Band 
Erster Band. A bis Bl.
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503
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Atmosphäre 50F

sphäre unzertrennlich mit der Erde verbunden und drückt auf sie nocb den (besehenschwerer elastischer Flüssigkeiten. Ihr gestimmter Druck ist ihrem Gewicht gleich,wirkt aber, wie der Druck aller andern schweren elastischen Flüssigkeiten, neu allenSeiten. Wird nun durch irgend einen Umstand an einem Orte ein stärkerer Druckverursacht, so nimmt man besondere Erscheinungen und Wirkungen wahr, die solange fortdauern, bis das Gleichgewicht wieder hergestellt ist. So steigt z. B. inder Rohre einer Pumpe das Wasser, seiner Natur und den Gesttzen der schwerezuwider, in die Höhe, sobald zwischen demselben und dem in die Hohe gezogenenKolben ein luftleerer Raum in der Rohre entsteht. Die Ursache davon ist das auf-,gehobene Gleichgewicht, indem die Luft fortwährend ausdaS außerhalb derRehrebesuidliche Wasser drückt, innerhalb der Röhre aber keine Lust vorbanden ist. Durchdiesen Druck wird das Wasser, wenn die Röhre lang genug ist, bis 32 Fuß empor-getrieben. Dies ist das Gewicht, mir welchem die Atmosphäre auf die Erde drückt,und welches ebenso viel beträgt wie der Druck eines 32 Fuß hohen Oceans, wennein solcher über den ganzen Erdball verbreitet wäre. Hieraus ergibt sich, das dieAtmosphäre auf dem menschliche» Körper, nimmt man dies » ru 32 Wuadratsußau, bei28?oll Barometerhöhe mit einem Gewicht von 3 !,-4-Ist Pfund ruht. Daßder Mensch diestn Druck nicht empsindet, kommt daher, weil die Luft ihn von allen Seiten umgibt, überdies auch in seinem Innern besmdlich ist, also vermöge ih-rer Elasticität von allen Seiten und selbst von Innen nach Außen wirkt, und mit-hin der über dem Körper besindlicbeu Luft das Gleichgewicht hält. Daß die At-mosphäre nichteinerleiDichtigkeir habe, läßt sich schon daraus vermuthen, daß dieunrein Luftschichten die Last der obern mitzutragen haben, wodurch sie mehr m-saimnengepreßt und dichter werde». Dem Gesetze des Marione gemäß, minnndie Dichtigkeit der Atmosphäre in geometrischer Progression ab, sowie die Höhenin arithmetischer Progression zunehmen. Bis an die äußersten Grenzen der Atmo-sphäre mag indeß auch kies Gesetz nicht stattfinden, weil dort die Li.fr, frei von al-lem Drucke, völlig in ihrem natürlichen Zustande, d. h. ohne irgend eine Äußerungder Elasticität sein muß. Die Hohe der Atmosphäre ist von den Phrsikeru, theilsnach dem Drucke, den sie ausübt, theils nach der Dämmerung (indem anzunehmenist, daß die Lust, so weit sie Licht zurückwirft oder Erleuchtung annimmt, zu un-serm Planeten gehört) aus 8 geographische Meilen geschätzt worden. Delambre(„ k-,iiü", 3 Bd., L7. 837) findet diese Höhe indeß fast Isisolcher Meilen,wie sie, merkwürdig genug, schon Kepler im „!'.,<il. .4.-Nr.", S. 75, angegeben hat.Ihrer Gestalt nach ist die Atmosphäre als ein Sphäroid zu betrachten, welches un-ter dem Äguator wegen der ununterbrochenen Schwungkraft, die daselbst stattn»,det, und wegen der großen v erdünmiug der Luft durch die daslbst heftig wirkendenSonnenstrahlen sehr erhoben ist. Die constiruirenden Bestandtheile der irdischenAtmosphäre sind Stickstoffaas und Sauerstoffaas, welche sieb überall und zu allenZeiten in wenig veränderlich guanritativen Verhältnissen (nämlich crwa — 76:23)vorfinden, und wozu ein geringer Antheil von Kohlensäure, gleichwie daneben einewechselnde Menge Wasserdampf, sammt einem sehr geringen, unbestimmbarenO.uautuin Wasserstoffgas tritt. (Vgl. Gasartcn.) Außerdem enthält sie aber,zum Theil in Dampfform, eine Menge fortgerissener Substanzen, derjenigenschädlichen Beimischungen nicht zu gedenken, welche unter dem Namen der Mias-men bekannt, ihrer Natur nach aber noch fast ganz unerforscht sind. Über die Art,wie diese verschiedenen Bestandtheile neben oder mit einander bestehen, sind viel-fache Hvpothesen aufgestellt worden, unter welchen die Dalron'sche, welche diechemische Mischung leugnet, am bekanntesten geworden, aber auch am meisten be-statten ist. — Über die Literatur der Atmosphärologie s. d. Art. Atmosphärein der neuen AuSg. von Gehler'ü „Physikal. Wörtcrbuche" (1 Bd., Leipz. 1825).Classisch sind noch immer de Luc'S „üeohsrohcs rnr I»« miclitientieiiiii c><! l7>t-