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Bandit
Bandwurm
bunden mit ihrer Liebe zu der schönen Wissenschaft, zog sie zum eifrigsten Studiumder Dichter hin. Als sie eines Tages einen Stegreifdichter von Verona hone,brach der eigne Genius unwiderstehlich hervor und ergoß sich augenblicklich in einemherrlichen Lobgedicht auf jenen Improvisator. Aufgemuntert von demselben, wid-mete sie sich ganz dieser schönen Kunst. Die Originalität, die blühendste Einbil-dungskraft, Wahrheit und Harmonie im Ausdruck verschafften ihr bald einen be-rühmten Namen; sie konnte das Theater verlassen, als Dichterin Italien durch-ziehen, und genoß die Ehre, in mehre Akademien als Mitglied aufgenommen zuwerden. EmS ihrer berühmtesten Gedichte war jenes, welches sie 1794 bei demPrinzen Lambertini zu Bologna auf den Tod Marien Amoinettens von Frankreich improvisirte. 1813 war sie endlich des Reifens müde und zog sich wieder in ihreVaterstadt zurück, wo sie von ihrem sehr mäßigen Vermögen eingezogen lebte. ImDruck erschienen von ihr: „Ocke trc" (Lucca , 4.), wovon die 1. Nelson's Sieg beiAbukir, die 2. Suwarofss Siege in Italien , und die 3. die Siege des ErzherzogsKarl in Deutschland besingt. Ferner hat man von ihr unter dem Namen 4,m>-riui I'ilru.>!a.i: „8.'>!zgil> eli ver.ei erwmpornnei" (Pisa , bei Bodoni), woruntersich das Gedicht über Pekrarca's Zusammentreffen mit Laura IN der Kirche aus-zeichnet und sie einem Rossi an die Seite setzt.
Bandit (üal. buuckim), ursprünglich ein Verbannter; dann ein gedunge-ner Mörder. So nannte man dieAssassinen (vgl. Ismaelitcn) Italiens . Jetztist Bandit und Räuber in Italien fast gleichbedeutend. Sie machen gleichsam eineGilde für sich aus, die, strengen Gesehen unterworfen, mit der bürgerlichen Ge-sellschaft in offenem und geheimem Kriege lebt. Noch ist es keiner italienischenRegierung gelungen, die Schande dieses Worts aus ihrer Rechtspflege zu vertil-gen. Die strengen Maßregeln, welche die päpstliche Regierung 1820 gegen dieHehler derBanditen und Räuber ergriff, haben ihre Schlupfwinkel wol aufgestört;allein die anfangs ansässigen Bösewichter sind nun heimathlose geworden. Die-jenigen aber, welche die Grenzen von Neapel beunruhigen, sind dort angesesseneLeute, die neben dem Feldbau sich mit Rauben und Morden wie mit einem Ge-werbzweige abgeben. Die Todesstrafe schreckt sie davon zurück, wie ungefähr derSturm den Matrosen vom Meere. Peter der Calabrese, der furchtbarste unterden Häuptlingen dieser Räuber, 1812, nannte sich Kaiser der Gebirge, König derWälder, Beschützer der Conscribirten und Vermittler der Lkraße von Florenz nachNeapel. Die Regierung Ferdinands I. sah sich genöthigt, mit diesen BanditenVerträge abzuschließen. Einer derselben trat 1818 als Hauptmann in königl.Dienste und unternahm es, seine ehemaligen Spießgesellen einzufangen. Späterhatten sich mit diesen Räubern (die jedoch von andern Räubern, die man Malvi-venti nennt, zu unterscheiden sind) Abenteurer aller Art verbunden, daher die öst-reich. Truppen, welche Neapel besetzten, große Streifzüge halten mußten. Eigenist es diesen Räubern, daß sie im Innern des Landes die Reisenden unangefochtenlassen. Dies gilt auch von denen, welche von Fremden und Einheimischen einSchuhgeld nehmen und ihnen dafür LicherheitS-oder Geleirsbriefe geben, wasvor kurzem noch in Sicilien der Fall war, wo die Banditen am zahlreichste» imDal Demone Hausen. Hier erklärte sich sogar der Fürst von Villa-Franca, ausPolizei- und andern Rücksichten, für ihren Patron; er gab ihnen Livree und be-handelte sie mit vielem Zutrauen, das sie nicht gemißbraucht habe» sollen. Dennunter ihnen selbst gilt eine gewisse romantische Ehre aus dem Mittelalter. Sie hak-ten unverbrüchlich das gegebene Wort und sorgen oft besser für die ihnen anver-traute Sicherheit einer Gegend, als die öffentlichen Behörden.
Bandwur m, einer der hartnäckigsten Eingeweidewürmer des thierischenund auch des menschlichen Körpers, hat seinen Namen von dem breikgedrückrenbandartigen Ansehen, das jedes einzelne Glied und der aus diesen zusammengesetzte