Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Atterbom

haben die Gegner deren Herausgeber Phosphoriten genannt. Fast gleichzeitig nahmin Stockholm ein Zeitungsblatt: „Polyphem ", seinen Anfang. Der Herausgeber,Askelöf, Ur. der Philosophie in Lund , hatte sich zuerst mit Hammcrskol?, Viee-bibliochekar der königl. Bibliothek, verbunden; nachher traten auch die übrigenPhosphoristen als Mitarbeiter bei. Es hörte 1812 auf, nachdem es als litera-risch-polemisches Volksblatt aufregend gewirkt hatte. Der oft schneidende und bit-tere Ton dieses Blattes war nicht im Plane des Bundes, wurde aber durch einenübermüthig höhnischen 'Ausfall der akademisch-französischen Partei in der vonWallmark (Kanzlcirath zu Stockholm ) rcdigirtcn Zeitung, „Journal für Literaturund Theater" (gegenwärtig „-Vlliimnna ^uuriuilcu"), veranlaßt und nachherdurch das heftige Entgegenkämpfen jener Partei rege erhalten. A.'s „Tenien" undeinige seiner prosaischen Aufsätze, besonders sein sogenanntes tungusischcs Schau-spiel, der „Rcimerbund" („kimin.-irb.amlct"), sowie s. Abhandlung: „Bedenkender neuen Schule über die schwedische Akademie und den guten Geschmack", habenzum Zwecke seines Blattes kräftig gewirkt, aber auch nicht wenig dazu beigetragen,daß die Erbitterung der Gegner noch immer Hauptsächlich gegen ihn gerichtet ist,obschon er sich seit Jahren aller Polemik entzogen hat. Mit 1813 trat an die Stelledes aufhörenden „Polrphem" die „Schweb. Liter.-Zeitung" („Mcn-.!. I.iwi-liii,-Inlnln^"), die unterPalmblad's und Hammerskölds Leitung zu Upsala herausgeg.wurde und bis jetzt fortdauert. A. hat einige vortreffliche Recensionen zu diesemBlatte geliefert. 1812 gab er zum ersten Male s. „Poetischen Calender" oderMusenalmanach („IM-lirb Kalcinier") heraus, den ersten, der in Lckwedcn er-schienen ist, und diese dichterische Sammlung ist bis jetzt mit Erfolg fortgesetzt wor-den. Die vorzüglichsten Mitarbeiter sind, außer A., Geyer, Palmblad, der Ver-leger desselben, Hedborn. Die bedeutendsten Dichtungen des Herausgebers in die-sen Sammlungen sind folgende: „Die Blumen", ein CycluS von gefublvollen,musikalischen Romanzen, in denen die zartesten Geheimnisse der Natur und Mensch-heit symbolisch dargestellt sind; „Der blaue Vogel", Fragmente eines großen roman-tischen Schauspiels, das der Dichter in Italien vollendet hat, und viele kleinereLieder, in denen eine tiefglühende, aber leicht und zierlich ausgesprochene Sehn-sucht, besonders bei den Frauen, Glück gemacht hat. 1811 —19 hat A. eine Reisedurch Deutschland nach Italien gemacht, von welcher er eine Beschreibung heraus-geben wird. In Deutschland ließ er sich das -Ltudium unserer Poesie und Philo-sophie vornehmlich angelegen sein und suchte durch persönliche Bekanntschaft mitden bcrühmtestenDichtern und Gelehrten unsers Vaterlandes in den Geist deutscher Art und Kunst immer tiefer einzudringen. In München begrüßte er Schelling mitdeutschen Sonetten; er versuchte sich nachher öfter in unserer poetisch, n Sprache,und nicht ohne Glück. Im Sommer 1819 traf er wieder in Schweden ein. DieFreunde, deren Unterstützung diese Reise möglich machte, wollten ihn dadurchwahrscheinlich aus dem polemischen Strudel erretten, in welchem eine Zeitlangseine Gesundheit und sein Talent ganz und gar unterzugehen schienen. Diese Absichtgelang vollkommen. In, Herbste 1819 ward A. nach Verlangen des KronprinzenOskar, aus Befehl des Königs, als Lehrer in der deutschen Sprache und Literaturbei dem Kronprinzen angestellt. Von Upsala, wo dieser treffliche junge Fürst da-mals an dem Leben und Lernen der studirenden Jugend Theil nahm, begleitete ihnA. im Winter nach Stockholm , und hat nachber abwechselnd in der Hauptstadt undin Upsala als äl-i^ister iloecn-i der Universalgeschichte gelebt. Sein neuestes grö-ßeres Gedicht ist ein dramatisch-idvllischeS Märchen: „Die glückselige Insel"(„I.vcchriili^bct--,,-; n"; Upsala 1824). Eine Sammlung von A.'s poetischenund prosaischen Schriften existirt noch nicht. Seiner Prosa warf man früher nichtohne Ursache ein übertriebenes oratorisches Künsteln vor. In seinen neuesten Ar-beiten hat sie sich gelauterr und befestigt. In seinen philos. und ästhetischen Schrift