Band 
Erster Band. A bis Bl.
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549
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Augustuü 549

durch Campanien auf Rom . Hier gab eö 2 Pannen, die Partei der Republika-ner, die den Cäsar gestürzt hatte, und die Parte« des Antonius und LepiduS , dieunter dem Verwände, Jenen zu rächen, ihre eigene Macht zu begründen strebte.Damals siegte die letztere Partei, und der Consul AntoniuS übte eine fast unbe-schränkte Gewalt aus. OctaviuS begab sich zuerst zu Cicero , der sich auf seineVilla bei Cumä zurückgezogen harte, um diesen großen Redner, der »och immerbeim Volke beliebt war und der den Antonius haßte und fürchtete, für sich zu ge-winnen. Darauf ging er nach Rom , wo der größte Theil der Magistratspersonen,Soldaten und Bürger ihm entgegenkam; nur Antonius würdigte seine Ankunftkeiner Aufmerksamkeit. Nachdem OctaviuS seine Adoption auf die feierlichste Artharre bestätigen lassen, besuchte er Antonius, bot ihm seine Freundschaft an undfoderte ihm die Verlassenschäft Cäsar's ab, um die von demselben ausgesetzten Ver-mächtnisse zu bezahlen. Antonius wies anfangs diese Ansprüche stolz zurück, än-derte aber bald sein Benehmen, als er des OetaviuS Ansehen immer mehr steigen,sein eignes aber in gleichem Maße sich vermindern sah. Dauernd konnte jedocheine Verbindung zwischen beiden gleich herrschsuchtigen Nebenbuhlern nicht sein.Ihr Herz nährte gegenseitig Haß und Eifersucht; auch war ihre Feindschaft so we-nig ein (Geheimniß, daß man OctaviuS beschuldigte, er habe Antonius ermordenlassen wollen. Wie hieraufAntoniuS in das cisalpinische Gallien zog und Mutinabelagerte, während er zu Rom für einen Feind des Vaterlandes erklärt wurde; wieOctaviuS , die damals mächtige Parkei des EenatS ergreifend, die gegen Antoniusgesandten Tonsuln begleitete und nach dem Tode derselben den Oberbefehl über-nahm; wie er aber in der Folge, als Jener nebst LepiduS mit einem furchtbarenHeere nach Italien zurückkehrte, sich mit ihm aussöhnte; wie zwischen den 3Feldherren ein Triumvirat geschlossen wurde, und wie sie, nach den schrecklichstenBlutscenen in Rom und Italien, das republikanische Heer unter Brutus und Cas-sius in Macedonie » besiegten, ist im Art. Antonius erzählt worden. Anto-nius ehrte das Andenken des überwundenen Brutus t Octavian dagegen verhöhnteden Leichnam des Unglücklichen. Nachdem er in Rom angekommen war, befrie-digte er die Habsucht der Soldaten durch Vertheilung der gewonnenen Ländereien.Diese Vertheilung verursachte große Unruhen. Mitten unter den stürmischen Auf-tritten, welche Italien erschütterten, hatte er mit der Fulvia, deren Tochter Clo-dia er ausgeschlazen, und mit Lucius, des Antonius Schwager, zu kämpfen.Nach mehren Gefechten warfLuciuS sich in die Stadt Perusia , wo er sich bald dar-auf ergeben mußte. Die Ldtadt ward derPlünderung preisgegeben, und 309 Se-natoren wurden, als ein den Manen des vergötterten Cäsar dargebrachtes Opfer,zum Tode verurtheilt. Nach des Antonius Rückkehr ward den Ächtungen Einhaltgethan. Octavian erlaubte den Gesichteten, die dem Tode entgangen waren, unddie er jetzt nicht mehr fürchtete, zurückzukommen. Noch gab es einige Unruhen inGallien, und der Seekrieg mit SertuS PompejuS dauerte mehre Jahre. Nachseiner Rückkehr aus Gallien vermählte sich Octavian mit der beimhmten L iv i a,der Gemahlin des Claudius Nero , den er nötbigte, sich von ihr scheiden zu lassen,nachdem er selbst seine dritte Gemahlin, Scribonia, verstoßen hatte. LepiduS, derbisher noch einen Schein von Gewalt gehabt hatte, ward seines Ansehens beraubtund starb als Privatmann, 13 vor Chr. Antonius und Octavian theilten hieraufdas Reich. Aber während Antonius sieb im Orient alle» Genüssen der Liebe unddes Lurus hingab, verfolgte der junge Octavian seinen Plan. sich zum alleinigenHerrscher zu machen, und benutzte dabei die Fehler seines MitherrscherS. VorAllem strebte er, sieb die Liebe des Volkes m erwerben. Er zeigte Milde und Groß-muth, ohne den Schein zu haben, als strebe er nach der höchsten Gewalt. Vielmehrerklärte er sich feierlich bereit, die Herrschaft niederzulegen, sobald Antonius von demKriege gegen die Parther zurückgekehrt sein würde. Er schien es mehr zu erlauben