Band 
Erster Band. A bis Bl.
Seite
587
JPEG-Download
 

Äzen Azincourt 587

einem Zeitalter nicht Wunder nehmen, wo die Sprache noch nicht gelernt harte vordem Natürlichen zu errölhen, und Vornehm und Gering sich einander in Geschmackund Sprache näher standen als jetzt. Merkwürdig sind auch die von ihm sogenann-ten singen den Spiele,als die ersten rohenVersuche des-LingspielS unter denDeutschen.Jedes terffelben besteht aus gleich langen, aber in dialogische Absätze ungleich zerschnit-tenen lyr. Strophen, die alle nach einer Melodie (meist bekannter Volkslieder) gesun-gen wurden. Tieck'S„DeutschesTheater" (Th. 1) gibt auch 5 Avrer'sche Stücke. 50.

Äzen, alldeutsch, speisen, auch tränken, oder mit Speise und Trank er-quicken. So kommt es in der Luther'schen Bibelübersetzung, 2. Warn. 13, 15,auch u. A. im worniser Edicte vor, in welchem verboten war, „den in einer Mönchs-kutte verstrickten Teufel zu hören, zu ctzen und zu tränken".

A zimuth eines Gestirns. Der zwischen dem Scheitelkreise dieses Gestirnsund dem Meridian desBeobachterS enthaltene Bogen deö Horizonts. Es ist östlichwenn der Stern vor, westlich, wenn er nach, und —0, wenn er im Augenblicke'der Culmination selbst beobachtet wird. Man pflegt mir dem Quadranten eineneingetheilten horizontalen Kreis, denAstm'irhalkr-is, zu verbinden. Wird dann d"rzum Nullpunkt des letzter» gehende Theilst, ich in die Lage der Mittagslinie gerückt,so hat ma n zugleich das Azimuth des Gestirns, dessen Höhe über dem Horizonte dasFern.ohr des Quadranten angibt. I). X.

Az incourt, Dorf im Bezirk Loaint-Pol im Depart. Pas de Calais , be-rühmt durch die Schlacht am 25. Oct. 1415. Heinrich V. , König von England,war, von Eroberungssucht getrieben, bei Honfleur gelandet, hakte diese Festunggestürmt und wollte durch die Pieardie nach Calais marschiren. um in der GegendWinterquartiere zu beziehen. Mit einer großen Macht rückte ihm der Dauphin ent-gegen. Diele Edle begleiteten ihn, und ihr-Ltol; war so groß, daß sie die angeboteneHülfe des Herzogs von Burgund und der Stadt Paris ausschluge». Heinrich V. eilte der Somme zu, die Franzosen folgten ihm aber nicht nur neckend, sondernvertheidigten auch den Übergang, den er von Abbeville bis St.-Quentin vergebensversuchte und erst hier durch die Unachtsamkeit der Gegner erreichte. Dennochfehlte es den Engländern an Allem; sie waren sehr geschwächt, und der König bot da-her den Frieden und Schadenersatz an. Die Franzosen schlugen dies in der Hoff-nung, ibm zu vernichten, aus, und gewannen auch wirklich hinter dem FlüßchenTernoise die Straße nach Calais eher als die Engländer. Diese waren noch 2000Ritter und 12,000 Bogenschützen stark und stellten sich zwischen 2 Gehölzen ineinem Treffen, die Bogenschützen an den Flügeln, auf. Vor der Fronte wurdenPfähle emgesteckt, von denen jeder Mann einen trug. Die Franzosen , von demConnetable d'Albret besekligt, zähltet 8000 Reiter und 44,000 andre Truppen.Sie stellten sich in 2 Treffen: die Ritter, von denen nur 2000 zu Pferde waren,befanden sich im ersten. Die Engländer setzten sich zuerst in Bewegung. Die franz.Ruter eilten ihnen sogleich entgegen, wurden aber von den Bogenschützen mit einemsolchen Pfeilhagel empfangen, daß sie die Flucht ergriffen, sich auf das erste Treffenwarfen und dieses in Unordnung brachten. Die leichtbewaffneten Bogenschützengriffen zu ihren Keulen und Streitäxten und brachen in die Reihen der Ritter zuFuß ein, die sich wegen der schweren Panzer und der fehlerhaften Gedrängtheit ihreriLchlachrordnung nicht bewegen konnten. Bald eilten die englischen Ritter zu Hülfe,das franz. erste Treffen floh, auch das zweite konnte die ungestümen Sieger nichtauskolken, und bald löste sich die ganze franz. Armee völlig auf. Der Sieg war sovollständig, als wenige vorher. Einen Augenblick glaubte Heinrich, daß die sichsammelnden Haufen die Schlacht erneuern würden, und durch die Nachricht, daßeine Scbar bewaffneter Bauern sein Gepäck plündere, noch mekr gereizt, besakler, alle Gefangene niederzumetzeln. Schon war der Befehl vollführt, als er dieGrundlosigkeit seiner Furcht einsah. Dennoch erhielt das siegende Heer bei der fcr-