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Erster Band. A bis Bl.
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634 Ballhorn Ballspiel

dem Auge nicht anschaulich machen kann. Das Ballet ist eine Erfindung der neuernZeit (der erfinderische Virtuose Baltazarini , Musikdirecror derKarhar. v. Medici,scheint dem regelmäßigen Ballet seine Form gegeben zu haben), wiewol einen pan-tomimischen Tanz schon die Alten kannten. («.Mimik und Pantomime.)Besondere Verdienste erwarben sich um dasselbe dieFranzose», und namentlich No-verre. Die häufig in die Oper verflochtenen Tänze verdiene» größtentsteils denNamen Ballet nicht, da ihnen gewöhnlich kaum eine Idee zum Grunde liegt, son-dern ihrZweck nur ist, den Tänzern Gelegenheit zu geben, ihre Fertigkeit zu zeigen.

Ballhorn (Johann), Buchdrucker zu Lübeck zwischen 1531 und 1599,der u. a. eine Fibel druckte, auf deren letzter Seite er das bis dahin übliche Bildeines an den Füßen gespornten Hahns in das eines »»gespornten, dem ein PaarEier zur Seite liegen, verwandelte. Da erste dieser unwesentlichen Veränderungwegen aufdemTitel: „Verbessert durch Johann Ballhorn", nannte, so heißt sprüch-wbrtlich ballhornisiren oder verballhornen so viel als abgeschmackte undunnütze Veränderungen machen, oder auch Etwas verschlechtern, statt verbessern.

Balliste, s. Geschütz.

Ballistik, die Lehre von den Bahnen geworfener Körper in der Luft, istein Theil der höher» Mechanik, und besonders für die Artillerie, zur Theorie desBombenwerfeng, wie auch der Ladung und Richtung des groben Geschützes, wich-tig. Die Körper werden entweder senkrecht, oder wagerecht, oder schief geworfen;mit der aus dem Wurfe entstandenen Bewegung verbindet sich der durch ihreSchwere bewirkte Fall. Ist derWurfsenkrecht, so bleibt die Bewegung geradlinig,und wird, wenn der Wurf von oben herab geschieht, durch den Fall beschleunigt,wenn aber der Wurf von unten hinauf gerichtet ist, verzögert und endlich ganz auf-gehoben, worauf der Körper durch die bloße Wirkung seiner Schwere wieder herab-fällt. Bei wagerechten und schiefen Würfen aber, wo die Richtung desWurfS undder Schwere Winkel mit einander machen, entstehen Bewegungen in krummenLinien, welche, nach den von Galilei entdeckten Gesetzen fallender Körper, Para-beln oder Kugellinien sein müssen, insofern der Widerstand der Luft Nichts dabeiändert. Die aus den Galilei 'schen Sätzen hergeleiteten Lehren bilden die paraboli-sche Theorie der Ballistik, nach welcher sich die geworfenen Körper im luftleerenRaume bewegen würden. Die Aufgabe aber, die durch den Widerstand der Luft inder Theorie bewirkten Abänderungen zu bestimmen, heißt das ballistische Problemund ist, nach verschiedenen fruchtlosen Bemühungen Andrer, von Tempelhof in sei-nem „bomb, liier >>r»5sien" aufgelöst worden. Auch gehören zur Anwendung derBallistik noch Untersuchungen über die Geschwindigkeit, welche Ladungen von be-stimmter Stärke den abgefeuerten Körpern mittheile»; ferner Berechnungen derZeit, welche die Bombe zur Vollendung ihres Laufs gebraucht u. s. w., wie denndie ganzeGcschützkunde auf ihr beruht. (Vgl. Parabel.)

Ballotiren, durch Kugeln das Loos über Etwas werfen. Die Loofendenoder Wählenden bekommen eine weiße und eine schwarze Kugel, und drücken ihrZa oder Nein aus, je nachdem sie jene oder diese in das zum «ammeln der Loofebestimmte Gefäß weifen.

Ballspiel, ei» gvnmastisches Spiel, womit sich bei den Alten sowel dieErwachsenen als auch die Jugend, vornehmlich in den Thermen, beschäftigten.Die Griechen und Römer statten 4 Arten der Bälle. Der eine war von Leder undmit Lust aufgeblasen, mithin unfermBallon ähnlich; der zweite ein lederncrBall,der auf die Erde hingeworfen wurde, und nach welchem Diele zugleich liefen;der dritte ein kleiner Ball, der unserm Federballe glich, und den 3 Personen,die sich in ein Dreieck stellten, einander zuschlugen; der vierte endlich war dichtmit Federn ausgestopft und besonders auf dem Lande gebräuchlich. Im Mit-telalter hatte man eigne Ballhäuser. Es waren dabei gewisse Personen angestellt,