Band 
Erster Band. A bis Bl.
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647
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Baour - Lormian

Bann

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1820. Nach seines Bibliothekars Brown Tode fallen seine Sammlungen dembritischen Museum anheim.

Bann und Acht, s. Kirchenbann und Acht.

Bannerherr. Wenn bei den alten Deutschen ein Ritter so viel Ansehenund Vermögen hatte, daß er 10 Helme oder spieße, d. h. andre Ritter mit ihrenDienern, gegen den Feind führen konnte, so erhielt er vomHerzog eine Fahne oderein Banner . und alsdann nannte man ihn einen Bannerherrn. In dem letztendeutschen Kriege wurde dasWort Banner für Abtheilung oder Bataillon wiedergebraucht. In Sachsen nannte man die gesammten freiwillig BewaffnetenBanner (Landfahne).

Bannier, Banör (Johann), schweb. Feldherr im dreißigjähr. Kriege,stammte aus einem alten adeligen Geschlechte Schwedens und war 1596 geb. AlsKind fiel er aus demSchlosse Hörningsholm 4 Stockwerke hoch herab, ohne beschä-digt zu werden. Gustav Adolf , der ihn sehr schätzte, prophezeihte damals schon, daßer zu großen Thaten bestimmt sei. Er thatst ersten Kriegsdienste in Polen und Ruß-land und begleitete st Kenig nach Deutschland . Beim Sturme aufWallenstein'sLager bei Nürnberg wurde er schwer verwundet. Nach Gust. Adolfs Tode (1632)erhielt er den Oberbefehl über 16,000 M. und war das Schrecken der Feinde. Dengrößten Ruhm erlangte er durch die Schlacht bei Witlstock den 24. Sept. 1636,welche er gegen die kaiserl. und stichst Truppen gewann; auch daß nach der nördlin-ger Schlacht die Sache der Schwede» allmälig wieder emporkam, war das Werks.Thätigkeit. Er starb zu Halberstadt den lO.Mai 1641, noch nicht45 I.alt, wieman vermuthete, an Gift. Mit ihm verlor Schweden st einsichtsvollsten Feldherrn,wie dieKaiserliche» ihren gefährlichsten Feind. B. ließ sich in st Unternehmungen nurdurch die Wahrscheinlichkeit des guten Erfolgs leiten. Gefahr wußte er geschickt zuvermeiden und dem Feinde, der ihm zu stark war, zu entgehen. Unter s. Anführungwurden bei verschiedenen Gelegenheiten 80,000 Feinde geschlagen und 600 Fahnenerobert. Immer befand er sich an derSpitze derSeinigen und hielt gute Manns-zucht; doch ließ er Sachsen barbarisch verheeren. Zu Belagerungen fehlte ihm dieGeduld. Seinem Betragen wird Stolz und Rauhigkeit vorgeworfen. Die FreudenderTafel und der Liebe nahmen alle die Zeit ein, die ihn: die Geschäfte übrig ließen,und wahrscheinlich war der unmäßige Genuß derselben das eigentliche Gift, dasseinen Tod herbeiführte. Er ist 3 Mal verheirathet gewesen.

B a n q u e t, inderKriegSbaukunffdieErhöhungvonErdehintereinerBrust-wehr, aufwelchedie Besatzung einerSchanze beim Herannahen desFeindes tritt, umaufdiesen zu feuern. Das Stück Brustwehr über kemBanguet (die Dertheidigungs-höhe) beträgt gewöhnlich 4 Fuß 3 Zoll, die Breite desBanguetS, wenn es mit einemGliede besetzt wird, 24-— 3Fuß, soll es mit 2 Gliedern besetzt werden, 4 — 6 Fuß.Oft macht man es doppelt, d. h. man legt tiefer noch ein zweites an. 82.

Danz, Schloß und Herrschaft im bairischen Obermainkreise, Sommer-residenz des Herzogs Wilhelm vonBaicrn; ein 1802 säcularisirtes Benediekiner-stift, das sich durch wissenschaftliche Bildung auszeichnete und allen Gelehrten, dieaus allen Gegenden Deutschlands häufig dahin kamen, ohne Unterstchied,dcr christ-lichen Religionspartei, die freundlichste Aufnahme gewährte. Was die Äbte diesesKlosters gethan, sieht man in PlacidusSprenger's „DiplomatischerGeschichte desKlosters Ban;", wovon Prost Deuber zu Freiburg die Fortsetzung besorge» sollte.Was aus dieser Stiftung im Geiste der Zeit für Bildung und Wissenschaft durchden letzten Abt, den vortrefflichen GalluS Dennerlein, hätte werden können, siehtman aus des Prost Schütt in Bamberg Lebensabriß dicsesAbteS (Bamb. 1821).Das Vermögen des Klosters betrug zur Zeit der Aufhebung 3 Mill. 663,000 Gld.Es besaß ein vortreffliches Münzcabinet.

B a o u r-L o r m i a n (Louis Pierre Marie Framois), geb. 1771 in Tou-