Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Auger (Louis Simon) Augereau

von Zerstreuung und Sucht, höher ;u kommen. Ein müßiges Einkommen theilte ermit seiner durstigen Familie. Man sagte von ihm, daß er nie von einem Menschen,und daß nie Jemand von ihm Böses gesprochen habe. Als Mitglied der Akademieder Inschriften blieb er seinen Grundsätzen der redlichen Offenheit so treu, daß ervon allen Mitgliedern ebenso geliebt als geachtet wurde. Der Ausbruch der Revo-lukion mußte den Mann, der in Griechenland lebte und geistig sich nährte, mitglühender Theilnahme entzünden. Er hoffte Abstellung der schreienden Mißbräucheund wahre Freiheit. Diese Erwartung spricht sich in mehren seiner Schriften aus.Er starb vor den Ereignissen, die seinen Glauben hätten wankend machen können,den 7. Febr. 1792. A.'S Schriften, theils Übersetzungen aus den alten Sprachen,theils politischen Inhalts, sind nebst seinem literarischen Nachlaß zu Paris 1794in 29 Bdn. herausgegeben worden. Unter seinen politischen Schriften zeichnen sichaus: „?>ojrt si'üsiuciition ^ubligne, z»re«««lü sie ljucbjuer leklexiv»; zur 17,8-5einblee nationale" (1789), und: „l)> la eonüliiiilion sie; lloinain,? 8nu.<i le8rni« ei au tcmr sie la repulsiiInc" (1792), das Merk eines 3 «Jährigen Fleißes,das erst nach seinem Tode mit dem übrigen Nachlaß erschienen ist. 3.

Auger (Louis Simon), geb. den 29. Dec. 1772, königl. Censor seit 1820,zugleich Mitgl. der Akad. derWissensch. in Paris , dann Seeretair der Akad., aus-gezeichnet als Kritiker, war des CensuramtS wegen bei Frankreichs Ultraliberalenunbeliebt; allein das Ausland ließ ihm mehr Gerechtigkeit widerfahren. Unter Na-poleon und der Republik diente er in seiner frühern Jugend in untern Verwaltnngg-ämtern, ging aber bald zur Kritik der Schriften seiner gelehrten Landsleute und Zeit-genossen über, was ihm, weil er freimüthig tadelte, manche Feinde zuzog. Aber seineNoten haben vom Anfang an vielen Beifall bei Denen gefunden, die einen richtigbegründete» Tadel zu schätzen wissen. Die mir O. vom I. 1802— 3 bezeichnetenArtikel in der Zeitschrift „Deeasie z,l,ilo8n,sind von ihm. Zum „.lonrnalpssneral" und zum „I,eelateui", endlich zum „.lourual sie l'rinpnc" lieferte erBeiträge und bereicherte viele neue AuSg. der Werke älterer stanz. Schriftstellermit Noten, die manches Dunkle oder Unrichtige verbessern. Die Lobreden aufBoi-leau und Corneille befriedigten selbst A.'S bitterste Gegner. Seine letzten literari-schen Prodncte umfaßten die Politik im Geiste der Ministerialpartei, und billigtman auch nicht alle feine Meinungen, so achter man doch die schöne Gabe der Dar-stellung dieses Schriftstellers. In einem Anfalle von Echwermuth endigte A. seinLeben in der Seine im Jan. 1829.

Augereau (Pierre Franeois Charles), Herzog v. Castiglione, Marschallvon Frankreich, Sohn eines Fruchrhändlers, geb. zu Paris 1737, diente als Cara-binier in der stanz. Armee, ging dann in neapoln. Dienste, ließ sich 1787 in Neapel als Fechtmeister nieder und ward von da 1792 mit s. Landslenten verwiesen. Erdiente hierauf als Fremn'lliger bei der Armee in Italien und schwang sich durch Ver-wegenheit und Einsicht schnell empor. 1794 bei der Pvrenäenarmee als Brigade-rind 1796 als Divisionsgeneral bei der Armee von Italien angestellt, erwarb er mi-litairischen Ruhm. Er nahm die Pässe von Millesimo , eroberte am 16. April dasverschanzte Lager der Piemonteser von Ceva, machte sich zum Meister von Casale,stürzte sich auf die Brücke von Lodi und erstürmte sie nebst den feindl. Verschanznn-gen. Den 16. Juni ging er über den Po und machte die päpsil. Truppen nebst demCardinallegaten und dem Generalstabe zu Gefangenen. In den ersten Tagen desAug. kam er Massi'na zu Hülfe, unterhielt einen Tag lang die hartnäckigsten Ge-fechte gegen eine überlegene Truppenzahl und nahm das Dorf Castiglione, von demer seinen HerzogStitel erhielt. Den 25. Aug. ging er über die Etsch und schlug dieFeinde bis Roveredo zurück. Als am Tage von Arcole die Colonnen wankten, er-griff A. die Fahne, stürzte sich dem Feinde entgegen und entschied den Sieg. Diegesetzgebende Versammlung schenkte ibm (27. Jan. 1797) diese Fahne. Den 9. Aug.