Band 
Erster Band. A bis Bl.
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537
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AugiaS Augsburg 587

zum Befehlshaber der 17. Militairdivision (Div. von Paris ) an General Hatrv'sstelle ernannt, vollzog er die Gewaltthat am 18. Fructitor und ward von dem de-cimirten gesetzgebenden Körper als der Retter des Vaterlandes begrüßt. 1789 zumDepukirten im Rathe der 509 gewählt, gab er sein Commando auf; dann erhielt ervom Consul Bonaparte den Oberbefehl der Armee in Holland . Er führte das fran-zösisch-batavische Heer an den Niedcrrhein, um die Unternehmungen Moreau'S zuunterstützen, rückte über Frankfurt vor und traf mit den kaiserl. Generalen verschiebdeutlich mit wechselndem Glücke zusammen, bis die Schlacht von Hohcnlinden denFeldzug endigte. Im Oct. 1801 vom General Victor abgelöst, blieb er ohne An-stellung bis 1803, wo er das bei Bavonne versammelte Heer gegen Portugal füh-re» sollte. Da dieser Zug unterblieb, ging er nach Paris zurück, ward den 19. Mai1801 zum Reichsmarfchall und Groß-sssicier der Ehrenlegion ernannt. Im Juli d. I.schickte ihm der König von Spanien den Orden Karls lll. Zu Ende 1805 befeh-ligte er ein Corps der großen Armee in Deutschland , das die zu Drest unter seinenBefehlen vereinigten Truppen bildeten. Er trug zu den verschiedenen Erfolgen bei,welche den presburger Frieden herbeiführten, und besetzte im März 1806 Wetzlar und die umliegenden Gegenden, bis ein neuer Krieg ihn im Herbste dess. I. nachPreußen rief. Die in der Schlacht bei Ey lau (f. d.) erhaltenen Wunden nöthig-ten ihn, nach Frankreich zurückzukehren. In den ersten Monaten 1811 gab ihmNapoleon den Oberbefehl eines Armeekorps in-Lpanien. späterhin kehrte er vondorr zurück und blieb ohne Anstellung, bis er im Juli 1813 das in Baiern aufge-stellte Heer nach Sachsen führte, wo er ai! der leipziger Schlacht Theil nahm.BcimEinrücken der Verbündeten in Frankreich sollte er Lyon decken. Ludwig XVIII. ernannte ihn zum Pair. A. hatte sich nach dem Sturze Napoleons in einer Be-kanntmachung an seine Armee harter Ausdrücke bedient; daher erklärte ihn Napo-leon bei seiner Landung 1815 als Verräther. A. sprach sich nichtsdestoweniger zuGunsten Napoleons aus, nahm aber an den neuen Ereignissen keinen thätigenAntheil. Nach der Ruckkunst des Königs erschien er wieder in der PairSkammer,saß mit unter Ney's Richtern, war darauf einige Zeit ohne Anstellung und starbden 11. Juni 1816 auf feinein Gute la Houssaie an der Wassersucht.

AugiaS, s. Herkules.

A ugsburg, Haupkst. im bairischen Oberdonaukreise, von 1276 bis 1806eine freie Reichsstadt, liegt zwischen der Wertach und dem Lech, ist enge und un-regelmäßig gebaut, har aber gute Gebäude, schöne, mit Springbrunnen verzierteöffentliche Plätze, 3690 H. und 33,500 E., darunter gegen 13,000 Evangelische,und ist der Sitz des GeneralcommissariatS, des WechselappellarionsgerichtS undeines Bischofs. Merkwürdig sind: der Bischofshos, wo 1530^die augsburgischeConfession übergeben ward; das Rathhaus mit dem goldenen Lraale, welches fürdas schönste in Deutstbland gehalten wird; die Fuggerei (106 kleine, von den Ge-brüdern Fugger 1519 erbaute und zur Wohnung für arme Einwohner der Stadtbestimmte Häuser), ein Denkmal der Mildthätigkeit jener reichen augsburg . Bür-ger; die Domkirche; das Maschinenwerk, welches die Stadt mir Wasser versorgt,;das Hallgebäude; das polrtechnische Realinstitut; das 1828 vom König errichtetekakh. Studenten-Seminar; die Kunstschule und Gemäldegalerie (wichtig für diedeutsche Schule); das Zeughaus; viele Manusamren und Fabriken (Calico, Seide,Gold- und Silberarbeit, Stück-und Schriftgießerei, Uhr-und Instrumenten-macher :c.)> Die Stadt treibt einen beträchtlichen Wechsel - und Spedirionshandel,indem sie die wichtigsten Geschäfte mit Dien und Italien macht und zugleich einStapelplatz für die süddeutschen und Italien. Waaren ist. Die augsburg . Gold-undSilberwaaren werden im Auslande geschätzt, und die freilich auch fabrikmäßigbehandelte Kupferstecherkunst ist ebenfalls ein einträglicher Nahrungszweig für die>Ltadl, in welcher man viele Lehranstalten, Bücher - und Kunstsammlungen und