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Erster Band. A bis Bl.
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August III.

durch Peters Vermittelung 1718 der warschauer Vergleich zwischen A> und derRepublik geschloffen. Die sächsischen Truppen verließen das Königreich und A.,Verzicht leistend auf die Idee, die Nation mit Gewalt unterwürfig zu machen,sagt ein berühmter Geschichtschreiber, suchte von jetzt an seinen Zweck durch andreMittel zu erreichen. Er gab sich ganz der Weichlichkeit und dem Wohll-ben hin.Sein Hos war einer der glänzendsten und gebildetsten in Europa . Die Po.'en, derenSitten sich überhaupt zur Ausschweifung hinneigten, ergaben sich nur zu sehr demgefährlichen Beispiele ihres KönigS, und wenn große LttaatSbewegungen die erstenRegierunasjahre bezeichneten, so bemerkte man in den letzten I. grenzenlcse Üppig-keit und Sittenverderbniß. Man liestjetzt noch mit Erstaunen die Beschreibung dervon A. gegebenen Feste. Auch erzählt man, daß er ein Dragonerregiment für 12Porzellanvasen an den König Friedrich Wilhelm von Preußen überlassen habe. In-deß ward A. von seinen Unterthanen sehr geliebt; er behauptete mit Würde seinenRang unter den europäischen Mächten. In seinem Charakter wechselten großmü-thige Gesinnungen mit despotischen Gewohnheiten, Geschmack an Vergnügungenmit den Sorgen des Ehrgeizes, und die Unruhe kriegerischer Neigungen mit derWeichlichkeit eines wollüstigen Lebens. Der Tod überraschte ihn mitten unterFesten und Entwürfen. Als er nach Warschau zu einem Reichstage reiste, kamder Brand an eine kleine Wunde, die er am Knie hatte; er starb dort an, I.Febr,1733 und ward in Krakau begraben. Seine Gemahlin, Christine Ebe,hardine ,Tochter des Markgrafen von Brandenburg-Kulmbach — die lutherisch gebliebenwar—, hinterließ ihm einen einzigen Sohn, Friedrich August; dagegei, hatte ervon seinen Maitreffen eine große Anzahl Kinder. Die Gräfin von Königsmarkhatte ihm den berühmten Moritz von wachsen geboren. (Vgl. Cosel, Gräfin.)

A u g u st III. (Friedrich), Kurfürstvon Sacksen und Konig von Polen , SohnAugusts U., geb. zu Dresden 1666, folgte seinem Vater 1733 als Kurfürst. Ge-gen Ende deff. I. versuchte Ludwig X V., Lttanislaus LefczinSki, mit dessen Tochterer sich vermählt hatte, wieder aufden polnischen Thron zu bringen; aber Frankreich war zu entfernt, um zur Unterstützung der Wahl Truppen genug nach Polen schaf-fen zu können. Ein Theil des polnischen Adels Irennre sich von, Wahltage, undun-terstütztvon einem russischen Heere ward A. >U. zum König gewählt, jedoch erst 1736in dem warschauer Friedenscongreß allgemein als König anerkannt. Obgleich ohnedie großen und liebenswürdigen Eigenschaften seines VarerS, folgte er dennoch inäußern Dingen ganz dessen Beispiele, indem auch er sich durch glänzende Feste undeine ausschweifende Hofhaltung auszeichnete. Auf Gemälde und auf die Unter-haltung seiner Capelle verwendete er ungeheure Summen, «eme Leidenschaft wardie Zagd. Die Regierungssorgcn überließ er seinem ersten Minister iind Günst-linge, dem Grafen v.Brühl (s. d.), der geschickt genug war, den schwachen, aberstolzen und auf seine Würde eifersüchtigen Monarchen in dem Glauben zu erhalten,daß er allein die höchste Gewalt ausübe. Was Beider politisches System anlangt,so hatten sie kein andres als gänzliche Abhängigkeit von Rußland . A. zog denAufenthalt in Dresden dem in Warschau vor, aber durch seine lange Abwesenheitaus Polen versank die Regierung dieses Landes in gänzliche Unthärigkeit. Niemalswaren die jährlichen Reichstage unruhiger, aber auch nie zweckloser durch den un-beugsamen Starrsinn der Mitglieder, die fast immer der unbedeutendsten Ver-wände wegen auseinandergingen. A. war zufrieden, wenn er nach dem geliebtenSachsen zurückkehren konnte, und so blieb 30 Jahre jenes große Reich fast ganzohne Verwaltung. Bei dieser Verwirrung schien Polen dennoch zufrieden und glück-lich. Als aber Friedrich II. Schlesien erobert hatte, verband sich A., durch dieseschnelle Vergrößerung Preußens beunruhigt, im Dec. 1712 und am 13. Mai1744, und in dem Tractate zu Leipzig vom 18. Mai 1745, mir der Königin v.Ungarn . Er verpflichtete sich, dieser vermittelst der Gelder, welche England und