Aufgang der Sterne Aufgebot 527
ist um so brauchbare,-, je mehr die Einzelnen Musikkcnntnifi, namentlich Kenntnißder Harmonie, besitzen und dadurch im Stande sind, die Absichten des Tonsetzersund die Schönheiten seines Werks zu verstehen und das von dem Einzelnen Gefe-derte in Übereinstimmung mit dem Ganzen zu leisten. Da aber alle Vorschrift denGeist des Vertrags nicht mittheilen kann, so muffen wir auch hinzufügen: dasPersonale der Darsteller ist um so tüchtiger und beffer, je weniger Personen darun-ter befindlich sind, welche die Kunst handwerksmäßig betreiben, je mehr dagegenSinn und Gefühl für die Tonkunst unter ihnen verbreitet ist, und die Einzelnen sichden Federungen des Ganzen verstand,g unterzuordnen wissen. Aus letzter», Grundebedarf es eben nickt einer Vereinigung der ersten Virtuosen, um eine gute Auffüh-rung großer Musikwerke — die eben nicht eigentlich Eoncertsiücke sind — zuStande zu bringen, da solche Virtuosen, gewohnt, als Meist-»- zu glänzen, so-gar höchst selten einer solchen Unterordnung fähig sind. Doch muffen wir hierbeiauch einen Unterschied zwischen Solopartien und Ripienpartien machen. Denerster» ist überhaupt größere Freiheit im Vortrage verstattet, was vorzüglich vomOpernsänger gilt, der zugleich als mimischer Darsteller erscheint. Der Direckordarf Lehrern daher nur da entgegenwirken, wo sie von dieser Freiheit zum Nachtheildes Charakters und der wesentlichen Bestimmung eines Tonwerks Gebrauch machenwollen. Aber Ripienstimmen müssen immer ihre Partien ausführen, wie sie ge-schrieben sind; Verzierungen und Veränderungen in denselben sind hier am unrech-ten Orte, denn es ist leicht einzusetzen, daß, wenn jeder Einzelne sich die Freiheitnehmen wollte, seine Partie nach Belieben zu verändern, eine heillose Musik dar-aus entstehen würde. In dieser Beziehung hat der Direcror aufGlcichmäßigkeitim Vortrage sorgfältig zusehen. Die Verbindung dieser Gleichmäßigkeit und Ord-nung mit Freiheit und Ausdruck des Vertrags macht aber erst die Auffützrung zueiner vollkommenen. Durch eine solche erscheint ein gutes Tonstück, auch beiöfternWiederholungen, in immer neuen Reizen, ein minder gutes gewinnt durch siean Wirkung, Herrschte bloß strenge Genauigkeit und Gleichmäßigkeit im Vortrage,so wurde eine Aufführung zwar richtig, aber ohne große Reize sein; wie wennz. B, das Taktmaß in allen Theilen des Tonstücks gleichmäßig beobachtet wurde,aber die feinern Schattirunge» des Vertrags fehlten, die in der Art der Hervor-bringung der Töne und ihrer Verbindung, in den verschiedenen Graden der Stärkeund Schwäche, der Hebung und -Lenkung u. s. w. bestehen und sich nicht verzeich-nen lassen. Daß aber eineMaffe von Stimmen und Instrumenten, nN d^z Spieleines einzelnen geistvollen Virtuosen, sich frei und doch geordnet bewege, das istder höchste Triumph der musikalischen Darsiellungskunst, den die neuere Zeit beiDarstellung ihrer großen Tonwerke oft erreicht hat. 44.
A u fg a n g der S t e r n e, dasHervortretenderselben amHorizont.InFolge der Kugelgestalt ,der Erde ist dieser Aufgang an verschiedener, Orten sehr ver-schieden. Unter dem Äquator gehen alle Sterne und zwar senkrecht auf; zwischendemselben und den Polen gehen nur die Lterne auf, deren nördliche oder südlicheAbweichung kleiner ist als die Äguatorhöhe. Unter den Polen findet gar kein Auf-gang der Gestirne statt. Die Zeit des Aufganges eines jeden Sterns für einen be-stimmten Ort läßt sich aus der Dauer seiner Sichtbarkeit über dem Horizont undder Zeit seiner Culmination finde». (L. O r t „ § <- n 5 m i <: u «.)
Aufgebot, 1 ) in einigen Gegenden Deutschlands , die Bestimmung desPreiseS, für welchen man die feilgebotene Lache kaufen will; sprachrichtiger sagtman Gebot; 2 ) die durch die Gesetze verordnete öffentliche Bekanntmachung jeder zuschließenden Ehe, die in Lachsen und andern Ländern an drei aufeinander folgendenSonntagenvon derKanzelgeschieht; sie wurde im 12. Jahrh, gebräuchlich; 3) derAufrufzu den Waffen, den bei außerordentlichen Gefahren ein Landesfürst an seineUnterthanen ergehen laßt; 1 ) die aufsolche Weise zusanimcnberufene Masse selbst.