558 Ausgabe Ausgrabungen
die Giuntini'scben); ferner kritische und mit gelehrten Eommentaren versehene?lus-oaben. Andre werden des saubern Drucks wegen geschätzt, wie die Elzevir'schen inDuodez, die Barbou'schen, andre wieder wegen der Pracht, wie die von Basker-v,lle, Didot, Bodoni u. s. w. Die Kenntniß der Ausgaben, um ihren Werthrichtiq zu schoßt», erfodert ein eignes Studium und große Übung. Ein vortreff-liches Hülfsmittel zur Kenntniß der Ausgaben der bedeutendsten Bücher ist EbertS„Bibliographisches Lerikon" .2 Bde., Leipzig 1821 fg.ch
A u S g a b e wird in der Ökonomie der Einnahme entgegengesttzt. Undsowie diese darin besteht, daß man Geld oder Güter mit seinem Eigenrhume ver-bindet, so besieht die Ausgabe darin, daß man Geld oder Waaren von seinem Ei-genthum trennt und solche Andern überläßt.
A u s gedi » g, in einigen Gegenden Deutschlands die Ernährung u. dgl.,was sich Ältern vorbehalten ausbedingen , wenn sie noch vor ihrem Tode den Kin-der» ihr Vermögen uberlaffen. Dies geschieht mittelst eines gesetzlichen Vertrags,und das AilSgeting hat alle Eigenschaften und Folgen eines solchen.
A uSgrabunge n. Die Geschichte der regelmäßigen Ausgrabungenvon römischen Alterchümeri! beginnt mit dem Breve Papst Leos X. vom 27.Aug. 1.715, das Rasael Sanzio zum Präfeete» der Alterth. machte. Die Wortedieses Befehls, noch mehr aber jener freimüthige Bericht an Leo X. , der frü-her dem geisireieben Gr. Casiiglione zugeschrieben wurde, jetzt aber durch Fran-ceSconi als ein Aufsatz des Rafacl anerkaiint ist, gaben den ausreichendsten Be-weis, wie barbarisch und planlos mit den Überresten des Alterthums i» Rom,damals der Hauptstadt europäischer Kunstbildung, umgegangen wurde. DurchRafaelS Anordnung und Beispiel kam einige Ordnung in die bisherige Will-kür. (M. s. über s. Verdienste Fiorillo'S „Geschichte der Malerei", !, 2. 98fg., und Roscoe S „Leben Leo'S X.", K. 22.) Roch war der Boden aber zureich, als daß an die L teile des aufraffenden Zusammenlesens eigentliche Aus-grabungen nach überlegtem Plane hätten treten sollen. Flam. Vacca'S so ver-dienstliche „(äomin. ilc inoinnnenli« Ib i»anl8 8»,i ct iii.ijcn un> »evo >Iujwe-licnri^" von 1591, die Carlo Fea in s. „äIG'(-chn>>',n lllologiea <niliu:> c>!ti,^>i-uiu", Rom 179», >5 I, 2. 51sg., bereichert berausgegebe» hat, ist dahermebr eine Geschichte der zufälligen Auffindungen als der geregelten Scavazioneu.Überhaupt gingen in Rom die Ausgrabungen erst in den neuern Zeiten sehr inSGroße. Früher umfaßten sie einzelne Gräber der Räsonen, der S-cipionc»:c.)und einzelne Dignen. Während der Herrschaft der Franzosen wurden die Bä-der des TituS, die Arena des Coloffeum, der Triumphbogen des Konstantin, dasForum des Trajan zum Theil zugängig gemacht, zum Theil weiter aufgedeckt,und die Aufdeckung der Vn, .euer-,, des Bodens um den Friedenstempel und dieSäule des PhokaS angefangen, die von der jetzigen Regierung immer weiter fortge-setzt werden, um das alte Fo"uni völlig vom schütte der Jahrhunderte zu befreie».Auf diesem Forum fand man 1824 den ersten Meilenstein, von welchem ab alleMeilensteine auf den von Rom ausgehenden Heerstraßen gezählt wurden. Inder Eampagna von Rom zog am frühesten die Villa des AtrianuS an z bekannt sinddie Grabungen in Gabst (1792), in Velleja, in Osiia, unter Fca'S Leitung, unddie einzelne» zu Antium, das, sowie Otricoli und Friuli A7„„,n ,!uli>) bei Udine (1817), sehr ergiebig war. In der Ausgrabung unweit Monte Calvo in der Sa-bina fand man die Reste einer Statuenreibe der Musen, 1826 bei BreScia zufäl-lig den Tempel des Hercules mir Statuen, und 1828 bei Eorncto Gräber des al-ten Targuinii. Belohnend waren die verständig geleiteten Grabungen in Hercu -lanum und Pompeji (s. d. . Das Wiederaufleben dieser Sted.e belebte denEifer der Humanisten und Sammler in allen Ländern. In Frankreich harre Peiresc den Alteithumsfreunden durch sein Beispiel bewiesen, wie reich der Boden dieses