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'Ausfüllung
reichung des äußern Zwecks, theils in Beziehung auf ihre Form, welche diesemZwecke immer entsprechender und au sich selbst wohlgefälliger gebildet werden kann,wodurch sie sich zum schonen Kunstwerk erhebt, so sind auch sie einer solchen Aus-siellung nicht nur werik, sondern beide kennen auch verbunden Kunstausstellungenaenannr werden. Der Zweck dieser Ausstellungen aber leuchtet von selbst ei». DieWerke der Malerei, der bildenden Kunst und viele (Gattungen von Industrienproducten werden in der Einsamkeit gebildet und sind alio zunächst nur für denKünstler selbst oder koch nur für einige Wenige vorhanden. Bei einem solchen, gleich-sam einseitigen Dasein ihrer Werke kenne» aber diese Künste webt wohl gedeihen.Das Kunstwerk greift in das Leben ein und soll auch fortwährend von dem Lebenberührt werden ; ja es wird erst lebendig in der Decke des Anschauenden. Daswahre Werk der bildenden Kunst und Malerei soll leben und fortbilden in den Dec-ken der Zeitgenossen und der Nachwelt. Es muß also aus Liebt gestellt werden.Die Künstler aber, durch welche die Kunst entsteht und sich fortbildet, bedürfen ei»Publicum und müssen mit demselben in fortdauernder Wechselwirkung stehen, nichtbloß, weil sie äußerer Unterstützung bedürfen und diese nur durch einen ehrenvollenPreis ihrer Werke, welcher besonders durch das Zusammentreffen der Käuwrbestimmt wird, gewinnen kennen; sie bedürfen auch der Aufmunterung und An-regung durch Urtheile der Verständigen, zu ihrer Bildung und zum Gedeihen derKunst, der Aussoderung zu großen Unternehmungen und volksibumlichen Aufga-be» — lind dieses wird ihnen durch Ausstellungen vollkommen möglich oder wenig-stens erleichtert. Hier können zugleich die Fortschritte eines Volks in Kunst-undIndustrieproducten (denn von diesen gilt mehr oder weniger Dasselbe, wo sie nichtfür sich schon einen bedeutenden Nutzen gewähren) am besten erkannt werden; hierkann die lebendige Theilnahme der Zeitgenossen sich ermunternd und aufregend zumBessern äußern; hier kann durch Aufstellung des Gleichartigen ein rühmlicher, derKunst ersprießlicher Wetteifer vorzüglicher Talente begründet werden; hier lernt derBegüterte, welcher Kunstkenner und Sammler ist, den Künstler kenne»; hier istBelohnung möglich; hier können sich die Künstler gegenseitig verbinden unddurch Vergleichung am besten wahrnehmen, woran es einem Jeden unter ihnennoch fehlt, worin der gemeinschaftliche Charakter ihrer Hervorbringungen beste-he; inwiefern sie das Gute oder Schlechtere sich zum Muster genommen haben, dasonst die Anerkennung und Aufregung manches großen Talents lediglich dem Zufallüberlassen bleibt. Hierdurch wird, in Verbindung mit den im Staate bestehendenKunstsammlungen, der Geschmack des Volks selbst fortdauernd ausgebildet, dasBessere wird von dem -Lchlechtern, die tüchtige, dauerhafte Arbeit von der täu-schenden leichter unterschieden, und so dem wahren Talente seine Laufbahn eröffnet.Den, Luxus wird durch Hinweis,mg auf das wahrhaft schöne mächtiger als durchBefehle und andre Maßregeln Einhalt gethan, und die Erzeugnisse des Gewerb-fleißeS werden immer mehr zur Schönheit erhoben. Aber dann müssen diese Aus-stellungen auch nicht bloße öffentliche Ausstellungen sein. Vor Allem wird verlangt,daß sie unter einer kunstsinnigen, die Anstalt ehrenden und erhebende» Aufsichtstehen. Diese Aufsicht gehört dem Staate, welcher durch Ansehen und Unter-stützungsmittel vor dem Privatmanne ausgezeichnet ist; sie wird mit Recht denVorstehern seiner Kunstakademien und Industrieschulen übertrage». Denn derStaat, sofern ihm die Bildung seiner Bürger übcrhauprnicht gleichgültig fern kann,soll auch ihrer ästhetischen Bildung seine Sorge widmen. Dieses geschieht, wenner in seinem Gebiete zerstreute Kräfte und Talente durch weise, dieselben richtigwürdigende Männer auf den Punkt hinzuleite» sucht, welcher zu einem den Be-dürfnissen des Volks und der Zeit angemessenen hehern Ziele führt. Das Ansehen,welches der Staat den Künsten dadurch verleiht, daß er für Ermunterung und Be-günstigung der Talente, für mögliche Hebung aller äußern Hindernisse einer freien