Augenpunkt Augcr (Athanase) 585
Papier, Leinwand >'. dgl. mehr, bei starkem Lichte sehen müssen. Sie mildernbloß die zu starke Einwirkung des Lichts aufdie Llugen. Die erhaben geschliffenen(converen) Brillengläser, welche nach Maßgabe ihrer Rundung die (Gegenständevergrößern, konimen den weitsichtigen Augen zu Hülfe, weil sie dieselben in derKraft, die Lichtstrahlen so ;u vereinigen, daß von den (Gegenständen ein deutlichesBild im Auge entstehen kann, unterstützen. Da? Glas muß gerade nur so vielconvep sein, als dem Auge Kraft fehlt, die Strahlen zu brechen; es darf also nichtals Vergrößerungsglas auf das Auge wirken, sondern bloß dazu helfen, das BildVon nahen (Gegenständen, das ohne Mas undeutlich ist, ganz deutlich zu maeben.Dies ist das Zeichen, daß es für das Auge passend ist. Die hohl geschliffenen (con-caven) Gläser kommen den kurzsichtigen Augen zu Hülfe, indem sie das undeutlicheBild von entfernter» Gegenständen deutlicher machen. Auch diese müssen demkurzsichtigen Auge gerade anpassend sein; sie dürfen nämlich nur »m so viel dieLichtstrahlen auSeinanderstreüen, als das kurzsichtige Auge sie zu sehr bricht unddaher zu bald vereinigt, und dürfen daher die Gegenstände nicht verkleinern, son-der» nur deutlich machen. Bei der Auswahl einer Brille ist große Vorsicht anzw.wenden, wenn man seinen Auge» wirklich dadurch helfen will. Passende Brillensind dem Auqc sehr nützlich, unterstützen das Sehvermögen und erleichtern demAuge da? Sehen so sehr, daß sich oft ein schwache? Auge wieder erholt. UnpassendeGläser schaden, sie zwingen das Auge, sich mehr anzustrengen, um wieder demFehler der Gläser entgegenzuarbeiten. Ein weitsichtige? Auge, dein man eine zuconvere Brille gibt, wodurch die nahen Gegenstände vergrößert werden, zwingtman, noch weitsichtiger und also noch schwächer zu werden, um diesen Fehler zuverbessern. Ein kurzsichtiges Auge, dem man ein zu coneaves, die Gegenständeverkleinerndes Glas gibt, zwingt man, sich anzustrengen, noch kurzsichtiger zu wer-den. 'Auch muß, wer weitsichtig ist, sich hüten, mit einer Brille, die ibm naheGegenstände deutlich macbt, in die Ferne zu sehen; er muß, wenn er z. B. nichtmehr schreibt oder liest, die Brille sogleich ablegen. Ein zweite? Mittel, den Au-gen zu Hülfe zu kommen, besteht darin, die Nervenkrafr derselben zu erhöhen.Mittelbar geschieht dies dadurch, daß man dem krankhaften Blutandrange nach denAugen Einhalt thut. Die Nervenkraft lind die Gewalt des Bluts stehen bis aufeinen gewissen Punkt mit einander im Gegensatze. Ist die Nervenkrafr noch ungc-schwäcbt, so beherrscht sie die B 'wegung des Blutes; umgekehrt erhält das Blur-svstem ein Übergewicht. Bci schwäche der Augen tritt demnach auch das Blutmehr nach denselben; sie bekommen nach jeder nur mäßigen Anstrengung Hitze,Nöthe und Brennen. Man wasche daher die Augen mehrmals des Tages, be-sonders am Abend, mit s.'schein Wasser, mit einer Mischung von Wasser undWeingeist oder Arak. Ist die schwäche mit ihren Folgen schon bedeutender, soleae man Abends Comvressen, mit einem kühlenden Augenwasser befeuchtet, odernoch besser, halbe Pflaumen oder gefaulte, etwa? ausgehöhlte Apfel, auch gerie-bene oder gebratene und wieder kalt gewordene Apfel, oder geriebene Erdapfel, aufund lasse sie wenigstens einige Stunden lang liegen. S. K. H. Wellenü „Diä-tetik für gesunde und schwache Augen" (Berl. 1821).
Augenpunkt oder Gesichtspunkt, in der Perspektive derjenige Punktauf der Tafel, wo die vom Auge ausgehende senkrechte Linie die Tafel trifft.
Augenübel, s. Op h tha lm o l og ie.
Auger (Arhanase), geb. zu Paris den 12. Der. 1734, Sprackgelehrter,war Geistlicher und anfänglich Pros. der Rhetorik im Collegium von Lt.-Roucn.Der Bischof de Noü machte ihn zu seinem Obervicar und nannte ihn oft zumScherz seinen (lr.inüe'ioair« in purtibin! AtlienienGin, ; so eifrig trieb derAbbndas Studium der griech. Akerrhümcr. Die Wissenschaft bewahrte ihren Werth inseinem Charakter und Leben. Mitten in Paris lebte er einfach bescheiden und frei