616 Baicm (Geschichte) !
(788) zum Tode verurtheilt und von Kurt mit seiner ganzen Familie in Klöster vor- !bannt, wo sein Geschlecht erlosch. Karl hob nun auf einem Randlage in Regens- !bürg (788) die herzogl. Würde in Baiern auf (obwol es den Titel und Rang einesHerzogkhumS behielt), bestellte s.-Lchwager, den schwäbischen Grafen Gerold,zum Statthalter, und führte die ftankische LehnSverfassung m Hinsicht der Ge- -nchkspfiege, der Verwaltung der Gaue durch Grafen und des Heerbannes ein.Die Familienbesitzungen der Aailolsinger wurden konigl. Kanmieraürer, der Zehn-ten für die Geistlichkeit ward eingesubrt, der bischest. Stuhl zuSalzburg zum Erz-bisthume erhoben, und an den Grenzen wurden Markgrafschafren gegen die feind-lichen Nachbarn (Lorben und Böhmen ) errichtet. 799 ward der Einfluß der Raabin die Donau Baierns Grenze, das„in»>, außer dem eigentlichen Baiern, Tirol,Salzburg, den größten Theil von Ostreich, die Oberpfalz, Neuburg , Eichstädt, iAnstach, Baireuth, Baniberg, Nürnberg und die Gebiete von Weifenburg, !Istrdlmgen und Dünkelsbübl runsaßte. Bei der Ländertheilung, die Karl der Gr. <vornahm, erhielt Pipi» nebst Italien auch Baiern , wie Thassilo II. es besessenhatte. Nach des Kaisers Tode gab Ludwig der fromme , der einzige seiner Sohne,welcher ihn überlebte, dies Land s. ältesten Sohne Lotbar als Königreich, welchesnach dessen Erhebung zur Müregentselraft auf dem Kaiierrbrone (817) an Ludwig(den Deutschen ) fiel. Die weltliche Macht der Bischöfe harte bisher sich immermehr befestigt, und die an die Stelle des Stattkalters eingesetzten Pfalzgrafen ge-langten zu großem Ansehen. Nach Ludwigs Tode (8k0) ward sein Sohn Karl-mann König von Baiern, wozu damals auchKärnthen, Krain, Istrien, Friaul ,Pannonien, Böhmen und Mähren gehörte». Sein Bruder, Ludwig III., folgteihni (880) durch freie Wahl der Stände Baierns in diesem Lande, wovon aberKarnthen abgerissen wurde; durch s. Tod (882) kam Baiern an Karl den Dicken,nach diesem an Arnulf (887) und dann (899) an dessen Sohn Ludwig I V. VonKarl dem Dicken an machte Baiern einen Theil der wieder unter Einem Herrn ver-einigten Staaten Karls des Gr. aus, litt aber besonders unter Ludwigs Regierungviel durch tieEinfälle der Ungarn. — Mit Ludwig IV. (gib) war das karolingischeGeschleckt ausgestcrben, undArnulfil., Sohn des baltischen Feldherrn Luitpold , seit907 Markzraflind General, nahm mir Zustimmung tesVolkes die herzogliche Wurdeund souveraineGewalt an, als „aus Gottes Vorsehung Herzog der Baiern und derumliegenden Länder", wie er sich selbstsebrieb. Nach seinemStreire mir dem deutschenKonig Konrad empfing er von diesem Baiern als Lehen. Unter s. Nachfolgern warBaiern der^chauplatz fortdauernder Kämpfe von Außen u. im Innern, unter denenwir des Pfalzgrafen Arnulf von Lchevern Empörung gegen den Herzog Heinrich 1.und der^rreirigkeitenHemrichs U. mir Otto und Hezilo gedenken. Wie das deutscheReich selbst oft mehre Könige neben sich und wider einander harre, so besaß auch Baiern mehre Male 2 Herzoge zugleich. Nachdem es durch die entvölkernden Kreuzzügeund tenewigenWechsel derHerzoge, denen es von den Kaisern bald gegeben, bald ge-nommen worden, einige Jahrhunderte durch vielfältig gelitten hatte, erhielt es, nachder Achrserklärung Heinrichs des Löwen (s. d.) der bairische Pfalzgraf Ottov onW ittelsbach, ein Nachkomme des obengedachren Herzogs Arnulf Grafen v.
S chevcrn (1180) z jedoch waren Steiermark , die wölfischen Familiengüter und mehrebedeutende Ländereien (diese letzter» zu Gunsten der Geistlichkeit) abgerissen worden.
Dieser Herzog Otto „derGrößere" (gest. 1183) ist der Stammvater des nochjetzt regierenden Hauses. Unter s. thätigen Nachfolger, Ludwig I. , ward BaiernsGebiet beträchtlich erweitert; auch erwarb er die Rheinpfalz. Er ward (1231),wahrscheinlich auf Anstiften des deutschen Königs Heinrich, über dessen Empörunggegen s Vater, Kaiser Friedrich U., der Herzog sich »nbilligend geäußert harre, er-mordet, und hakte s. Sohn, den Pfalzarafen am Rhein, Otto den Erlauchten,zum Nachfolger. Unter diesem machten sich die Bischöfe unabhängig; doch ward