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Erster Band. A bis Bl.
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622 Baiern (Staat)

Civilverdienstmedaille erhalten. Aus den Großkreuzen wird ein Kanter und einSchatzmeister des Ordens gewählt. Es soll ein Fond"- angewiesen werden, aus wel-chem für eine bestimmte Anzahl von Mitgliedern aller Elafsen angemessene jährl.Einkünfte gebildet werden können. Das Ordenseapitel wird jähr!, amSusrungs-tage (den 27. Mai) gehalten. Dieser Orden wird, nach allen Classen, auch an ver-diente Auslander verleihe». 4) Der militairssche Map-, Joseph-Orden, gest. vomletztvcrst. König am 1. März 1806 für ausgezeichnete Kriegsdienste. Der Kcnigist Großmeister des Ordens, der aus Großkreuzen, Commandeurs i. ö Rittern be-sieht und auch an auswärtige MilüairS verliehen wird. Bon den Gros,kreuzen er-halten 6 jährlich 1500 Gld. jeder Pension, von den Commandeurs, die sunmilichGenerale sind, 8 jährlich 500 Gld. jeder, und von den Rittern 50 jährlich 300Gld. jeder Pension. 5) Der HauSorden vom heil. Michael, gest. am 29. Sept.1693 von Joseph Clemens, Kurs. zu Köln und geb. Henog von Daiern, erneuertvon dein letztverst. König am 11. Sept. 1808 und 6. Aug. 1810, besteht aus 3Classen: 15 Großkreuzen, welche zugleich Capitularen sind, 8 Amtsherren oderCommandeurs und 36 Rittern. Um in eine dieser Classen aufgenommen werden zukönnen, wird eine Ahnenprobe erfodert. Noch gibt es eine Classe unter der Benen-nung Ehreiiritter, in welche, nach der Willkür des Großmeisters, Männer von Ver-dienste», besonders Gelehrte, ohne Rücksicht aus Geburt, ös:rand und Religion, auf-genommen werden kennen. Der dermalige Großmeister des Ordens ist Wilhelm,Herzog inBaiern. Der ehemal. Verdienstorden des Pfalz . Löwen, gest. 1568 vomKurs. Karl Theodor , ist durch die Einrichtung des baw. Civilverdienstkrtens (1808)für erloschen erklärt worden. Noch hat Baiern den Orden der heil. Elisabeth, gest.von der Kurfurstin Maria Elisabeth , der Prinzessinnen und Hofdamen verliehenwird und einen religiösen Zweck hat.— Seit 1821 besteht ein Oberhcroloamt.— -Die Verfassung gewährt Lstcherheit der Person und des Eigenthums, Gewissens-freibeit und Preßfreihen; die Leibeigenschaft ist aufgehoben, alle 3 christliche Ccn-sessone» baben freie Religionsubung und können die Rechte der Staatsbürger er-werben. Die Nationalrepräsenration, welche aus Landeigenthumern, Kaufleutenund Fabrikanten besteht, wird in den Kreisen gewählt; die Reichsversammlung er-halt vom Kenig einen Präsidenten; sie theilt sich in Cotiimissionen für die Finan-zen, die Gesetzgebung, die innere Verwaltung und die StaatSschuldenrilgung. DerAdel begreift nach Rudhart 1384 Familien mit 945 adel. Gutem, die Besitzungender 33erbl.Reichsrathe nicht eingerechnet. — Der Oockex ftn >s l-aearini ftiOwia!liist seit dem 1. Jan. 1811 in gesetzliche Kraft getreten. Das peinliche Gesetzbuchwird jetzt einer Abänderung unterworfen. Auch wird ein allgemeines Gesetzbuch vor-bereitet. Für die Staatsverwaltung gibt es einen geheimen Rath, der aus den 4Sraatsmimstern, Kronbeamten und 12 —16 Mitgl. besteht und über die wichtig-sten innern Angelegenheiten des Reichs in 3 Scctionen berathschlagt. — An derSpitze jedes der8Kreise steht ein Generalkreiscomniiffair mit einen» ausgebreiteten,größtemheils cxecutiven Wirkungskreise; außer ihn, besteht noch in jedem Kreiseeine Kreisfinauzdeputarion. Alle Untergerichte, Municipalräthe und Gemeinderäthesind dem Generalcommissariat untergeben. — Die Justizbehörden sind: das Ober-appcllarionSgericht, die Appellationsgerichte (für jeden Kreis eins) und die Unter-gerichte.— Die Kirchenverfassung der Katholiken ist durch das den 5. Juni 1817mit Plus VII. geschlossene Concordat (s. d.) organisirt und seit demHerbst1821als SkaatSgesetz promulgirt worden. Für die Protestanten gibt es ein prorest. Ge-neralconsistorium. >— Der Handel wurde durch den Zollverein mit Würtemberg1828, sowie durch die Aufhebung der Zollstationen auf dem Main , bis auf die vonDemnHen, befördert. — Zm engern Rathe des deutscken^BundeS nimmt Baiern die 3. Lrclle ein und fuhrt in der Plenarversammlung 4 stimmen. — Unter derRegierung Maximilian I. Josephs hat Baiern im Allgemeinen eine hohe Stufe der