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August II.
von Peter zugeschickten Hülfe ungeachtet, siegte Karl über alle Hindernisse, undder schweb. General RhenSkiöld erfocht bei Fraustadt den 14. Febr. 1106 einenvollständigen Lieg über den fachst Feldmarschall Grafen Schulenburg. Karl drangin Sachsen ein. A., der in Polen beim russischen Heere geblieben war, fühlte dieNothwendigkeit, Frieden zu schließen : allein Peter wollte von keinem Frieden wis-sen; daher mußten die Unterhandlungen geheim bleiben. (S. AltranstädterFriede, den 24. Sept. 1106.) Unterdessen zwange» die Russen, die von demAllen nichts wußten, A., den schwedischen General Mardefeld anzugreifen. Die-ser hielt die von A. ihm insgeheim gegebenen Winke für eine Kriegslist, und A. er-focht bei Kalisch einen ausgezeichneten Lieg, zog triumphirend in Warschau einund ließ eben das IA »leim singe», als man ihm Karls Bedingungen überbrachte.So sehr A. versucht sein mochte, von diesem glücklichen Vorfalle Vortheil zuziehen,so war doch der Zeitpunkt dazu nicht mehr da. Lachsen wäre bei der Fortsetzung desKriegs ausjoden Fall verheert worden. Er bestätigte also den Vertrag und besuchteKarl an, 18. Dec. 1106 in seinem Lager zu Altranstädt . Um seine Demüthigungvollständig zumachen, nöthigte ihn der Sieger, Stanislaus mit einem Glückwün-schungsbriefe die Juwelen und die Archive der Krone zu übe, senden. A. kehrte nunnach Dresden zurück, wo er bald nachher von Karl unerwartet einen Besuch erhielt.Der Grafv. Flemming, erster Minister des Kurfürsten, rieth ihm bei dieser Ge-legenheit, sich der Person seines Feindes zu bemächtigen; allein A. verwarf mitUnwillen diesen Vorschlag. Er beschäftigte sich nun eifrig mir der innern Verwal-tung LachsenS; seine Prachtliebe zog ihn jedoch zu vielen Ausgaben hin, wodurchdie Finanzen des Landes zerrüttet wurden. 1108 wohnte er unter fremdem Namendem Fclkzug in den Niederlanden gegen die Franzosen bei. 1100 sah er sich nachPolen zurückberufen. Karl XII. , bei Pultawa geschlagen, konnte Stanislausnicht mehr schützen, und Flemming bearbeitete die Polen , um sie unter A.'S Herr-schaft zurückzubringen. A. hob nun den Tractat von Altranstädt aufund gingmit einen, Heere nach Polen , wo er gut aufgenommen ward; er verkündete den An-hängern des LtanislauS allgemeine Verzeihung, vermochte den Papst, die Polen ihres Eides der Treue gegen diesen Fürsten zu entbinden, und suchte durch eineöffenil. Bekanntmachung sich über diese Schritte zu rechtfertigen. A. kam jetzt aufseine beiden Lieblingsplane zurück: sich an Lchwcden zu rächen und die Polen sichzu unterwerfen. Er verband sich aufs neue mit Peter zu Thor». Darauf ließenbeide Monarchen, in Vereinigung mit Dänemark, Truppen in Pommern einrücken.Aber ungeachtet der Erschöpfung, worin sich Schweden befand, sehte es diesemAngriffe lebhaften Widerstand entgegen, und an, 20. Dec. 1112 erfocht der schwed.General Lteinbock bei Gadebusch einen glänzenden Sieg über die Verbündeten,welche die Belagerung von Wismar und Stralsund aufheben mußten. Die Bewe-gungen der Türken und Preußens Einmischung, das Pommern besetzte, beschäf-tigten im folg. Zahrc A. und Peter, bis 1114 in Braunschweig Friedensunterhand-lungen eröffnet wurden. Die übertriebenen Ansprüche Aller ließen nur geringeHoffnung zu einem glücklichen AuSgange, als Karl XI I. auf einmal in Stralsund erschien und den Krieg eifrigst fortzusetzen beschloß. Ein neuer Bund, von dem A.der vornehmste Lrifrer war, bildete sieh gegen Karl. Stralsund ergab sich am11. Dee. 111',. Lchweden schien seinem Untergänge nahe zu sein. Aber-desGrafen v. Görz Klugheit, der mit Rußland Unterhandlungen anknüpfte, brachteUneinigkeit unter die Verbündeten, und Peter wollte eben sich mit Karl gegen A.vereinigen, als der Tod Karls 1118 der Sache ein Ende machte, worauf A. mitSchweden 1119 einen Waffenstillstand schloß, welcher 1132 in einen Frieden ver-wandelt wurde. Darauf bildete sich in Polen gegen die sächsischen Truppen eineConföderation, an deren Spitze Ledekuski, ein Edelmann, stand. Die Sachsen sahen sich auf allen Punkten angegriffen und mußten sich ergeben. Endlich ward