650 Barattohandel Barbareien (Natiirbeschaffenheik)
teutsch, im 5. lateinisch sprechen; mit gleicher Schnelligkeit begriff er die griech.und hebräische Lprache, worauf er auch noch andre orientalische sprachen lernte.In seinem 12. Jahre studirte er die Weltweisheit nebst den mathematischen Wisfen-schaften und derKirchcngeschichte, und im 14. endigte er dieWiderlegung der SchriftSamuelKrel's wider dieGottheit Christi. ?lls sein Vater 1135 als franz. Predi-ger nach Srettin berufen wurde und in Halle mit seinem Lohne bei dem Kanzlerv. Ludwig eingeführt ward, veranlaßte dieser den jungen B., stch sofort immatri-culiren und den Tag darauf von der ganzen philos.Facultät prüfen zu lassen. Hierentwarf derselbe gleich in der Versammlung 14Theses, welche die Nacht gedrucktund den folgenden Tag in Gegenwart von mehr als 2000 Zuhörern von dem14jährigen Knaben zur Erlangung der Magisterwürde, die er unentgeltlich erhielt,vertheidigt wurden. Vater und Sohn setzten nun die Reise über Potsdam fort,wo sie dem Könige vorgestellt wurden, welcher dem jungen Genie auf 4 Jahre50Thlr. jährlich aussetzte, ihm Geld zu mathematischen Werkzeugen gab und ihmnach Halle zu gehen und die Rechte zu studiren befahl. Auch ward ein Predigerder franz. Gemeinde zu Halle nach Stettin versetzt, und D. der Vater erhieltdessenStelle. In Halle studirte der jungeB. nicht nur die Rechte, sondern es gabauch keine Wissenschaft, welche er nicht durch seine Forschungen berührte; auch ar-beitete er viele Schriften in lacein. und franz. Sprache aus, welche jedoch nicht allegedruckt worden sind. —- Eine so früh aufgeschossene Blume konnte unmöglichlange fortblühen; von Natur klein und kränklich, hatte er schon in seinem 10. I.ein bösartiges Geschwür bekommen, an dem er viel litt, und zu welchem sich eineAuszehrung gesellte, an weicherer in einem Alter von 19 Jahren 1140 starb.Sein Leben hat Formey beschrieben.
Barattohandel, der reine Tauschhandel, bei welchem Waaren gegenWaaren ohne Vermittelung der Münze umgesetzt werden. Inzwischen willigtkeiner von beiden Theilen in einen solchen Barattohandel ein, wenn er nicht glaubt,an eingetauschten Waaren den Werth in Münze zu bekommen, für welche er seineeigne Waare gegen Münze hätte umsetzen können; es treffen daher in dem Barat-tiren eigentlich 2 verschiedene Handelsgeschäfte zusammen. Ungebildete Völker,welche Metallgeld noch nicht kennen, pflegen doch gewöhnlich bei ihren Tauschenein andresDing, dessen Werth ihnen bekannt, bei Dergleichung der Werthe derauszutauschenden Dinge zu gebrauchen, um zu erforschen, wie viel ihnen das Ding,welches sie eintauschen wollen, werth sei. Dieses vertritt sodann bei ihnen dieStelle der Münze oder des Geldes.
Barbaresken, die Staaten der Berberei, an der Nordküste von Afrika ,westlich vonÄgypten bis an das atlantische Meer: 1) Tripolis mitBarka, 2) Tu-nis, 3) Algier, 4) Fez und Marocco . Lie sind, mit Ausnahme einiger kleinenRepubliken in Barka, sämmtlich Sitze des militairischen Despotismus der Tür-ken und Mauren. Diesen Landstrich von 35,000 UlM. durchzieht der Atlas, einGebirge, dessen höchste Gipfel beständig mit Lchnee bedeckt sind. Der höchstedarunter, unweit der LtadrMarocco, hat 12,000Fuß. An der Küste weht dasganze Jahr e'».'milde, gesunde Frühlingsluft, außer im Juli und August, wennder erstickende Südwind eintritt. Die Pest erzeugt sich nie, sondern wird nuraus Konstantinopel hingebracht. Der Boden ist fruchtbar da, wo ihn die vomAtlas in das Mütelmeer fallenden Flüsse bewässern. Vom Juli bis Oct., wennalle andre Pflanzen von der Sonne verbrannt sind, belebt die Landschaft der Olean-der. Im Winter befeuchten häufige Regengüsse den Boden aufs neue. Schon imJanuar sind die Wiesen mit Blumen geschmückt; im April und Mai ist das ganzeLand e n unermeßlicher Blumenteppich. Die feuchte Wärme ertheilt den Erzeug-nissen eine ausnehmende Kraft und einen hohen Wuchs. Gerste ist die wichtigste