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Baiern (Geschichte)
war dieSeele der gegen dieUnion der Protestanten sich bildenden Liga. JmGangedes anSgebrochenen dreißizjähr. Krieges wurde Marimilian vom KaiserFerdinand ! l.(1623) niit der pfälzischen Kurwurde (auch dem Erbrruchseßamte) belehnt; Beideswurde (1628) auf die ganze Wilhelmsche Linie ausgedehnt. Der westfälische Friedesicherte Maximilian die Kurwürde, den Besitz der Oberpfalz gegen Verzicktleistungaufdas wegen 13Mill.Gld. liguidirter Kriegskosten verpfändete Oberöstreich, woge-,gen für die pfälzische Linie eine neue, die achteKur, errichtet, und dessen Nachfol-ger in Würden und Ländern, nach dem Erlöschen der Wilhelmschen Linie, festgesetztward. Marimilian starb (d. 27. Sept. 1651) nach einer 55jähr. Regierung.Sein Sohn Ferdinand Maria folgte ihm, und diesem 167!) sein ältester Prinz,Marimilian Emanuel. In dem spanischen Erbfolgekriege erklärte sich der Kurfürstfür Frankreich. Nach der unglücklichen Schlacht beiHöchstädt (oder Blindheim )ward Baiern von dem Kaiser als ei» erobertes Land behandelt, der Kurfürst(1706) geächtet und erst im Frieden zu Baden (1714) wieder in seine Länder ein-gesetzt. Nach s. Tode (1726) folgte ihm Karl Albrecht in der Kurwürde. Obgleichdieser die pragmatische Sanction Kaiser Karls VI. unterzeichnet harte, so nahm erdennoch nach des Kaisers Tode und dem für den König von Preußen glücklichenAnfange des ersten schlesifchen Krieges die ganze bstr. Erbschaft in Anspruch '),unterwarf sich mit Gewalt der Waffen ganz Oberbstreich, nahm den Titel einesErzherzogs von Ostreich an (1741), ließ sich in dems. I. nach der Einnahme vonPrag alsKbnig von Bohmen huldigen und ward sogar (1742) zu Frankfurt zumdeutschen Kaiser (als Karl VU.) gewählt. Doch hier war der höchste Gipfel s.Glücks erreicht. Wie er von Ostreich und Böhmen sich hatte huldigen lassen, so ließ,nach der plötzlichen Wendung des WaffenglückS (1743), Maria Theresia steh vonBaiernS Ständen und der Oberpfalz huldigen. Ungeachtet der zwischen ihm, demLandgrafen von Hessen-Kassel und Friedrich II. geschlossenen Union (1744) undder Fortschritte, weiche die preuß. Waffen machten, kam Karl besonders durch desbstr. Feldherrn, Karls von Lothringen , Talent und Übermacht abermals in die Ver-legenheit, Baiern preisgeben zu muffen. Er erlebte das Ende des Krieges nicht,indem er am 20. Jan. 1745 starb. Sein Sohn und Nachfolger, MaximilianJoseph III., der anfänglich auch den Titel eines Erzherzogs von Östreich an-genommen hatte, versöhnte sich mit Östreich einige Monate darauf im Friedenzu Füssen (22. April 1745), trat der Gewährleistung der pragmatischen Sanctionbei, sicherte dem Grofihcrzoge Franz s. «timme zur Kaiserwahl zu, und erhieltdagegen alle von Östreich eroberten bairischcn Lande zurück. Maximilian Joseph widmete sich nun ganz dem Bestreben, sein Land glücklich zu machen. Acker-bau, Gewerbfleiß, Bergbau, GerichtSpsiege, Polizei, Finanzwesen und Lchulenwurden von ihm mit gleicher Umsicht und regem Eifer beachtet; die Wissenschaftenerhielten einen Stütz- und Vereinigungspunkt durch die Stiftung der Akademieder Wissenschaften zu München (1759), und die Künste fanden an ihm einen groß-müthigen Beschützer.— Alle seit dem Vertrage von Pavia (1329) bestehende Erb-verträge mit dem pfälzischen Kurhause bestätigte er, der ohne Kinder war . und ver-
O Er gründete st Ansprüche auf den Ehevertrag zwischen Herzog Albert V. unddessen Owmablin, -Anna, Kaiser Ferdinand:- I. Tochter, worin eS ausdrücklicd gedeihenhaben soll, „das; Anna, oder deren Nachkommen, alle ostr. Staaten erben sollten,wenn Ferdinands S-amm ohne männliche Erben aussterben würde". (Dieser Vertragwar auch durch Ferdinands Testament bekräftigt worden.) In 29ien behauptete mandagegen, es stehe in jenem Vertrage: „ohne einige Erben". Hier war saS Rechtoffenbar auf Maria Theresias Seite, theils wegen der anerkannten pragmatischenSanction Kaiser Karls VI., theils weil Kaiser Ferdinand l. offenbar weder alSRcichS-sürst noch als König von Ungarn oder Böhmen zu einer solchen Disposition berech-tigt war. Er bestätigte den Ehevertrag im Testamente, weil er für seine nächsteGeneration verfügte; an eine fernere konnte er nicht denken.