Auffodern Aufführung 525
nickt als ein Wunder, sondern als eine durch natürliche Ursachen bewirkte Begeben:heir ansehen wird. — Don der Auferstehung des Leibes haben die Menschen oftgrobsinnlicke Vorstellum en gehegt. Indem Gedanken selbst aber, daß die Allmachtaus den llrstoffen des durch den Tod aufgelösten LeibeSeinenueuenLeib bilde, welcherdem Geiste in einer andern Ordnung der Dinge zumWerkwug diene, liegt Nichts,was der Vernunft widerspräche. Auf jeden Fall ist die Erwartung der Auferstehungein das Gefühl mächtig anregendes Symbol der Idee der Unsterblichkeit. V
A uffode r n, das, einer Festung zur Übergabe geschieht durch einen Par-lamemair; man benutzt dazu Vorfälle, die geeignet sind, den Befehlshaber zurÜbergabe geneigt zu niachen, z. B. eine vom Feinde gewonnene Schlacht u. dgl.Den Parlamentair begleitet allemal ein Trompeter oder auch nur ein Tambour, diebei der Annäherung zur Festung Appell geben. Der Belagerte sendetdan » gewöhn:lich Mannschaften entgegen, welche den Parlamenrair mit verbundenen Augenin den Platz fuhren. Von hier wird er nach erhaltener Antwort auf dieselbe Weisezurückgebracht. Die Feindseligkeiten pflegen während dieser Zeit aufzuhören. Ahmliehe Aussoderungen geschehen an eingeschlossene Truppenabtheilungen, wenn siesich ergeben sollen.
Ä » fführung, musikalische. Wenn das Werk des Dichters und des bistdenden Künstlers aus der Hand seines Schöpfers fertig vor den Leser oder Be:schauer tritt und nur Empfänglichkeit von demselben federt, um auf ihn seine volleWirkung zu äußern; wenn ein poetischer Leser, um die Schönheiten eines drama-tischen Gedichts zu genießen, der Schauspieler nicht bedarf, welche dasselbe äußer:lich zu vergegenwärtigen streben; wenn die Statue, das Gemälde einmal für alle:mal geschaffen dasteht, und jede Nachbildung derselben ein zweites Werk, wennauchvon gleichem Inhalt, erzeugt: so erlangt dagegen das Werk des Tonsehers, auchnachdem es in dem Geiste desselben vollendet und durch sichtbare Zeichen festgehaltenworden ist, sein Leben erst durch die hörbare Ausführung. Jene Zeicken auf demPapiere haben nur Sinn für den Kenner, der Verstand desselben urtheilt, gestütztauf lange Erfahrung und erworbene Wissenschaft, vorzüglich über die technischeAusbildung und Gesetzmäßigkeit des Werks; die Einbildungskraft desselben bestrebtsich, es innerlich zu hören, vermag aber noch nicht entscheidend über seine Wir:kung auf Ohr und Herz der Menge zu urtheilen, bind doch erreichtes erst seineBestimmung, wenn es durch die Ohren in das Herz der Zuhörer dringt. ZwischendenTonfetzerund den Hörer tritt daher der Ausführende (wenn dies auch der Ton:seher selbst wäre) als eine dritte Person, und da die Wirkung des Tonwerks immervon der Ausführung abhängt, so liegt das Geschick eines musikalischen Kunst:Werks zunächst in den Händen der Ausführenden. Sonach zerfallt die Tonkunstselbst in Hinsicht der Art ihrer Ausübung in die Tonfetzkunst oder die Kunst, inTönen zu dichten (d. h. sie in der Einbildungskraft zu einem geistvollen Ganzen zuverbinden), und in die musikalische Darstellungskunst, d. i. die Kunst, das so Gedachtehörbar zu verwirklichen. Die musikalische Darstellungskunst, die sich daher auchin der Ausübung als eine besondere Kunst entwickelt: kann, ist doch, was denWerth der Ausübung anlangt, von der Tonsetzung abhängig und wird durch dieVorschrift des Tonsetzers bestimmt. Aber alle Genauigkeit, welche der Tonfetzerhierbei anwenden mag, ist nicht in: Stande, den Geist mitzutheilen, mit welchemsein Werk aufgefaßt werden muß, wenn es seine gehörige Wirkung hervorbringensoll. Der darstellende Tonkünstler soll daher gleichsau: Nachschöpfer des Werkssein, indem er dasselbe von neuem in: Geiste erzeugen muß, um es dem gemäßauch in der Ausführung zu veräußern. Es muß daher zwischen dem Tonsetzer undihm gleichsam eine geistige Berührung stammten, wenigstens muß jen r eine ge:wandte Einbildungskraft besitzen, um sich durch die mitgetheilten Zeict en in dieStimmung zu versetzen, aus welcher dessen Tonschöpfung hervorging. Wenn man