Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Ayrer

schaftcnvvn Wolf und Buttmann", 2. Bd., S. 575). Die Inschrift enthält, wieähnliche seitdem au? jenen Gegenden uns zugekommene, eine Aufzählung der Wohl-,thaten eines großsprecherischen Königs AizanaS, der sich für einen Lohn des Marsausgibt, gegen mehre von ihm besiegte kleine Könige. Das Interesse an tiefer In-schrift wurde erhöht durch die Ausschlüsse, die sie über die zweite Hälfte der Adu-litanischen gab. (S. Adulitanischer Marmor.) Der Ort A., wo sie ge-funden wurde, zeigt noch viele Überreste ehemaliger Größe. Unter den Trüm-mern zeichnet sich der Königsstuhl aus und Gruppen von Obelisken, einst 55, dereneine» Saltfür den schönsten erklärte, den er je gesehen. Noch ist der Ort durchManufacturen in Daumwollenzeuchen und gutem Pergament lebhaft. 19.

Ayrer (Jakob), ein Zeitgenosse des Hans Lachs und »ach ihm der frucht-barste dramatische Dichter seiner Zeit. Don seinen LebcnSumständen wissen wirnur so viel, daß er in dem letzten Dierthcile des 16. und im Anfange des folgendenJahrh, als Norar und GerichtSprocuraror zu Nürnberg gelebt hat. Nach Einigenwar Nürnberg seine Vaterstadt, nach Andern kam er als ein e.mer Knabe dahinund erhielt erst 159-1 das Bürgerrecht der Stadt. Manches ward seit den achtzigerJahren von ihm einzeln gedruckt, Manches auch wol nur handschriftlich verbreitet,b>S nach seinem Tote das Zerstreute u. d. T.: „Ozm8 Uio.-itrjoui». oder dreißigaußbündtige schone Comedien und Tragcdien, sampt noch andern 36 schöne» undkurzweiligen Faßnachtsspielen" zNürnb. 1618, Fol.ss zu einem Ganzen vereinigtwurde. Wir finden hier wol das Meiste von Dem beisammen, was A. zur Er-holung von mühevollen Berufsarbeiten, wie sein Vorredner bemerkt, Ernstes undLustiges niedergeschrieben; dennoch mag noch Manches als Handschrift zurückbe-halten worden sein. Ausjoden Fall aber ist, was uns in dem Drucke geboten wird,zur Beurtheilung der Art und Kunst unsei-S Dichters hinreichend. Geschichte,Dolkssage und Legende bieten ihm die Stoffe; LiviuS , PlaukuS, das Heldenbuch,Frischlin, Boccaccio , Chroniken, Volksbücher und gleichzeitige Nachrichten sinddie Quellen, aus denen er schöpft und die er in der Regel durch den Mund des Eh-renholds, der als ProloguS das Stück einleitet und als EpiloguS schließt, getreu-lich aufzählt. A.'S Tragödien sind dialogisirte Geschichten ohne wahre Einheitder Handlung. Auch Ort und Zeit wechseln in ihnen auf das sreicste. Gleich dieerste: „Don Erbauung der Stadt Rom", in 6 Acten, hebt lange vor Romulus's Ge-burt an lind geht bis zu dessen Tode, und was sich im Laufe dieser Zeit nur einiger-maßen für scenische Darstellung oder dialogische Behandlung Geeignetes vorfindet,wird ohne ängstliche Sorge für planmäßige Verbindung aufgegriffen und aneinan-dergereiht. Eben so willkürlich laufen in ihnen Ernst und Scherz durch einander,und unverkennbar ist hier, wie in den Werken andrer gleichzeitigen Dichter, derEinfluß altenglischer Stücke, die zu Anfange des 17. Jahrh, durch wandernde eng-lische Schauspieler inDeutschland bekannt wurden, aufdie Gestaltung der teutschenBühne. Fast jedes Stück hat seilten Lustigmacher, meist in der Person eines Be-diente», der es sich angelegen sein läßt, durch Wortspiele und derbe Volkswitzc dieetwaige Rührung der Zuhörer zu mäßigen. An Raschheit der Handlung und desDialogs ist nicht zu denken; eine gewisse treuherzige, auf die Länge ermüdende Ge-schwätzigkeit, wie wir sie schon bei Hans Sachs bemerken, zieht auch hier das Unbe-deutendste in die Breite. Dessenungeachtet läßt sich nnferni Dichter dramatischesTalent nicht absprechen. Manche seiner Stücke, vorzüglich unrcr den Lustspielen,sind in der Anlage fast tadellos. Seine Sprache ist körnig und gediegen und erbebtsich an Reinheit und Leichtigkeit weit über die seiner nächsten Vorgänger inner denMeistersangern. Wenn übrigens die Begeisterung der Lustigkeit, wie sie A. W.Schlegel nennt, auch bei ihm zuweilen die Linie überschreitet und in fcsceininnscheAusgelassenheit und tolle Possenrcißerci ausartet, oder weil» dann und wann einAusdruck, den unsere verfeinerte Sitte verpönt hat, Anstoß erregt: so darf dies m