Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Bcrco (Roger)

durch dir Eifersucht und den Haß noch mehr angefacht, womit die übrigen Geistli-chen des Klosters seine Überlegenheit betrachteten. Er selbst tadelte laut die Unwis-senheit und das Sittenverderbniß der Geistlichen, besonders der Mönche, undhatte sogar einen Drief an den Papst geschrieben, worin er ihm die Nothwendigkeiteiner Reform der Geistlichkeit vorstellte. Aus Rache verklagte man ihn am Hofevon Rom fowol wegen seiner verdächtigen Grundsätze als auch wegen der außeror-dentliche» Dinge, die er verrichtete, und die man furWerke des TeufÄs ausgab. DerPapst verbot ihm, auf der Universität ru lehren. Bald darauf verschloß man ihnin ein Gefängniß, wo jeder menschliche Umgang ihm abgeschnitten war und selvstdie hinreichende Nahrung feklte. Unter den wenigen Hellsehenden, die RogersGenie bewunderten und sein Unglück bedauerten, war der Cardinal, Bischof vonSabina, päpstlicher Legat in England, der nicht sobald den päpstlichen Stuhl hin-ter dem Namen Clemens lV. bestiegen hatte, als er den Eingekerkerten befreite undunter seinen Schutz nahm. Da Clemens eine Sammlung aller seiner Schriftenfoderte, schrieb Roger jenes, späterbin unter dem T. „(>>>us nmj»s" gedruckte Werk,das er ihm durch s. Lieblingsschüler, Johann von Paris, 1267 überschickte. Un-ter Clemens's Nachfolger, Nicolaus >!!-, erklärte sich der General des Francisca-nerordcnS, Hieronymus von Esculo, gegen B., verbot das Lesen s. Schriften underließ einen Befehl, ihn einzukerkern, den der Papst bestätigte. Diese neue Ge-fangenschaft wahrte 10 Iabre; umsonst versuchte B., als Hieronvmus von Es-culo unter dem Namen NicolauS >V. Papst geworden war, denselben durch eineAbhandlung über die Mittel, die Krankheiten des Alters zu verhüten, von der Un-schuld und Nützlichkeit s. Arbeiten zu überzeugen. Erst nach dem Tode Nicolaus >V.erlangte er aufVerwendung einiger vornehmen Engländer s. Freiheit wieder. Erkehrte nach Oxford zurück, schrieb einen Abriß der Theologie und starb bald dar-auf, nach Einigen 1292, nach Andern 1294. Obgleich ein außerordentlicherGeist, konnte sich Roger doch nicht von allen Dorunbftlen s. Zeit freimachen. Erglaubte an den cLtein der Weisen und an die Astrologie. Seine Haupterfindungsind die Vergrößerungsgläser. Außerdem finden sich m seinen Schriften neue undsinnreiche Ansichten von der Optik, >. B. über die Strahlenbrechung, über diescheinbare Große der Gegenstände, über den um Vieles vergrößerten Umfang derSonne und des Mondes am Horizont. Dagegen ist er über andre Gegenstände mden größten Irrthümern befangen. Das er z. B. über die converen und concavenGläser sagt, sind offenbar Hrvothesen, die auf keinen Versuchen beruhen. Aus s.irrigen Angaben geht hervor, daß er den Gebrauch des Teleskops nicht kannte. Erbesaß mehre chemische Erfindungen, welche Geheimniffe für die damalige Zeit wa-ren. Er spricht von einem unauslöschlichen Feuer, welches wabrscheinlich eine ArtPhosphor war. An einen, andern Orte sagt er, daß man aus Salpeter und andernStoffen ei» künstliches Feuer bereiten könne, das in der größten Entfernung brenne,und mittelst dessen sich Donner und Blitz nachahmen lasse. Ein Theil diestr Mi-schung, von derGröße eines Zolls gehörig zugerichtet, könne ein ganzes Heer, eineStadt unter schrecklichem, von einer ungeheuern Beleuchtung begleitetem Knallvernichten; und an einem andern Orte sagt er bestimmt, daß man mit Salpeter,Schwefel und Kohle den Donner und Blitz nachmachen könne, wonach barte erschon eine Idee vom Schießpulver. Die Maeb 'matik, angewandt auf Beobach-tung, betrachtete er als den einzigen Weg zur Erkenntniß der Natur. Er uudirtemehre Sprachen und schrieb lateinisch mit großer Zierlichkeit und Klarbeit. Eb-renvolle Erwähnung verdienen seine Entdeckungen der im Calcndcr obwaltendenIrrthümer, ihrer Ursachen, und seine Vorschläge und Angaben, denselben abm-hclfen, wobei er der Wahrheit sehr nahe kam. Er verfertigte selbst einen berichtig-ten Calender, von dem noch eine Abschrift auf der Bodlcjanischen Bibliothek auf-bewahrt wird.