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Augenmaß Augenpflege
und reinigen dasselbe von den kleinen eindringenden atmosphärischen Thellchen, son»dern sie mäßigen auch das zu starke Eindringen des Lichts, vertheilen die Tbränengleichförmig und schaffen sie aus dem Auge; ja sie verstärken sogar die Kraft desGesichts durch die sie begrenzenden Augenwimpern. 11.
Augenmaß, s. M essungen.
Augenpflege, dasjenige Verhalten, welches nian beobachten meß, umdas Sehvermögen so gut, als nach Umstanden möglich ist, zu erhalten. Wer dieAugen zu seinen Geschäften häufig anstrengen, viel lesen, schreiben, feine Gegenständebearbeiten muß, hat dabei vorrüglich die Wahl der Zeit, wann, die Art, wie mansie gebrauchen soll, und die Mittel, mit welchen man ihnen zu Hülse kcnnnenkann, zu beobachten. Die beste Zeit zum anstrengenden Gebrauch der Augen istfrüh Morgens, überhaupt Vormittags und am Tage eher als beim Kerzenlichte.Abends ist die Sehkraft durch die Anstrengung den Tag hindurch schon mehr er-schöpft. Man strenge die Augen nicht lange hinter einander an, ohne sie dazwischenzuweilen ruhen und sich erholen zu lass». Beim Sehen muß man hinlängliches,doch nicht zu starkes Licht haben. Man hüte sich, daß die Lichtstrahlen unmittelbarin das Auge fallen. Bei dem Lonnenlichre vermeidet es jedermann, weil die Folgenschnell und auffallend eintreten, und cS eine vorübergehende Lähmung der Augennervenund schwarzen Skaar verursachen kann. Allein auch die Skraklen eines Lichts, dasöftere Blicken ins Feuer ist der Sehkraft des Auges nachrheilig und verzehrt undvernichtet allmälig seine Nervcnkraft. Wer daher viel bei Licht Abends lesen oderschreiben muß, bediene sich eines Schirms vordem Lichte oder noch besser am Kopfeüber die Stirn herunter. Das Licht darf aber nicht zu schwach sein, weil das Augesich dabei zu sehr anstrengen muß, die Strahlen zu sammeln. Daher ist das Däm-merlicht zum -Lehen so nachtheilig für die Augen. Am besten ist das milde Lichtdes Tages; nur darf beim Lesen, Lchreiben, Nähen auf weißem Zeltche u. s. w.die Sonne nicht unmittelbar aus den weißen Gegenstand scheinen, weil durch dieszu starke Licht die Nervenkraft der Netzhaut im Auge zu sehr gereizt und daher er-schöpft wird. Wer des Abends zu arbeiten nicht vermeiden kann, muß auf dieAuswahl der Beleuchtung die gehörige Sorgfalt wenden, wenn er seinen Augennicht schaden will. Die beste Beleuchtung des Abends ist die von einer guten LampeM't breitem Dochte. Hhr Licht ist hell genug und doch mild, gleichmäßig, nichtflackernd. Weniger gut ist das Wachslicht; eins gibt nicht Heilung genug, mehregeben verschiedene Schatten, was schon unangenehm für die Augen ist. Am we-nigsten tauglich sind die Unschliktlichter, theils weil sie ein unstetes flackerndes Lichtgebe», theils weil das öfters nöthige Putz-n der Schnuppe den Arbeiter nöthigt, zuoft in das Licht selbst zu sehen; Beides ist für die Augen, zumal für solche, die schonetwas schwach sind, sehr empfindlich. Die beste Art der Beleuchtung wäre die vonoben; doch kann dies nicht Jedermann haben, weil es mehr Aufwand macht.Außerdem muß der Arbeiter das Licht zur linken Hand haben und hoch stellen; aufdiese Weift ist die Beleuchtung auf dem Papier am voriheilhaftesten. Das Zim-mer, in welchem man am Tage arbeitet, sollte, der gleichmäßigen Beleuchtungwegen, nur auf einer Seite Fenster haben. Der Arbeitstisch muß so stehen, daßdie Fenster zur linken Hand sind. Hat das Zimmer aus mehren Seiten Fenster, sobedecke nian die der andern Leite mit grünen Vorhängen. Als Arbeitszimmerwähle man wo möglich keinS niit der Aussicht auf eine hellerleuchtete, weiß, gelboder roth angestrichene Wand; denn Nichts ist schädlicher für die Augen als einesolche stete überreizende Einwirkung auf die Nervenkraft der Netzhaut, zum al wenndie Sonne auf die gegenüberliegende Leite scheint. Die Mittel, mit welchen manschwachen Augen zu Hülfe kommen kann, sind erstens Brillen. Die grünen sindgewöhnlich flach, vergrößern und verkleinern nicht und sind nur für solche Personennützlich, welche empfindliche Augen haben und viel auf weiße Gegenstände, z. B.