Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Baco von Verulam

Baco (Francis), Baron von Denilam, einer -er außerordentlichsten Ger-ster, deren irgend ein Zeitalter sich zu rühmen hat, Reformator der Philosophiedurch Richtung auf Erfabrung und Natur. Geb. zu London 1661, gab er von frü«Hefter Kindheit an Proben eines überlegenen Geistes. Im 14.1. bezog er die Uni-versität Cambridge , wo er in allen Wissenschaften bewundernswürdig schnelle Fort-schritte machte. Er zählte noch nicht 16 Jahre, als er schon gegen die AristotelischePhilosophie schrieb, die ihm eher geeignet schien, den Geist in Streiligkeiren zuverwickeln, als aufzuklären. Der damals in England bestehende» Sitte gemäß,die für die Staarsämtcr bestmnnten Jünglinge ins Ausland, besonders nachFrankreich zu schicken, ging der junge B. im Gefolge des Lir Amias Powlet nachParis . Dieser faßte eine solche Achtung für ihn, daß er ihn bald nachher mit einerwichtigen Sendung nach England beauftragte. Er entledigte sich derselben zur Zu-friedenheit der Königin, kehrte nach Frankreich zurück und bereiste mehre Provin,zen dieses Landes, um die Sitten und Gesetze kennen zu lernen. 19. I. alt, schrieber ein Werk über den Zustand Europas , in welchem er die auffallendsten Probenseiner früh gereiften Urtheilskraft gab. Der Tod s. DarerS rief ihn nach Englandzurück, wo er, um s. Geburt gemäß leben zu können, sich für die Rechtsgelehr-samkeit entschied, und das Studium der Gesetze mit solchem Erfolg betrieb, daßer, noch nicht 28 I. alt, zum außerordenkl. Rath der Königin ernannt wurde.Mitten unter den Arbeiten, die er zur Verbesserung s. äußern Umstände unternahm,verlor er nie die früh gefaßte Idee aus den Augen, den Plan der scholastischen Stu-dien zu verbessern und für eine gesunde Philosophie zweckmäßiger einzurichten.Seine Stelle war mehr ehrenvoll als einträglich; s. Talente und s. Verbindungmit dem GrofischahmeisterBurleigh und dessen Sohn, Lw Robert Cecil , erstemStaakSsecretair, schienen ihm die ersten Ämter zu versprechen; aber die Feindschaftzwischen Letzten» und dem Grafen Esser, ebenfalls B.'s Freund und Beschützer,verzögerte lange s. Beförderung. Essex suchte ihn durch das Geschenk eines Land-gutes zu entschädigen. B. aber vergaß bald nachher, was er einem so großmüthi,gen Wohlthäter schuldig war, und verließ ihn nicht nur, sobald er in Ungnadegefallen war, mit einer durch Nichts zu entschuldigenden Kleinmüthigkeit, sonderntrat sogar, als ihm der Prozeß gemacht wurde, unberufen wider ihn auf. Gegendiesen schändlichen Undank erhob sich die allgemeine Ltimine, und was B. zu s.Rechtfertigung anführen mochte, er blieb am Hofe der Gegenstand des Hassesund der Eifersucht, und die Königin zeigte sich nicht geneigt, etwas für ihn zuthun. Nach diesen widrigen Erfahrungen schien er im Parlament ein redliches undwürdiges Betragen anzunehmen. Er war 1593 von der Grasschaft Middleserins Unterhaus gewählt worden und stimmte für die Volkspartei gegen die Maß-regeln der Minister, wiewol er stets im Dienste der Krone blieb. Kann etwas stgroßen Vergehen entschuldigen, so war es die Zerrüttung s. Vermögensumstänke,die so groß war, daß er 2Mal wegen schulden verhaftet wurde. Die RegierungJakobs I. war ihm günstiger. Dieser Fürst, der ein Beschützer der Wissenschaftensein wollte, erhob B. 1603 in den Adelstand. Darauf ward B. beauftragt,dem Könige feierliche Vorstellungen wegen der Bedrückungen zu machen, welchesich die königl. Lieferanten in s. .Namen erlaubten, und er vollzog diesen Auftragnüt so viel Talent und Glück, daß er sowol dem Parlament als dem König Genügeleistete. Das Haus der Gemeinen erkannte ihm eine öffentliche Danksagung zu,und Jakob I. ernannte ihn zu einem s.Räthe, mit einemIahrgehalt von -lÖPftmd,wozu noch eine Pension von 61 Pf. kani. -Leine Lage verbesserte sich immer mehr,er schloß eine vorrheilhaste Ehe, stieg 1617 bis zur Würde eines Siegelbewahrersund ward 1619 zum Loedgroßkanzler von England mir dem Titel eines Baronshon Verulam, den er im folg. I. mit dem Titel eines Discount von Lr.-Albanvertauschte, erhoben. Jetzt hätte er ein gemächliches und glänzendes Leben führen