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Erster Band. A bis Bl.
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Balk

Ballei

Spanien vereinig wurde. Die Engländer eroberten Minorca 1708, verlorenesaber 1782 und überließen es im Frieden (1783) an Lpanien.

Balk, das alteBaktrien, (.Afghanistan .

Ball. Den Grund, warum man ein Tanzfesi Ball nennt, findet Nachti-gall in folgender alten niederdeutschen LUtrc: In den Dörfern versammelten sich dieerwachsenen Mädchen am zweiten und dritten Osterfeiertage, um den neuen Fronen,auf deren Hochzeit sie getanzt hatten, einen mit Wolle oderFedern angefüllten Ballzu überreichen. Erst wurde dieser auf einer geschmückten Stange durchs Dorf ge-tragen, dann vor dem Hause aufgepflanzt, endlich im Hause selbst der jnngenFrauüberreicht, wogegen diese verpflichtet war, der auf eigne Kosten schmausende» Ge-sellschaft und ihren Liebhabern freies Tonspiel zum Tanze zu geben. So viele jungeEheleute da waren, so vielen wurde ein Ball gegeben, und auf jedes Ballgeben ge-tanzt.— Wahrscheinlicher leitet man diesesWort, sowie das franz. b-,!, woher eswol zunächst in unsere Sprache gekommen ist, von dem barbarisch-lateinischen unditalienischen Zeitworte b-illare, tanzen, und dem danach gebildeten Hauprworteballn ab. Dieselbe Abstammung hat dasBallet (s. d.). — Die Bälle sind ent-weder cn inasgna, d. h. die dabei erscheinenden Personen tragen Masken, oderziare, d. h. man erscheint dabei nur geputzt.

Ballade, s. Romanze.

Ballast (nach dem dänischen Baglast) ist eine Last von Sand oder Stei-nen, die man in diejenigen Schiffe legt, die nicht Ladung genug haben, um biszur erfoderlichen Tiefe in das Wasser zu sinken, um so Wind und Wellen Wider-stand leisten zu können. Bei Stürmen muß oft, wenn das Schiff Lecke bekommt,der Ballast zum Theil ausgeworfen werden, damit das Schiff leichter werde. We-gen der engl. Navigationsacte und der Gesetze andrer Seevölker, die nach jener re-toissonSweise gebildet sind, sind häufig, entweder auf dem Hin - oder Rückwege,dieSchiffeBallast einzunehmen gezwungen, statt für freilich geringe Fracht schwereund wohlfeile Landesgüter ins Ausland zu transportiren. Man ziehtBacksteine je-dem andern Ballast vor, weil man durch solche die Last beider Seiten des Schiffs-kiels gleich vertheilen kann, und alsdann segelt jedes schiff vor demWinde schnell.

Ballei. Am kaiserl. griechischen Hofe gab es einenGroß-Bajulos, Ober-hosineister der kaiserl. Kinder. Auch der Vorsteher der fremden Kaufmannschaftscheint DajuloS geheißen zu haben, und da derselbe von den Venetianern ernanntwurde, so ging dieser Titel (Balio) auf den venetianischen Gesandten über. VonGriechenland aus verbreitete sich der Skaatsname BajuluS (Ballivus, Bailli inFrankreich, Bailiff in England) in das südliche und westliche Europa und bezeich-nete einenDorsteher. Daherdie8Ballivi desIohanniterordenS, welche den ho-hen Rath desselben ausmachten. In Frankreich warm die königl. Baillis in ihremBezirk Anführer des Heerbanns, Domainenverwalter und Richter. Allmäligblieb aber dem Amtmann (welcher nach Verschiedenheit des DistrictS mit unsernOberamtleuten und AnitShauptleuten verglichen werden kann) nur das erstere Ge-schäft übrig, daher er bailli ck'rpeo hieß, und die Justiz wurde zwar in seinemNamen verwaltet, aber durch einen rechtskundigenAmtSverweser, bicmienai-i ckorobl-. Auch d ie GukSherrschasten, welche mit Obergerichten versehen waren, stell-tenBailliS an, welche also fast durchaus die erste Stufe der Gerichtsbarkeit bilde-ten. Von den adeligen Gerichten ging die Appellation an die königl. Ämter, vondiesen an die Parlamenten. In den größer» Ämtern der bedeutenden Städte hatteHeinrich ll. denselben unter dem Namen der Präsidialgerichte eine collegiale Ver-fassung gegeben. Da alle Gerichtsstellen käuflich waren, bei den Untergerichtenan eine Prüfung nicht gedacht wurde (nur die Räthe in den Präsidialgerichten muß-ten 25 I. alt, Licentiaten der Rechte und vom Kanzler epaminirt sein), und dieAmtsbezirk in der Regel sehr klein waren, so stand dieser Theil des Richterstandes