590
Babo
zu Baal auszudrücken. — Übrigens bedeutet der Name Daal oder Bei in mehrenorientalischen Lprachcn Herr, und bezeichnet die Herrscherwürde, z. B. in der Zu-sammensetzung mit mehren Eigennamen, als Bel-sazar, Hanni-Bal rc.
Babo (Joseph Maria), geb. 1156 zu Ehrenbreirstein, Pros. der ÄsthetikzuMünchen, 1199 Eensurrath und Intendant des deutschen Theaters daselbst, istdurch s. dramatischen Werke bekannt, die, wenn sie auch nicht zu den vollendeten ge-hören, doch von glücklichen Talenten ihres Urhebers zeugen. Selbst in s. frühernStücken, welche der bunten Reihe nicht begründeter -Lernen einer Haupt- undStaatSactivn ziemlich ähnlich sehen, ist Lebhaftigkeit der Eiubtlduugskraft, kräfti-ges Gefühl und natürlicher Beruf zu dramat. Arbeiten nicht zu verkennen. Epochemachte s. Trauerspiel „Otto von Wittelsbach " (1182), nach Göthes „Göh" daserste Ritierschauspiel, welches ausführbar war, und unter der großen Anzahl, dieihm folgten, weil sie Modegeschmack wurden, sich Vortheilhaft auszeichnete. Spä-terhin versuchte der Dichter mit Erfolg das bürgerliche Schauspiel; sein „Bürger-glück" und s. „Puls" haben Glück auf mehren deutschen Bühnen gemacht. DieSammlung: „Schauspiele von I.M. Babo" (Berl. 1193,1.TH.) enthält: „Ottovon Wittelsbach ": „Die Maler"; „Die Streichen"; „Bürgerglück". „NeueSchauspiele" (eb. 1804): „DerPuls"; „Genua und die Rache". Erstarb 1822.
Babylonien, jetzt Irak Arabi, ein altasiatisches Reich, das östlich anSusiana , südlich an den persischen Meerbusen und Ehaldäa, westlich an das wüsteArabien und nördlich an Medien und Armenien oder Mesopotamien grenzte. Dadie EhaldäerdaSganze Land innehatten, so hieß es auch Ehaldäa. Es ist ein ebenesLand, durchströmt von 2 großen Flüssen, dem Euphrat oder Frat, und Tigris .Jener, dessen Wasser fast immer bi? zum Rande seiner niedrigen Ufer reicht, trittbei dem geringsten Anwuchs über. Regelmäßig überschwemmt er jährlich das ganzeLand, wenn die im Frühlinge von den armenischen Gebirgen herabströmenden Ge-wässer ihn anschwellen, und befruchtet es, wie der Nil Agvptcn. Den Mangel anBaumaterial hat die Natur durch Ziegelerde ersetzt, die, an der Lonne gedörrt oderin Ifen gebrannt, dauerhafte Lteine gibt, welche in den vorhandenen Ruinen nochjetzt der Witterung widerstehen. Zum Mörtel bedient man sich des Erdharzes, vondem reiche Quellen angetroffen werden. Die Größe der alten vom Euphrat durch-strömten Hauptst. Babylon, wie die Alten sie uns schildern, grenzt an das Wun-derbare. Die Mauern sollen 200 Ellen hoch unk 16 breit gewesen sein, sollen 250Thürme und 100 eherne Thore und über 360 Stadien im Umfange gehabt haben.Der Tempel des BeluS und die hängenden Gärten gehörten zu den größten Merk-würdigkeiten dieser Riesenstadt, von der längst fast jede Lpur vertilgt ist. DieBabvlonier, eins der ältesten Völker auf der Erde, nach ihrer Lprache, einer ara-mäischen oder syrischen Mundart, ein semitischer Volkerstamm, erscheinen schon2000 v. Ehr. als ein Volk, das feste Wohnsitze und einen Grad wissenschaftlicherBildung hatte. Die Mosaischen Nachrichten nennen Nimrod als den Stifter desersten Reichs in Babylonien . Lpätere Griechen haben uns BeluS, NinnS, Semi-ramis als große Eroberer geschildert. (S.Assyrien.) Um 630 v. Ehr. kamendie Ehaldäer, ein Nomadenvolk, unter Nabopolassar vom Taurus und Kaukasus herab, eroberten Westasien, zerstörtenunterNebucadnezar (588) Jerusalem , unter-warfen sich TvruS und Phönizier, und gründeten ein Reich, das sich bis zu denUfern des nntrelländ. Meeres erstreckte. Babylon, schon früher der Sitz wissen-schaftlicher, besonders astronomischerund astrologischer Kenntnisse, war die Haupt-stadt dieses Reichs. Handel und Kunstfleiß führten Reichthum herbei, und dieserweckte die Liebe zum Lupus und zur Pracht. Berühmt waren die Webereien inLeinen, Baumwolle und Seide. Die Gelehrsamkeit war das Eigenthun: derPriester, die u. d. N. Ehaldäer (EhaSdim) vorkommen und wahrscheinlichspäter dem Magier-Institute einverleibt worden sind. Unter Nabonidaü verfiel