Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Bäder

erledigt war, bewarb er sich um diese Krone; aber der Chuiffürst von Sachsen ,Friedrich August I. , trug den Preis davon, und derMarkgraf begab sieb nach demFrieden von Ryswik wieder in sein Land. Als der spanische Erbfolgckrieg aus-brach, befehligte er die kaiserl. und Reichsarmee und eroberte 1702, ungeachtetdes tapfern Widerstandes, Landau . 1703 bewies er sein Talent in der Befesti-gungskunst durch Anlegung der berühmten Linien, die sich von dem Schwarzwaltedurch Kühl bis Etollhosen an den Rhein ausdehnten. Doch war ihm zuletzt dasKriegSgluck weniger günstig, woran seine ausKränklichkeit herrührende Behutsam-keit und die schlechteBeschaffenheit der Reichsarmee Ursache waren. Er war einerder größten Generale seiner Zeit, und nie eigentlich besiegt worden. Nachdemer 26 Feldzüge gemacht, 25 Belagerungen geleitet und 13 Schlachten gelieferthatte, starb er zu Rastadt d. 4. Jan. 1707.

Kä de r. Die Natur lud in Flüssen und im Meere zuerst dazu ein, und führteden Menschen früh auf den Gedanken, diesen Genuß auch in seine Wohnung zuverpflanzen. Schon bei Homer finden wir das Bad im Hause als eine gewohnteSitte. 'AlsUlysses den Palast der Circe betritt, wird ihm zuvorderst das Bad ge-rüstet, »ach welchem er mit köstlichen Essenzen gesalbt und mit einem schönen Ge-wände bekleidet wird. Auf gleicheWeise ward jeder Fremdling, der unter ein gast-liches Dach einkehrte, zuerst in das reinigende und von der Ermüdung der Reiseerquickende Bad geführt, welches das erste Erfoderniß der Bewirthung war. Inden folgenden Zeiten legte man theils in den Gebäuden eigne Badezimmer, theilsauch öffentliche Bader an. Die öffentlichen waren bei den Griechen meistentheilsmit den Gymnasien verbunden, weil man sich ihrer nach den Übungen zu bedienenpflegte. Die Römer ahmten in ihrer üppigen Zeit auch hierin den Griechen nachund erbauten prachtvolle Bäder. Folgende Beschreibung paßt auf die griechischenund römischen Bader zugleich. Das ganze länglich gestaltete Gebäude harre zweiAbtheilungen, die eine fürMänner, die andre fürFrauen. In jeder konnte mankalt und warm baden. Die warmen Bäder in beiden Abtheilungen stießen an ein-ander, der Heizung wegen. In der Mitte des ganzen Gebäudes befand sich imKellergeschoß das Henzumner, durch welches sowol das Wasser zum Baden heißgemacht, als auch bisweilen der Fußboden der anliegenden heißen Badstuben erwärmtwurde. Über demHeizümmer befand sich einGew.ach, in welchem 3 kupferne Kesseldergeüalr stufenweise über einander gemauert waren, daß der untere unmittelbar überden,Feuer, der zweite über diesem und der dritte über dem zweiten stand. So harreman ein kochendes, laues und kaltes Wasser. Durch besondere mir Hahnen ver-sebene Röhren ward das Wasser aus diesen Kesseln in die daneben, befindlichen Bad-stuben geführt, derAbgang aber aus einem Wasserbehälter sogleich ersetzt. Nebendem Heizzimmer waren ausjoden Seite drei einzelne Zimmer für das heiße, laueund kalte Bad. Die Badestuben halten im Fußboden ein gemauertes Becken, inwelchem sich Sessel befanden, und um welches herum eine Galerie ging, wo sichdie Badenden, ehe sie ins Bad stiegen, und die sie Bedienenden aushielten. Außer-dem befand sich in den Bädern auch ein Zimmer zum Schwitzbads, welches durchWärmeröhren geheizt ward und ^.iconie»,» hieß. Dieses Zimmer harre obeneine Dffnung, durch welche das Licht fiel, und von welcher herab ein eherner Deckelhing, den man ausziehen und niederlassen konnte, um nach Bedürfniß die Hitze zuvermindern oder wieder zu verstärken. Zum Auskleiden, zum Aufbewahren derKleider und zum Salben nach dem Bade gab es besondre Zimmer; ferner stan-den noch Spaziergänge, bedeckte Laufbahnen, Säle zu Ballspielen und Gärtendamit in Verbindung. Alle diese Nebengebäude, nebst einer Menge von Badestu-be», enthielt ein öffentliches Bad, das mit den köstlichsten Möbeln und allen zurAnnehmlichkeit gehörigen Gegenstände» ausgestattet war, in seinem Äußer» abereinem weitläufigen Palaste glich. Der immer höher» Genusse» nachspahende