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Baireuth Bairische Landstände
siandes für die allgemeine Ständeversammlung; in der Versammlung selbst wurdeer zum ersten Präsidenten ernannt. Er behielt diesen Platz, nachdem die Gemeindensich als Nationalversammlung erklärt hatten; und als der König ihnen unter'agte,sich zu versammeln, war er es, der am 26. Zuni 1789 im Ballhause den Vorsitzführte, wo alle Abgeordnete durch einen Eid gelobten, nicht eher sich zu trennen, bissie Frankreich eine neue Verfassung gegeben haben würden. Am 16. Juli zum Mairevon Paris ernannt, verwaltete B. auch diesesAmt mit seiner gewohnten Redlichkeitund Uneigennutzigkeit; aber diese Privattugenden reichten nicht hin, eine ausgelasseneVolksmasse in Schranken zuhalten, die abwechselnd dem Einflüsse entgegengesetzterParteien preisgegeben war. Die Fristmittel, welche B. zur Erhaltung einer schein-baren Ruhe anwandte, konnten wol den Ausbruch der Gährung verzögern, abernicht ersticken; vielleicht waren überhaupt die Sachen dahin gekommen, daß auchder kräftigste Widerstand vergeblich gewesen wäre. Ein einziges Mal und bei dergerechtesten Veranlassung griff er zu gewaltsamen Maßregeln. Dies geschah nachder Rückkehr des Königs von Van'nneS. Die erhitzten Revolutionnaire wollten,das; man diesen Augenblick benutze, um seine Absetzung auszusprechen. Eine großeMenge versammelte sich (17. Juli 1791) auf dem Marsfelde, um aus dem Altardes Vaterlandes eine daraufBezug habende Bittschrift zu unterzeichnen. B. begabsich, von Nationalgarden begleitet, auf das Marsfeld und befahl den Aufrührern,auSeinanderzugehen; auf ihre Weigerung ließ er sie zerstreuen. Die Nationalver-sammlung billigte sein Betragen; dennoch nahm er am 19. Nov. 1791 seine Ent-lassung. Petion (s. d.) wurde sein Nachfolger, B. zog sich ganz von den öffentl.Angelegenheiten zurück aufs Land in die Gegend von Nantes . Als die zunehmen-den Unruhen ihm auch hier keinen sichern Aufenthalt gestatteten, bot ihm seinFreundLaplace zu Melun Zuflucht in seinem eignen Hause an. Inzwischen waren durchdie Begebenheiten des 31. Mai 1793 die Umstände verändert worden. Eine Ab-theilung des revolutionnairen Heeres ruckte in Melun ein. Laplace unterrichtete B.von der eingetretenen Gefahr; aber unglücklicherweise achtete dieser auf die War-nung nicht, sondern kam dennoch. Gleich beim Eintritt in Melun wurde er erkannt.Plan schickte ihn nach Paris , wo er am 11. Nov. 1793 von dem Revolutionsgerichrezum Tode verurtheilr und am 12. unter vielen Mißhandlungen hingerichtet wart.Er starb mit der ruhigsten Fassung. B.'sVerbrechen waren jene auf dem Marsfeldcergriffenen Maßregeln und dieOffenheir, mit welcher er sich über die Grundlosigkeitder wider die Königin erhobenen Anklagepunkte geäußert hatte. — NachgelasseneWerke von ihm sind: „b!.5ui 5ur lUchno N'k s.iblce-, ei ,los roligiouz uiieüen-i,i s", und ein Tagebuch während der ersten Zonen der Revolution vom 21. Aprilbis zum 2. Oct. 1789 (3 Bde., 1804, deutsch von WeylandWpz. 1805).
Baireuth, Hauptst. des Obermainkreises in Bauern, >Litz der Kreisbehör-den, mit Ausnahme des Appellarionsgerichrs, liegt am rothen Main , hat schöneUmgebungen, breite und regelmäßige L maßen; mit Inbegriff des StädrchensSt.-Georg am See (wo ein Zuchthaus, eine Irrenanstalt, Glasschleifern,Marmor- und Spielkartenfabr.) und der Vorstädte 860 H. und 14,000 E., ein(VmmGui» illnUre, e. schönes-Lchlofi, e. prächtiges Opernhaus, e. Rathhaus,e.'Caserne, e. Münze, e. luth. und e. reform. Kirche mit einem gut eingerichtetenWaisenhause. Die Fabriken bearbeiten Bergwerksprotucre der Gegend, Taback,Pfeifen, Töpferwaaren, Tuch, Leder und Pergament. Eine Meile davon liegtdas Lustschloß Eremitage; näher bei der-Ltadr die Lustschlösser Sanspareil undPhantasie, und das blühende Dorf Alt-Daireuth. Über das FürsienrhumBaireuth (76 LlM.) s. Anspach.
Bairische L a n d st ä n d c. Das Her.zogthum Baiern harte von altenZeiten her Landstänte. S. Ign. Rudhart'S „Gesch. der Landstandc in Baiern"(Heidelberg 1816, 2. Aufl. 1819, 2 Bde.) Auch hat kein andrer teutscher