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Erster Band. A bis Bl.
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Ausdünstung 555

man z. B. Wasser der Hitze aus, so legen sich anfangs Bläschen an den Wändendes GefässeS an, welche nach und nach zur Oberfläche aufsteigen und hier zerplatzen.Diese Bläschen erheben sich um so häufiger, je starker die Hitze ist. Sie machenden Dampf des Wassers aus, der in die Lust steigt und dort Wolken bild et. Aberauch im bloßen Sonnenschein und ohne denselben in freier Luft verdunstet dasWasser, sowie jede andere Flüssigkeit. Die allgemeine Ursache der Ausdunstungist die Wärme; bei den verschiedenen Substanzen aber werten verschiedene Gradederselben erfodcrt. Das Wasser, das überbaupt der Ausdünstung stark unterwor-fen ist, verdunstet schon bei sehr mäßiger Wärme, und bei der ungeheuern Menge,in welcher es über die Erde verbreitet ist, läßt sich mit hoher Wahrscheinlichkeit schlie-ße», daß dadurch die wichtigsten Veränderungen in unserer Atmosphäre veranlaßtwerden. Man hat, um die Ausdünstung des Wassers zu messen, Ausdünstnngs-messer, AtmoNieter (s. d.), erfunden, deren Ergebnisse jedoch ziemlich unsichergeblieben sind. Wenn man annimmt (wozu die angestellten Versuche berechtige»),daß die jährliche Verdunstung im Durchschnitt 30 Zoll beträgt (d. h., daß der wie-der in Wasser verwandelte Dampf die betreffende Oberfläche bis zu einer Hohe von80 Zoll bedecken würde), so würden, die Oberfläche aller Gewässer auf unseierErde zu 4 Mill. geogr. IHM. angenommen, jährlich 200 Kubikmeilen Wasser inDämpfe verwandelt, welche Masse noch vergrößert wird, wenn man hinzurechnet,was die feuchte Erde und das ganze Thier- und Pflanzenreich an wässerigen Theilenausdünsten. Zm Sommer iü allerdings die Ausdunstung beträchtlich stärker alsim Winter, doch ist sie in der kalten Jahreszeit nicht so unbedeutend, wie man ausder geringen Menge des alsdann fühlbaren Wärmestoffs schließen sollte. Selbst in-nerhalb der Polarkreise horr die Ausdunstung nicht ganz auf, denn auch das festeEis dünstet an der freien Luft noch aus. Die Erscheinung der Ausdünstung zu er-klären, sind zweierlei Hypothesen aufgestellt worden, nach welchen sie entwedernichts Andres als ein geringer Grad der Verdampfung, d. h. der Umwandlungder Flüssigkeiten in elastische Dämpfe, oder eine wahre Auflösung der Flüssigkeitenin der Lust ist. Letztere Meinung ist besonders von de Luc bestritten worden. Nachihm erfolgt die Ausdunstung, indem sich das Wasser mir dem Warmestoff verbin-det, ohne sich in der Luft auszulösen. Der Hauptgrund für diesen Satz ist, daßbei jeder Verdünstung einer tropfbaren Flüssigkeit Kälte erzeugt wird. Kalte istnichts Andres als Entfernung oder Verbrauch des Wärmestoffs. Wenn nun beiVerdünnungen Warmestoff verbraucht, d. h. mit dem verdunsteten Wasser verbun-den wird, so muß dieser Verbrauch nosswendig eine merkliche Kälte in der Luft er-zeugen. Nach de Luc trägt auch die Luft zur Ausdünstung nickn nur Nichts bei,sondern ihr Druck ist derselben mehr hinderlich. Ohne diesen Druck würde dieselbeWassermenge weit weniger Warmestoff mm Verdunsten erfodernz wie denn die Er,fahrunc lehrt, daß Wasser in luftleerem Baume starker und schneller verdünstet, alsan der Luft, und, nach Saussure, bei einerlei Grade des Thermometers und Örgro-meterS, die Ausdünstung auf Bergen, bei 8 Mal geringerer Dichtigkeit der Luft,mehr denn doppelt so groß ist als im Thale . Die neuesten Untersuchungen bestim-men jedoch diese Ansicht näher dahin, das allerdings zur Entstehung des ausdehn-baren Wasserdunstes eine auflesendeKraft der Lust nicht nöthig ist, weil 'sich sonstnicht im luftleeren Raume erzeugen kennte; das sie dagegen aber zur Bewirkungeiner gleichförmigen Mischung de? Wasserkünste? mit der Lust schlechterdings erfo-dert mied, weil sonst, bei der Verschiedenheit der specifischen Gewichte beider, noth-wendig eine Trennung erfolgen müsre, wovon dieErfahrung gleichwol Nichts lehrt,und das man sich deßhalb also gezwungen sieht, die Verbindung des ansdehnsamenWasserü'nstcS mit der Lust als eine wahre Auflösung desselben in die letztere anzu-sehen. Hene erstere Ansicht entwickelt de Luc in den ,,Auuvcllc:- i>I>'c5 zur l-> >uü-OoroIvssO' (London 1180, 2 Bde.; deutsch, Berlin 1181); wogegen die Auf-