Band 
Erster Band. A bis Bl.
Seite
645
JPEG-Download
 

Bank

645

Bankiers

der Staatsobligationen der Gewinn auf die Staatspapiere an Wenige, und unterdiesen an viele Auslander. 17) Die Nationalbank in Philadelphia wurde1791 gestiftet mit einem Unisnsprivilegium auf 20 I. und einem Fonds von 10Mill. Dollars und 25,000 Actien, jede ü 400 Dollars. Bis 1815 wurden alleNoten eingezogen, und 1816 eine neue nordamerikanische Staatsbank mit 35 Mill.Dollars errichtet. Außer dieser Narionalbank finden sich in den Freistaaten über400 Banken der einzelnen freien Staaten und reine Privatbanken mit 80 Will.Dollars Dotation. In den neuesten Zeiten sank der Land - und Productenwerth inNordamerika , welches veranlaßte, daß mehre der Privatbanken ihre Zahlungennicht fortsetzen konnten, und daß die einzelnen Staaten die unvorsichtigen Umtriebemancher Danken in genaue Aufsicht nahmen. Die Nationalbank befindet sich wohl.Wenngleich sie jetzt keine großen Dividenden geben kann und ihr Corporations-vermogen wenig vermehrt, so genügt cS doch, daß in so gefährlicher Krise ihr Cre-dit unerfchütkert blieb. Überhaupt empfiehlt das nordamerikanifche Privatbank-wesen eine doppelte Eigenthümlichkeit, nach welcher jeder der freien nordamerikani-schen Staaten einen nach der Provincialität des Staats gebildeten und in denFundamenkalgesetzen der Bank genau organisirten Geschäftsgang hat. In denjungen Staaten der Föderation fehlt besonders jetzt das baare Geld bei der Wohl-feilheit der Producte sehr. Die Banken leihen daher viel auf verpfändete, im Aus-lande verkäufliche Producte, und da sie auch nur Papier ausgeben, so können sieeinen nicht zu lange dauernden Handelsstillstand den Kaufleuten und Producentensehr erleichtern, zumal die Dampfschifffahrt jetzt möglich gemacht hat, sehr raschdie überflüssigen Landesproducte nach Neuorleans oder einem atlantischen Hasenzu schaffen. Der Credit auf Landgüterhyporhek wird von den nordamenkani-schen Banken wenig beachtet, desto mehr befördern diese Danken den Häuserbauin Städten zu Magazinen, her, Mühlenbau und Anlegung unentbehrlicher Fabri-ken, die auf einen gewissen, mäßigen Absatz rechnen können. Auch nimmt jederStaat selbst einen beträchtlichen Actienantheil. Die Dividenden des lehkern wer-den früher und später für Schulen, Straßen, Canäle, Hospitäler, Arbeitsanstal-ten rc. verwandt, weil die nordamerikanischen Staaten nicht gewohnt sind, Denen,die sie zu Speculationen privilegiren (nach der Weise der alten Welt in manchenStaaten)/zu viel Vortheil und zu leichten Gewinn einzuräumen, ohne einem schö-nen, reinmenschlichen oder Staatszweck einen bedeutenden Gewinn zu verschaffen.— Auch Leipzig hatte 1698 eine Bank, die blühende Gescbäfte machte und unter-ging, ohne daß man die Veranlassung weiß. Dennoch ist die Herstellung einer sol-chen Gold-und Silbcrbank auf einem solchen Wechselplatz und bei einen, solchenMeßverkehr ein wahres Bedürfniß. (Dgl. die Art. über einzelne Banken.)

Bank (Pritsche, Barbette), eine Erhöhung von Erde hinter der Brustwehreines Festungswerks oder einer Schanze, um mir Geschützen über die Brustwehrwegfeuern zu können. Die Höhe der Brüstung (des Stücks Brustwehr, welchesdas Geschütz deckt) beträgt gewöhnlich gegen 3- Fuß, die Länge der Bank 14—16',die Breite für jedes Geschütz 16—18'. Eine Auffahrt führt von, Innern derSchanze auf die Bank. Wenn man viel schweres Geschütz gegen sich hat, oder mitTrancheen angegriffen zu werden erwartet, oder wenn die L chanze einen bestimmtenPunkt, z. B. eine Drücke, einen Paß, zu beschießen bestimmt ist, die Richtungdes Geschützes also nicht bedeutend geändert wird, schneidet man oft statt der BankSchießscharten in die Brustwehr; dagegen ist das über Bank feuern dann zweck-mäßig, wenn man bloß von Infanterie angegriffen zu werden glaubt, oder dieganze umliegende Gegend beschießen will. 32.

Bankiers sind Handelsleute, die sich zunächst damit beschäftigen, mittelsteines gewissen Vortheils, Provision genannt (gewöhnlich 1 oder 1 Procent), durchWechsel Zahlungen an entfernten Plätzen zu leisten oder von daher Gelder zu be-