Band 
Erster Band. A bis Bl.
Seite
623
JPEG-Download
 

Baillot

623

Bailly

Bildung, in Vergleich mit Dem, was es vor 20 I. war, erlangt. Während Land-bau und Gewerbe sich erbeben haben, die Polizei in allen ihren Zweigen vorneffl chgehandhabt wird, sind die Erziehungs- und wissenschastl. Bildungsanstalien ver-bessert werden. In München befinden sich cineAkad. der Wissensch. und eine derbildenden Künste; fernereine Ccniralveterinairschuleund ein laudwirthschaftl. Ver-ein für ganz Baiern. Der cffentl. Unterricht ist planmäßig geordnet. Universitätensind zu München, Würzburg und Erlangen . Für die Kunstbildung und den Staats-haushalt überhaupt hat der König Ludwig I. (regiert seit d. 18. L)ct. 1825) vielgethan. S. Vd. I. Römer'S „Gesch., Geogr. und Statistik des Baierlairdes", in3 Bdn. (Rtünch. 1825 fg.), und U. Ign.Rudhart: „Ub. d.Zustand desKönigr.Baiern , nach anitl. O.uellen" (Ltuttg. 1825, I.Bd., 2, und 3. Bd. (Erl. 1825),auch u. d. T.: „Ub. die Gewerbe >.c. des Königr. Baien:".

Baillot zPierre), eins der Häupter der neuern franz. Violinschule, geb.1571, studirte unter Viotti, kain in dieCapclle des Grafen v.ÄrtoiS 1591 und trat1803 in dasEonservatorium. Don 1805 — 8 reiste er in dem nördl. Europa underwarb sich einen ausgebreiteten musikalischen Ruf, in welchem er mitKreutzer undRode wetteifert. Sein Vertrag ist kühn und ernst. Er ist ein Haupkimrarbener anderDiolusschule, welche zum Gebrauch des Conservaroriums in Paris gedruckt wor-den ist; ins Deutsche übers.: „Violmschule von Rote, Kreutzer und Daillot, ge-ordnet von Baillor" (Lpz.). An diese schließen sich s. „l xe->> ico5 >>l,nr lean. Auch hat er mit Levasseur, Catel und Baudiot eine Violinscbule zum Gebrauchdes ConservatoriumS herauSgeg. und diese nur 8 begleitet.

Bailly (IeanSylvain), geb. zuParis 1536. Von seinem Vater, Aufseherder königl. Bildergalerie, zum Maler bestimmt, folgte er seiner natürlichen Neigungzu literarischen Beschäftigungen. Er versuchte sich zuerst in der Dichtkunst. Gesell-schaftliche Verhältnisse führten ihn mit Lacculle zusammen, dessen Unterricht ihnganz für die Astronomie gewann. 1563 trat er nach Lacaille's Tode in die Akade-mie und gab die Berechnung vieler von jenem angestellten Beobachtungen vonSternen des Thierkreises heraus; auch unternahm er um diese Zeit eine große Ar-beit über die Trabanten desIupirer, deren Theorie die Akademie zum Gegenstandeiner Preisaufgabe gemacht hatte. «Lein „ I-ls-aO ,<mr b> >>wmie- Och s-iioNiles cko.Inssiter, <nveo >Ie5 tulilosdeicknrs inonveine,,;" erschien 1566. Dann schrieb er1551 eineAbhandlung über das voi: den IupiterSrrabamen zurückgeworfene Licht,welches er auf eine sinnreiche Weise zu messen unternahm. Unter diesen mühsamenArbeiten verließ ihn nicht sein Sinn für die Literatur. Beweise davon sind seineschon geschriebenen Lobreden auf Pierre Corneille , Leibmh :c., welche so günstigaufgenommen wurden, daß B. beschloß, einen wissenschaftlichen Gegenstand zu be-arbeiten, der, eines schonen Vertrags fähig, seinen literarischen Ruf sichern konnte.Er wählte die „Geschichte der Astronomie" (1555 — 85, 5 Bde., 4. . Sie fandallgemeinen Beifall, wozu noch die Erörterungen mit beitrugen, welche darüber zwi-schen dem Verf. und Voltaire entstanden, und B. veranlaßten, s. snr

1',,,'igüw <l<>8 5l-,enee5 ei 8>ir l'.VtliintiOc ile l'üitoi," herauszugeben. 1584 wähltedie franz. Akademie ihn an Tressan'S Stelle zu ihrem Mitgliede, und 1585 die Aka-demie der Inschriften. Auch ernannte ihn die Regierung zum Mitgliede einer Com-mission, um die Wirkungen des von MeSmer entdeckten thierischen Magnetismuszu prüfen. B. stattete einen doppelten Bericht darüber ab, den einen für das Publi-kum, um ihm den richtigen Gesichtspunkt für diese Lehre anzugeben, den andernfür dcn König allein, über die wahren Ursachen des Magnetismus und leinen Ein-fluß auf die Litten. Letzterer ist erst später gedruckt worden. — B. genoß um dieseZeit des vollständigsten Glücks, welches dem Verdienst und der Tugend in der all-gemeinen Achtung aufbehalten ist, als ihn die Revolution aus seiner friedlichen Lauf-bahn riß. Paris wählte ihn dcn 12. Mai 1589 zum ersten Deputieren des Bürger-