der ältesten Apologeten bekannt.Diese I.e^aiio oder Ilapicoalio pro (äli,i;i. rechfertigt die Christen gegen die un-ter den Heiden umlaufenden Beschuldigungen des Atheismus, der Blutschande unddes Essens geschlachteter Kinder, mit philosophischem Geist und in lichtvollem,bündigem Vertrag. Lindner hat 1774 zu Laugenlalza die neueste Ausgabe dieserApologie besorgt. Auch eine für die philosophische Religionslchre noch jetzt wichtigeAbhandlung über die Auferstehung der Todten ist von ihm vorhanden. „ 31.

Atben ä u s, griech. Rhetor u. Grammatiker aus Naukratiü in Ägppten,lebte zu Ende des 2. und zu Anf. des 3. Jahrh. n. Chr. Er bat ein encyklopädischesWerk in Gesprächsform, „Gastmabl der Gelehrten", hinterlassen, welches einereiche, aber ungeordnete Schatzkammer gcschicbtl.,antiguar., pbilosoph.,grammat.!e.Kenntnisse ist. HauptauSg. von Schweighäuser (Strasb. 1801 — 7.14 Bde.).

Athene, s. Minerva .

Äthe r, in der Naturlehre, eine äußerst feine elastische Flüssigkeit, von derdie Physiker, um die Gesetze verschiedener Erscheinungen in der Natur zu bestimmen,annehmen, daß sie durch den ganzen Weltraum verbreitet sei. Erweisen läßt sich ihrDasein nicht, weshalb auch über die eigentliche Beschaffenheit dieser feinsten Flüssig-keit nichts angeführt werden kann. Newton, derallen gewagten Muthmaßungen ab-geneigt war, glaubte nicht nuran das Dasein des ÄtberS im Welträume, sondern er-klärte aus demselben den Zusammenhang der Theile eines Körpers, den er nach seinerMeinung durch einen Druck oder Stoß verursache, und leitete dasGesetzderScbwerevon ihm ab. Nach Euler ist der Äther fast 39 Milk. Mal dünner und 1278 Mal