Band 
Erster Band. A bis Bl.
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Baffmsbai Vagdad 611

ungleichen Kampfe zu entgehen, den größten Theil seiner Deute u> verbrennen. Derryswicker Friede setzte den Thaten des tapfern -Lechelden ein Ziel. Er brachte dieletzte» Jahre seines Lebens in Dünkirchen zu und starb daselbst 1762.

B a ffi n S b a i, der größte und nördlichste nordamerikanische östliche Meer-busen, welchen der Steuermann Dafstn 1662 entdeckte, liegt twifchen 65 — 78°N. Dr. Durch die Bassins- und Davisstraße zwischen dem Cap Ehidlei anderKüste von Labrador und Cap Farewell an der Küste von Westgrönland strömt die--ser Düsen in das atlantische Meer. An der südwestlichen Seite der Davisstraßehat durch eine Inselmasse dieDoffinsbai Verbindung mit der an Walisischen reu-chen Hudsonsbai. Aus dieser Bai schiffteCapitain Parry 1819, um dieNordwest-Passage zu suchen. (S. Nordpolexpeditionen.)

Dagdad, Hauptst. des türk. Pasckaliks gl. N., der südl. Theil vonMeso-potamicn oder Al-Dschesira, jetzt Irak Arabi genannt (3200 OM., 650,000 E.),unter 11° 21' D. L. und 33° 20' N. Dr., liegt größtentheils an der Dstseue desTigris, über den eine 620 Fuß lange Schiffbrücke geht. Das alte Dagdad, dieResidenz der Khalifen mit 2 Düll. Emw., lag, jetzt in Trümmern, an der West-seile der Flusses. Das neue ist mit einer Mauer von Ziegelsteinen, ungefähr einedeutsche Meile im Umfange, und mit einem 5—6 Klaftern tiefen Graben, deraus dem Tigris mitWasser gefüllt werden kann, umgeben; doch sind die Kanonenauf den zahlreichenMauerlhürmen alt und unbrauü bar. Das Castell bestreicht denTigris und enthält ein Zeughaus, ist aber kein haltbarer Platz. Die Häuser, groß-tenrheils aus Ziegelsteinen erbaut, sind nur 1 Stockwerk hoch, die Straßen unrein-lich, ungepflastert und so eng, daß kaum 2 Personen neben einander reiten kön-nen. Die Häuser der Vermögenden zeichnen sich durch eine bessere Bauart aus.Insbesondere ist der Palast des Statthalters geräumig und hat prachiooll mcublirteZimmer. Die öffentlichen Bäder und dieCaffeehäuser der Stadt werden, obwol inschlechtem Zustande, häufig besucht. Auf den Markten trifft man Fülle an Lebens-rnitteln und wohlfeile Preise. D. ist eine Hauptniederlage für arabische, indischeund persische Erzeugnisse, sowie für europäischeManufacturwaaren. Einen glän-zende» Anblick gewähren die DazarS mit ihren 1200 Läden, gefüllt mit allen Gat-tungen orientalischer Waaren. Die Hauptfabricate der Stadt bestehen in rothemund gelbem Leder, welches in großem Rufe steht, auch in seidenen, baumwollenenund wollenen Zeuchen. Mit Hülfe der Engländer und Perser hat der Pascha eineKanonengießerei angelegt. D. versieht Kleinasien, Syrien und einen Theil vonEuropa mit indischen Waaren, die zu Dassora eingeführt, den Tigris in Bötenstromaufwärts geschifft und durch Earavanen nach Tokat, Konstantinopcl, Aleppo ,Damaskus und in die westlichen Theile Persiens gebracht werden. Auch mit Ju-welen wird einiger Handel getrieben. Ein engl. Postschiff geht zwischen Dagdadund Dassora. Viele Fremde strömen in B. zusammen, theils in Handelsgeschäften,theils um die Gräber der Heiligen, unter denen sich das des Prophewn Ezechiel be-findet, zu besuchen. Die Sommerhitze nöthigt die Einlivohner, in unterirdischenGemächern Kühlung zu suchen; dagegen ist es im Winter so kalt, daß man derHeizung bedarf. Dennoch ist die Stadt angenehm, gesund und frei von pestartigenÜbeln; doch leiden die Einwohner häufig an Hautkrankheiten. D. wird von Tür-ken, Persern, Armeniern, Juden und einer geringen Anzahl von Christen bewohnt;die Türken machen 3 Vierkheile des Ganzen aus. Die Juden sind auf einen ab-gesonderten Stadtbezirk beschränkt und in eimm äußerst bedrängten Zustande. MitInbegriff der Araber, Hindostaner, Afghanen und Ägypter, die sich hier aufzuhal-ten pflegen, mag sich die Volksmenge auf 80,000 belaufen. Die Perser, die unterdem besondern Schutze der Regierung einen ausgebreiteten Handel treiben, habenden RufderRechtlichkeit, Umsicht und Aufrichtigkeit. Die höher» Volkselassen findgegen Fremde höflicher und aufmerksamer, als sonst bei den Mohammedanern der

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