Band 
Erster Band. A bis Bl.
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631
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Baldmn III.

Balearcn

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vermischt mit zarten Empfindungen fürs Wohl der Menschheit und für das Glücks-ines Vaterlandes, strömte» aus seiner vollen Brust, aus seiner innig bewegtenSeele. Ersah die jammervollen Scenen des dreißigjährigen Kriegs. Mit verwun-detem Herzen tröstete er die Vertriebenen; zugleich suchte er Deutschlands bester»Geist zu wecken und es zur Tapferkeit, Redlichkeit, Eintracht zu ermähnen. Wieergrimmt ist er gegen die falschen Staatskünstler! wie entbrannt für die gesunkeneEhre und Tugend seines Landes! Allenthalten in seinen Gedichten steht man seineausgebreitete, tiefe Weltkenntnis, bei einer echt-philosophischen Geisteswürde. Erist ein Dichter Deutschlands für alle Zeiten; manche seiner Oden sind von so fri-scher Farbe, als wären sie in den neuesten Jahren geschrieben", In gleichemSinne sagt A. W. Schlegel: „Ein tiefes regsames, oft schwärmerisch ungestümesGefühl, eine Einbildungskraft, woraus starke und wunderbare Bilder sich zahlloshervordrängen, ein erfinderischer, immer an entfernten Vergleichungen, an über-raschende» Einkleidungen geschäftiger Witz, ein scharfer Verstand, der da, wo ernicht durch Parteilichkeit oder früh angewöhnte Vorurtheilie geblendet wird, diemenschlichen Verhältnisse durchschauend ergreift, große sittliche Schnellkraft undSelbständigkeit, kühne Sicherheit des Geistes, welche sich immer eigene Wegewählt und auch die ungebahntesten nicht scheut: alle diese Eigenschaften erscheinenin Balde'sWerken allzu hervorstechend, als daß man ihn nicht für einen ungewöhn-lich reich begabten Dichter erkennen müßte". — Unbedeutend find seine deutschen Gedichte. — Eine Sammlung seiner poetischen Schriften, bestehend aus lyri-schen, elegischen, didaktischen, satyrnchen :c. Gedichten, ist 1680 zu Köln in 4Bdn., 12., und zu München 1120, 8 Bde., erschienen; eine Auswahl von I. E.Orell (Zürich 1805, 2.Aufl., 1818).

Balduin III. , König von Jerusalem von 1113 — 62, ein Musterdes Rüterthums, das sich in der Periode der Kreuzzüge aus den Begriffen vonEhre, Reckt, Andacht und Dünne gestaltete. Die Kreuzfahrer hatten Gras nvon Tripolis und Edesta und Fürsten vonAntiochien gestiftet, sogar bis Tarsus tuCilicien erstreckten sich die Lehnsherrschafren derEhristen; aber diese VasallenB.'swaren immer in Aufruhr gegen ihn oder befehdete» einander selbst. Gegen sieund gegen die neuen Scharen der Kreuzfahrer, gegen die Marianer, Tempel-herren und Hospitalritter, kämpften ebenso fanatisch, ebenso uneinig unter sich,und dennoch am Ende glücklicher, die saracenischen Helden: Saladdin, Nureddin ,Zenghi und Eeifeddin. Unter B. sah man sogar Saracenen tapfer zur Seite derKreuzesfabnc fechten. Seine unglückliche Regierung war das lehre Aufstrebendes christlich-orientalischen Ritterthums, der dortigen Tuntiere und Ritterweih.'»;das Ende der LehnSverfastung in geistlicher und weltlicher Hierarchie. B. starbnicht lange vor dem gänzlichen Untergänge seines Reichs. Als man nach demTode des Königs seinem großen Gegner Nureddin rieth, während der ritterlichenLeichenbestattung die Staaten des Verstorbenen anzufallen, antwortete dieser:„Laßt uns ihren Schmerz ehren, er ist gerecht, denn sie haben einen König verlo-ren, wie es wenige gibt".

Balearen, Name der beiden im mittelländischen Meere, nicht weit vondenKüsten vonValencia in Spanien, liegenden Inseln Majorca (spanischMal-lorca) und Minorca (s. d.), welche nebst den pinwfischen Inseln, Iviea undFormentera, das spanische Königreich Majorca bilden, welches auf 83 H>M.215,000 Einw. zählt. Der gricch. Name Balearen ward ihnen gegeben, weil dieBewohner wegen ihrer außerordentlichen Fertigkeit im Schleudern berühmt waren.Die balearischV Lchleuderer zeichneten sich in Hannibal's Heere sehr aus. In derFolge bemächtigten sich die Römer beider Inseln, dann die Vandczlcn unter Gen-serich, und im 8. Jahrh, die Mauren, denen sie Jakob I., König von Aragonien ,1220 — 34 entriß, ^re machten nun ein eignes Königreich aus, das 1315 mit