506 Atropos ' Attentat
Krankheit, die für sich besteht und auf verschiedenen Ursachen beruht. Diese Ur-sachen sind entweder anhaltende, niederdrückende oder aufreibende Affecte und Lei-denschaften, oder organische Fehler, oder es sind Mangel an gehöriger Nahrungoder reiner Luft, vorhergegangene, äußerst schwächende Krankheiten, z. B. Ner-ven- oder Faulfieber, sowie Eiterungen in einem bedeutenden Körpertheile, vor-nehmlich in den Lungen, der Leber rc. Besonders lasten auch große Ausleerun-gen von Blut, Samen, Speichel leicht diese Folge zurück, und darum trerdenWöchnerinnen, stillende Mütter, die sehr schwächlich sind, Wollüstlinge, nichtselten ein-Opfer dieser Krankheit. Selbst einige Gifte bewirken sie; es gehörenhieher der Eublimak, der Arsenik, der Grünspan, das Blei in kleinern Gabe»,die bekannte und doch so unbekannte Agua Tofana, die Mekonsäuren rc. DasZellgewebe des Körpers leidet bei dieser Krankheitsform am ersten, das darin ent-haltene Fett wird, als der am ersten entbehrliche -Lroff, auch zuerst aufgesogen,und noch ist es nicht ausgemacht, wohin es die auslaugenden Gefäße bringen, obin den allgemeinen Blutumlauf oder in das Gallensystem. Wahrscheinlich wirddieses Fett in seine Urbestandtheile aufgelöst und so zu verschiedenen Zwecken ver-wendet, die die Natur nickt mehr anders zu erreichen vermag. Wenn diese Fett-theile verschwinden und die Muskeln aller Theile ins Auge fallend geworden sind,so scheint das Zellgewebe selbst zu welken, zu verschwinden, und wenn solche Krankenach dem Tote zergliedert werden, findet man kaum eine Spur desselben. Wasja noch da ist, ist ein zähes, kaum mit dem Messer zu lösendes, lederhastes We-sen. Inzwischen erstreckt sich dieses Schwinden fast auf jeden Theil des Körpers.Die Haut wird dünn und verliert ihre Geschmeidigkeit; sie wird trocken, runzlich,rauh, körnig, sandig amusühlen, die HaarzwiebAn in ihr ! er rocknen und lassendie Haare ausfallen. Die Muskeln scheinen anfing? sich v> n einander tu trennen(weil das Zellgewebe sie minder vereinigt); auch sie werden immer dünner undkraftloser. Am Ende scheinen kaum Spuren von ihnen zu bleiben, und der Menschbesteht fast bloß aus Haut und Knochen. Aber auch dwfi erfahren, wenn schon i»geringerm Grade, ein Verminderung ihres Umfanges, und gleich ihnen scheinen,wenigstens nickt selten, auch die Eingeweide abzu u-hinen. — Eine Art dieserKrankheit ist das allmälige Schwinden aller Klüfte urtt die Abmagcrung des Kör-pers im hohen Alter, wodurch der Tod herbeigeführt wird, wennauch keine Krank-heit denselben bewirkt. Sie ist unter dem Namen W>im-n,„.c (Verwelken, Ver-trocknung) ^onlli; bekannt. Im kindlichen Alter findet ebenfalls eine eigenthüm-liche Atrophie statt (klr. lichnUum)' meistens eine Folge ungesunder, schwerer,kleisteriger Nahrung, feuchter kalter Luft, wovon zuerst Würmer, Verschlcimungder ersten Wege, Verstopfung der Gekrösdriifin und dann die Abmagerung selbstentsteht, die zwar immer gefährlich, aber doch, wo j.ne schädlichen Einflüsse weg-fallen, sehr oft zu heilen ist. Auch einzelne Glieder pflegt diese Krankheit zuergreifen. Gewöhnlich liegt dann ein organisches widernatürliches Verhältniß,z. B., gelähmte Nerven oder ein Aneurisma, zum Grunde, mit deren Entfernungdas Übel geheilt wird.
Atropos, eine von den Parzen (s. d.).
A t t u a -> bezeichnet in der Musik, daß ein Satz an den andern gleichangeschlossen werden soll, z. B. -itt-xum -,ll<urn.
Attentat, 1) imCriminalrecht, Versuch cincsVerbrechenSund Vor-bereitung zu demselben vermittelst äußerer Handlungen, die sich schon auf die Aus-führung bezogen, wobei aber diese noch unterblieb. Im Attentat liegen zuweilenschon an sich selbständige Verbrechen, z. B. Mord zum Zweck eines nickt vollführ-ten Raubes. Die Abstufung zwischen dem entfernter» und nähern Attentat ist un-endlich, daher die Aufstellung bestimmter Strafgesetze für die Attentate sehr schwie-rig. 2) Im Civilproceß, eine von den Gesetze» verbotene Veränderung des Zu-