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'Angustlis
in heftige Streitigkeiten über die Lehren vorn freien Willen, von der Gnade und derPrädestination (Gnadenwahl und schrieb über diese ein eignes Buch. A. behaup-tet, daß der Mensch bloß durch die Gnade, aber nicht durch gute Werke gerechtwerde. (Vgl. Gnade.) Er starb den 28. Aug. 403, während Hippon von denWandalen belagert wurde. Es hat gelehrtere Kirchenvater gegeben, die einebessere Sprache und einen reinern Geschmack besessen, aber keinen, der es ver-standen hätte, mehr das menschliche Herz zu ergreifen und für Religion zu erwär-men. Die Maler gaben ihm daher in ihren Gemälden zum Symbol ein stam-mendes Herz. Aug. Neander gab zu Berlin 1823 „8.-,,>eti , 1 ubU 5 tinl onn-1e»un,u,n liliri XIII" heraus. — A. hat seinem Eifer für das Mönchslebendurch die Gründung einiger Mönchs- und Nonnenklöster in Afrika ein, freilichdurch die Wandalen bald zerstörtes Denkmal gesetzt, keineswegs aber, wie die nachihm benannten Augustiner behaupteten, einen Orden mit fester Regel gestiftet.Die verschiedenen Zweige des AugustinervrdenS, regulirte Chorherren, Einsiedler,Einsiedlerinnen und Tertiarier, sind erst im 11. und 12. Jahrh, entstanden, undihre Regeln ein Werk der Päpste und Prioren. Pius 1 . setzte die vorher ohne Or-densverband zerstreuten, 1258 aber zum Klosterlebcn vereinigten Augustiner-Ere-miten oder Einsiedler des heil. AuqustinuS 1567 unter die Bettelorden und gab ih-nen den vierten Rang nach den Dominicanern, Franciscanern und Carmelitern.Ldie tragen schwarze Kutten. Vor der Reformation hatten sie bei 2000 Klöster mit30,000 Mönchen und 300 Nonnenklöster. Nachdem ihnen die Reformation ihresOrdensbruders Luther vielen Abbruch gethan hatte, verzweigten sie sich in mehreansehnliche Brüderschaften, unter denen die Augustiner-Barfüßer in Italien ,Spanien und Frankreich die zahlreichsten wurden. Im Anfange des 18. Jahrh,zählte der ganze Augustinerorden 42 Provinzen. Jetzt hat er nur noch in Italien ,Spanien, Portugal, in den östreich. Staaten und in Amerika Klöster in geringerAnzahl. 1817 haben sich wieder Augustinerinnen von der Congregation U. L. Fr.zu Paris angesiedelt. Es sind 32 Nonnen, welche vom Ertrage ihres Fleißes le-ben, 200 arme Kinder unterrichten und noch kein Grundeigenthum besitzen.
An g n st u s (Casiis Julius Cäsar Oclavius), ursprünglich Cajus Octaviusgenannt, Sobn von Cajus Octavius und der Attia, einer Tochter der Julia, derSchwester Julius Cäsar's. Die Family der Octavier stammte aus Velletri imLande der Dolsker. Der Zweig, zu welchem A. gehörte, war reich und ange-sehen. A.'S Vater hatte sich bis zum Senator emporgeschwungen und war,nachdem er die Prätur verwaltet, nach Macedonien gegangen, wo er sich in Ci-vil- und Militairämtern rühmlich auszeichnete. Octavius war unter Cicero'sConsulat 65 I. v. Chr. geboren. Er verlor seinen Vater früh, wurde aber durchdie Eorgfalt seiner Mutter und des L. M. PhilippuS, mit dem Attia sich in zwei-ter Ehe vermählt hatte, sehr sorgfältig zu Rom erzogen. Seine Talente erwarbenihm die Gunst seines Großoheims, des Julius Cäsar , der sich geneigt erklärte, ihnan KindcSstatl anzunehmen, im Fall er kinderlos bleiben würde. Octavius be-fand sich zu Apollonia in Epirus , wo er unter dem berühmten Redner Apollodordie Deredtsamkeit studirte, als er die Nachricht von dem tragischen Ende seinesOheims und zugleich von seiner Adoption «rhielk. Die Besorgnisse seiner Freundenicht achtend, ging er nach Italien , uin, wenn sich ihm die Gelegenheit darböte,die Hoffnungen zu verfolgen, zu welchen die Adoption durch Julius Cäsar ihn be-rechtigte. Als er bei Brundusium landete, kamen ihm Abgeordnete der daselbstversammelten Veteranen entgegen. Im Triumph in die Stadt geführt und alsErbe und Rächer Cäsars cuiSgenifen, machte er feierlich seine Adoption bekannt,nahm den Namen seines Oheims an, dem er den Namen QctavianuS bei-fügte. Er stellte sich, damals 19 I. alt, an die Spitze der Veteranen, bemäch-tigte sich aller öffentliche» Gelder in Brundusium zu seinem eignen Gebrauch und zog