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August (Herzog von S. - Gotha )
Gewerbe, Handel, Sicherheit und Lebensglück beförderte. Daher blieb—wäh-rend der Herzog für die eigne Ökonomie allzu wenig Sorge trug —der Credit desLandes auch in den schwierigsten Zeiten ungeschwächt; der Wohlstand desselben ver-mehrte sich; die gelehrten und UnterrichtSanstalten aller Art blühten auf; die altenwissenschaftlichen und Kunstsammlungen wurden ansehnlich vermehrt, neue hinzu-gefügt und dem Gebrauche geöffnet; die Städte verschönert, die Landstraßen verbes-sert und neu aufgebaut. Viele Verschönerungen gingen von dem Herzoge aus, zuandern bot er die Hand, und wie er sich selbst zu schmücken liebte, so sah er sich auchgern in geschmückten und freundlichen Umgebungen, und Nichts durste untergeben,was das Land zierte, die Bildung der Einwohner förderte und seinem Fürsten Ehrebrachte. Das Verdienst dieses StrebenS wurde durch die schwierigen Verhältnisseerhöht, in welche das Land seit dem Kriege Napoleons in Deutschland 1805 gerieth.Preußen zog damals einen Sicherheitscordon, bei welchem auch die Länder des Her-zogs besetzt wurden. Das Hauptquartier des Generals Rüchel war in Gorha. DerGeist, welcher bei diesem Theile des preuß. Heeres einheimisch war, die Anmaßun-gen der jüngern -Ofsiciere und manche unbedachksame Äußerung von bevorstehen-der Besitznahme gab Veranlassung zu Verstimmungen, die auf die politvchen An-sichten des HerzogS Einfluß gewannen. Die Bewunderung des Siegers von Auster-litz, indem er schon früher den Beförderer der Wissenschaften und Kunst geehrthatte, rißihnfort; und wie in früherer Zeit seine Großmutter, die geistreiche LouiseDorothea, nicht ohne Gefahr, den großen Eigenschaften Friedrichs II. gehuldigthatte, so huldigte er der Größe Napoleons , nicht ohne Widerspruch sein er Umge-bungen , aber zum Besten des Landes. Mit unerschütterlichem Vertrauen auf dieGesinnungen des stanz. Kaisers beharrte er darauf, seine Residenz nicht zu verlas-sen, und gewann, als er in Dresden sich und sein Land ihm empfahl, die Gunstdes Siegers durch die Furchtlosigkeit seines Betragens, die Anmuth seiner Rede,seine treffenden Antworten, lind ohne Zweifel auch durch den Ausdruck der aufrich-tigen Bewunderung, die er für ihn empfand. Erlassung der Contribution und scho-nende Behandlung des Landes waren die günstigen Folgen. Da nun auch die öffent-lichen Behörden den übernommenen Verpflichtungen gewissenhaft Genügte leistetenund zugleich das LooS der Unterthanen auf alle Weise erleichterte», so bliech bis zumUmstürze des KaiserthumS das freundschaftliche Verhältniß mit der framz. Regie-rung, sowie die Zufriedenheit der Einwohner des Landes mir ihrer eignen ungestört.Zn einem Zeitraume von 8 Jahren war Becker's Entführung durch die Satellitendes Prinzen von Eckniühl der einzige Gcwaltsireich, über den das Land Klage zuführen gehabt hat. Zwar blieben des Herzogs Bemühungen bei Duvoust selbst ohneErfolg; als aber Napoleon vor der Schlacht bei Lützen an Gotha vorüberkam, be-nutzte der Herzog den günstigen Augenblick, führte Becker's Frau an den Wagendes Kaisers und erhielt auf der stelle die Befreiung des in Magdeburg Gefan-genen. Auch bei dem Rückzüge der stanz. Heere nach der S chlacht bei Leipzig bliebGotha verschont. Nichts wurde im Lande verletzt, als was dringende Noch gebor.Der Herzog selbst verließ seine Residenz nicht, die mehr als einer Familie zur sichernFreistatt diente. Überhaupt wurde der Herzog, welcher die Gunst des Kaisers niezu seinem persönlichen Vortheil benutzt hatte, von Allen mit Achtung behandelt.Nach wiederhergestelltem Frieden erntete er für die musterhaften, zur Verpfle-gung und Fortschaffung der Truppen getroffenen Einrichtungen den Dank derMonarchen nicht weniger als den seiner Unterthanen ein. Als hierauf Miß-ernten die Preise der nothwendigsten Bedürfnisse zu einer ungewöhnlichen Höhehinauftrieben, und Viele den Krieg mit seinem lebhaften Verkehr und die Conti-ncntalsperre als die fruchtbare Mutter blühender Fabriken zurückwünschten, hakteder Herzog, indem er sich der Anfoderung einer Fruchlsperre standhaft widersetzte,die Freude zusehen, Laß sich die Preise in seinem Lande niedriger als in den gesperr-