Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Attila

zog er Illyrten und verwüstete alle Länder vom schwarzen bis zum adrtatischen jMeere . Der Kaiser Theodosius sammelte ein Heer, umsteh seinem reißenden Vor-- jdringen zu widersetzen; aber in 3 blutigen Schlackten erklärte sich das Glück für zdie Barbaren. Konstantinopel verdankte seine Rettung bloß seiner Befestigung -und der Unwissenheit der Feinde in der Belagerungskunst. Thrazien, Macedonienund Griechenland erlagen dem wilden Eroberer, der 70 blühende Städte zerstörte. !TheodostuS mußte die Gnade des Siegers anflehen, und durch Aufopferung sei-. ^ner Schätze gelang eg ihm, den Frieden zu erkaufen. Einer von den Leuten des A., jEdekon, ließ sich von einem Eunuchen, ChrvsaphiuS, durch Bestechung zu dem 'Versprechen verleiten, seinen Herrn bei der Rückkehr an die Donau ermorden zu iwollen; aber im Augenblicke der Ausführung entging ihm der Muth; er stürzte zuseines Herrn Füßen und bekannte das verbrecherische Vorhaben. Man fürchteteA.'s Rache, und Konstantinopel zitterte; aber er begnügte sich, dem Theodosius wegen seiner Treulosigkeit Vorwürfe machen zu lassen und den Kopf des Chry-saphius zu verlangen. Der Kaiser verstand sich zu einem neuen Tribut. A. rich-tete nun sein Augenmerk auf Gallien . Mit einem ungeheuern Heere ging er überden Rhein, die Mosel und die Seine, kam an die Loire und lagerte sich unter denMauern von Drleans. Die Einwohner dieser e^tadt, durch ihren Bischof Agnan(AnianuS) ermukhigt, hielten die ersten Angriffe der Barbaren ab, und durchdie vereinigte Macht der Römer, unter dem Feldherrn Astius, und derWest-gorhen, unter ihrem König Theodorich, ward A. gezwungen, die Belagerungausmheben. Er zog sich nach Champagne turück und erwartete den Feind inden Ebenen bei Chalons . Bald trafen die beiden Heere zusammen. A., unruhig !über den Aus-gang der Schlacht, fragte die Wahrsager, und sie verkündigten ihmeine Niederlage. Er verbarg seine Bestürzung, durchlief die Reihen seiner Krieger,erinnerte sie an ihre Thaten und zeigte ihnen seine Freude über einen neuen Kampfund über die Belohnung ihrer Thaten. Durch die Reden und durch die Gegenwartihres Anführers entflammt, waren die Hunnen ungeduldig, zu kämpfen. BeideHeere fochten tapfer; endlich wurden die Reihen der Römer und Gothen durch-brochen, und sckon hielt A. sich des -LiegeS gewiß, als der gothische PrinzThorismund , des Theodorich LSohn, von den benachbarten Anhöhen auf die Hun-nen stürzte; er brachte sie in Unordnung, verbreitete Tod in ihren Reihen, undA., von allen Seiten bedrängt, zog sich mit Mühe in sein Lager zurück. Dies war -Vielleicht die blutigste Schlackt, die je in Europa geliefert ward, denn nach eini-gen gleichzeitigen Geschichtschreibern bedeckten 106,000 Todte das Schlachtfeld.Zm Lager ließ A. alle seine Geräthschaften und Schätze auf einen Haufen zusam-menbringen, um im äußersten Falle sich mir diesen zu verbrennen. Allein manbegnügte sich, in der Nacht sich wieder zu sammeln, erwies dem mühsam aufge-fundenen Leichnam des Königs Theodorich (Dietrich) die letzte Ehre und rief sei-nen Sohn Thorismund aufdem Schlachtfelde zum Könige aus. -Lo entging A.seinem Untergänge. Die Franken allein setzten ihm nach und verfolgten ihnseitwärts, bis er über den Rhein war. Mehr gereizt als muthlos, suchte A. neueGelegenheit, Italien anzugreifen, und begehrte die Honoria, Schwester Valen-tinian's IIl., zur Gemahlin. Diese Prin;essin war wegen eines vertrauten Um-gangs mit EugeniuS , ihrem Kammerherrn, vom Hofe entfernt und jn ein Klostergebracht worden; sie trug dem A. ihre Liebe an. Er warb um sie und verlangtedie Hälfte des Reichs als Mitgab:. Da diese Federung abgeschlagen wurde,drang er mit einer furchtbaren Macht in Italien ein. Der Kaiser zitterte, undvergebens waren die Bitten der Gesandten. A. eroberte und zerstörte Aguileja,Padua, Vicenza, Verona, Bergamo, und verwüstete die Ebenen der Lombardei .Die Einwohner flohen auf die Alpen , Apenninen und aufdie unbeackteren Inselnin den Sümpfen (Lagunen) des adriatischcn Meeres, wo sie Venedig erbauten.