Band 
Erster Band. A bis Bl.
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August II.

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August

Beobachtungen anstellen wollte. Zur Linken waren die glücklichen, zur Rechtendie unglücklichen Anzeichen. 2) Die stimme und der Flug der Vogel. Die Bor-hersagungen der Zukunft aus Beobachtung der Vogel hießen eigentlich Auspi-chen und waren schon bei den Griechen gewöhnlich, die sie von den Chaldäern ent-nommen hatten. Nach und nach stieg ihr Ansehen so hoch, daß bei den Römern,in KriegS- und Friedenszeiten nichts Wichtiges unternommen wurde, ohne dieVogel, denen man wegen ihres steten Umherfliegen? die Kenntniß der geheimstenDinge zuschrieb, zuvor um Rath gefragt zu haben. Sie waren glückliche oder un-glückliche, entweder ihrer Natur nach oder mit Rücksicht auf die Umstände, unterdenen sie sich zeigten. Überhaupt zerfielen die vorhersagenden Vogel in solche, diedurch ihren Flug Etwas anzeigten, und in solche, deren Gesang oder Stimme Et-was verkündigte. Durch ihr Geschrei gaben ein Anzeichen der Rabe, die Krähe,die Nachtcule, der Hahn w., durch ihren Flug der Adler, die Krähe, der Rabe, derHabicht, der Geier. Die beiden letzter» waren stets unglücklich; der Adler hingegenglücklich, zumal wenn er von der Linken zur Rechten flog; die Krähe und der Rabewaren zur Linken glücklich, zur Rechten unglücklich. 3) Das Fressen oder Nicht-fressen der Hühner; jenes bedeutete Glück, dieses Unglück. Man bediente sich derHühner vornehmlich im Kriege, daher dem Heere immer ein Pontifex, einige Au-guren und Haruspices (s. Arusper), nebst dem Pullarius mit seinem Hühner-kasten folgen mußten. — Außer diesen 3 Arten gab es noch gewisse, von vierfüßigenTh cren und ungewöhnlichen Vorfällen hergenommene Anzeichen, z. B. wenn einThier über den Weg lief oder an einem ungewohnten Orte gesehen ward, plötzlichesTraurigwerden, das Niesen, das Verschütten des Salzes aus den Tisch w. DieAuguren erklärten dergleichen Zeichen und lehrten dabei, wie die Götter wieder zuversöhnen seien. Das Recht der Auspicken, d. h. das Recht, von den Göttern durchgewisse Anzeichen den AuSgang einer Kriegsunternehmung zu erforschen, stand nurdem Oberfeldherr» zu; die Unterbefehlshaber fochten unter seinen Auspicken, d. h.die Verkündigung, die Jener erhalten, galt auch ihnen, und der glückliche oderunglückliche AuSgang ward Jenem allein beigemessen.

A u g u st, im röm. Jahre,welches müdem März anfing,derb.Monat;erhießdaher -exliii-., bis Kaiser AugustuS zumAndenken mehrer glückl. Ereignisse, die ihmin diesem Monare widerfahren waren, demselben sei, m eignen Namen beilegte.

A u g u st I I. (Friedrich), Kurfürst von Sachsen und König von Polen , zwei-ter Sohn Johann Georgs III., Kurfürsten von Sachsen, geb. 1670 zu Dresden ,besaß eine außerordentliche Leibesstärke und Gewandtheit; die sorgfältigste Erzie-hung entwickelte in ihm den Sinn für alles Schöne und für geistige Beschäftigung.Seinem Aufenthalte in Frankreich verdankte er jenen feinen Ton, den Geschmackfür Luxus und schöne Künste, der in der Folge den sächsischen Hof nächst dem HofeLudwigs X I V. zum glänzendsten in Europa machte. Nach dem Tode seines Vatersging er 1691 nach Wien , wo er mit dem Erzherzog Joseph, nachher Joseph l., eineenge Freundschaft schloß, die ihn lange an Ostreich fesselte. Durch den Tod seinesältern Bruders, Johann Georg I V. , 1691, ward er Kurfürst. Als solcher über-nahm er 1695 den Oberbefehl des östr. Heeres gegen die Türken, welche in Sie-benburgen einzudringen drobten. Im Herbst 1696 verließ er das Heer, um Mit-bewerber des durch Johann Sobieski's Tod erledigten polnischen Throns zu werden.Der Abbe von Polignac, franz. Gesandter in Warschau , suchte den Prinzen vonConti auf den poln. Thron zu bringen. Alles schien diesen zu begünstigen, als Jo-hann Przependowiski unerwartet den Kurfürsten von Sachsen vermochte, als Mit-bewerber aufzutreten. Die Ersten des Reichs unterstützten allerdings Conti, aberA. stand mir einem Heere an den Grenzen. Er hatte sich durch den Verkauf mehrerRechte und Ansprüche in seinen deutschen Staaten Geld verschafft, um Stimmenzu erkaufen, und nahm zu Baden in Östreich (23. Mai 1697) die kath. Religion