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Erster Band. A bis Bl.
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Baiern (Geschichte)

gönnte noch vors.Tode selbst dem Kurfürsten Karl Theodor von der Pfalz dieRechtedes Vditeigenthums. — Sowol nach den Verträgen des Wittelsbach'schen Hausesals auch nach der Bestimmung des westfälischen Friedens gehörte dem Kurfürstenvon der Pfalz unstreubar die Nachfolge in Baiern, da mir dem Absterben Maxi-milian Zosepbs (d. 30. Der. 1777) die Wittelsbach -bairische Linie erlosch. Aberplötzlich rratÖstreich mitAnsprüchen aufNiederbaiern hervor, die es noch vor einerbestimmten Erklärung mit den Waffen in der Hand durchsetzen wollte. Der kinder-lvseKarl Theodor lief sich bereden, eine Übereinkunft zu unterschreiben (d. 3. und 14.Jan. 1778), in welcher er auf die bairische Erbschaft förmlich verzichtete. Alleinder Herzog von Zweivrücken (Onkel des jetzt regierenden Königs) erklärte sich alsnächsterAgnat und muthmaßlicherErbe, von Friedrich II. dazu veranlaßt, gegenjene Verzichtleistung. Hierdurch wurde der bairische Erbfolgekricg veranlaßt, jedoch,noch ehe eine Schlacht geliefert worden war (hauptsächlich nach der russischen Erklä-rung wider Ostreich ), durch den teschnerFrieden (13. Mai 1770) beendigt. DemKurfürsten von Pfalzbaiern wurde der Besitz Baierns, von welchem Östreich nurdas Innvienel mit Braunau erhielt (38 OM.), auf die pfalzbairischen Haus-verträge zugesichert und verbürgt. Durch diese Vereinigung der baltischen Lande ^erlosch zugleich, nach der Vorschrift des westfälischen Friedens, die achte Kurwürde.—Doch 1784 erwachte in Wien der Wunsch nach dem Besitze Baierns mehr alsje, und man schlug einen Tauschplan vor, der schon im Anfange des Jahrh, zurSprache gekommen war. Kaiser Joseph II. nämlich ließ dem Kurfürsten den An-trag machen: Baiern gegen die östr. Niederlande (niit Ausschluß Luxemburgs undNamurs) und die Summe von 3 Mist. Guld. für sich und denHerzog von Zwei-brücken, und Annahme des Titels als König von Burgund zu vertauschen. Dochdiese von Rußland begünstigten Unterhandlungen scheiterten an der Festigkeit desHerzogS von Zweibrücken , mit welcher dieser, Preußens Schutzes gewiß, erklärte:„daß er nie s. Einwilligung in eine Vertauschung f. altväterlichen Erblande gebenwerde". Der Ernst, mit welchem Friedrich II. der Sache Baierns sich annahm,da er einen solchen Tausch nicht nur als einen Bruch des von ihm mit garantirtenteschner Friedens, sondern hauptsächlich auch als eine Verletzung des reichsver-faffungsmäfiigen Gleichgewichts der deutschen Staaten betrachtete, verursachte,daß man in Wien jene Zdee wieder fasten ließ und zugleich erklärte: „daß man aneinen erzwungenen oder gewaltsamen Tausch nie gedacht habe und nie denken werde".(Vgl. F ü r sie n b u n d.) — Merkwürdig ward außerdem Karl Theodors Regierungnoch durch den in Baiern entstandenen Orden derZllum inaten (f d.), den gegendiese geführten Proceß und den sich wieder emporhebenden Zesuitismus; die Preß-freiheit ward unter diesen innern Kämpfen immer mehr beengt, und es drohte eine ZeitwahrerDersmsterung einzubrechen. Zu dem franz. Revolutionskriege stellte der Kur-fürfl sein Eonringent zur Reichsarmee. Die Pfalz litt schon sehr viel, aber bald (178b)ward Baiern selbst der Schauplatz des Krieges. Mitten in dieser Krisis (16. Febr.1769) starb Karl Theodor , ohne Erben, sodafi mit ihm der sulzbachischeStamm despfälzischen Hauses erlosch, und der Herzog Maximilian Zoseph (s. d.) vonZweibrücken zum Besitz der gestimmten balnschen Lande und der Kw. wurde gelangte.— Der Friede von Luneville (9. Febr. 1801) machte dem wiederauSgebrochenenKriege ein Ende, und sein haupisächlichsies Ergebniß, die Abtretung des linkenRheüiufers an Frankreich , hatte für Baiern die wichtigsten Folgen. Zudem es aufder einen Eeite die sämmtlichen Besitzungen aus dem linken Rheinuser verlor, dazuaber auch noch seine diesseits desRheinS gelegenen pfälzischen Lande abwar, erhieltes dagegen durch den Reichsdeputationshauptschluß eine Entschädigung, wobei seinGewinn 99- HVe. mit 816,000 E. betrug. Die politische Wichtigkeit, welcheBaiern für Ostreich wie für Frankreicb hatte, trat beim Ausbruche des Krieges von1305 in immer helleres Licht. Als Ostreich zum neuen Kriege gegen Frankreich