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Attika
werden, um durch ihre Stimme gleichfalls an der Gesetzgebung Theil zu neh-men. Allein diese Verfassung war zu künstlich, um zu bestehen. Pisistrar,ein Mann von Talenten, Kühnheit und Ehrbegierde, trat scheinbar an die Spitzeder armen Classe und bemächtigte sich der Herrschaft ArhenS. -Leine Regierungwar glänzend und wohlthätig, aber seine Sehne konnten sie nicht behaupten.Hipparch ward ermordet, und HippiaS vertrieben. Klistbenes, ein Freund desVolks, bemühte sich, durch einige Änderungen in der Solon'schen Verfassungkünftigen Mißbräuchen vorzubauen. Er theilte das Volk in 10 Classen und ließden Senat aus 500 Personen bestehen. Schon damals war Attika fleißig ange-baut. Die Weinlesen und Ernten wurden, wie alle Arbeiten dieses fröhlichen Vol-kes, durch Tänze und Gesänge, Feste und Opfer gefeiert. Die attische Wolle wardurch die Sorgfalt, die sie auf die Schafzucht wandten, und durch die Kunst, ihrdie schönsteFarbe zugeben, allgemein berühmt. Der Berg HpmettuS(s. d.) gabihnen den kostbarsten Honig; der Berg Laurium enthielt reiche Silberminen, derenErtragzur Unterhaltung derFlotte bestimmt war. Jetzt trat die glänzende Zeit despersischen Krieges ein, welcher Athen auf den höchsten Gipfel des Ansehens erhob.Miltiades vernichtete bei Marathon, ThemistokleS bei Lalamis die Persermacht,jener zu Lande, dieser zur See; die Freiheit Griechenlands ging aus einem Kampfehervor, der ihr anfangs den gewissen Untergangzu bereiten schien, und begeistertedie ganze Nation. Die Rechte des Volks wurden erweitert, die Archonten undandere Obrigkeiten ohne Unterschied aus allen Volksklassen gewählt. Der Zeitraumvon den Perserkriegen bis Alexander (500— 536) war für die Entwickelung derathenischen Verfassung der bedeutendste und eigenthümlichste. Nach Böckh'S trefft.Werke: „Die Sraatshausbaltung der Athener " (2Thle., Berl. 1317), hatteAttika, nebst den Inseln LalamiS und Helena, einen Flächenraum von 40 klM.mit 500,000 Bcw., darunter 365,000 Sklaven. Für Stadt und HafennimintBöckb 180,000, für die Bergwerke 20.000 M. an. Cimon und Per i kl eS(um 444 v. Chr.) führten die höchste Blüthe Aihens herbei, aber Letzterer legre auchschon den Grund zu dem nachherigen Sittenvei derbniß und dem allmäligen Verfalldes Staats. Unter ihm begann der peloponnesssche Krieg, der mit der EroberungAthens durch die Lacedamonier endigte. Die Überwundenen mußten sehr de-müthigende Bedingungen von den Siegern annebmen; doch behieltder Ltaat nochden Schatten seines Daseins. Es wurden 30 obrigkeitliche Personen eingesetzt,welche den Staat regieren sollten, aber unter dem Lchutzc der lacedämonischen Be-satzung Willkür und Grausamkeit übten. Nach 8 schrecklichen Monaten zer-trümmerte Thrasybul diese Tvrannei, stellte die Freiheit her und führte die alteVerfassung mir einigen Verbesserungen wieder ein. Athen sing aufs neue an, sichunter den griechischen Staaten zu erheben, und war im Bündnisse mit den The-banern glücklich gegen Sparta . Allein dieser neue Zeitraum der Macht dauertenicht lange. Ein gefährlicherer Feind stand im Norden auf, Philipp von Mace-donien. Im phoeischen Kriege hatten die Athenienser sich ihm widersetzt. Dafürnahm Philipp verschiedene mit ihnen verbündete Colonien weg. Die Griechengriffen zudcnWaffe»; allein dieSchlachtbei Chäronea (338) war das Grab ihrerFreiheit. Athen, nebst andern Staaten Griechenlands , wurde von Macedonicnabhängig. Fruchtlos versuchten dieAthenienser nach Alexander'S Tode, ihre Freiheitwiederzuerlangen; sie mußten macedonische Besatzung in den Hafen Munychiaeinnehmen. Antipater verordnete, daßnur diejenigen Bürger an der LtaatSverwal-tung Theil nehmen sollten, die über 2000 Drachmen im Vermögen besaßen. Balddarauf wurde Athen von Kassander eingenommen, da essich gegen Phocion's Rathauf die Seite seiner Feinde geschlagen hatte. Kassander führte die Oliaarchie wie-der ein und ernannte den Demetrius Phalereus zum Verwalter des LtaatS, der10 Jahre demselben rühmlich vorstand. Aber die Athenienser, die ihn haßten,