Barbaresken (Völker) 65 L
Ernte. Weizen, Mais, Hirse, Reis und eine Art Kichererbsen (spanisch O.irbai,-<-<>.ch, die man gebraten inDienge genießt, werden häufig gebaut. Der leichtwuu-z'elnde indische Feigenbaum wird zu undurchdringlichen Hecken für Gärten undWeinberge benutzt. Der hohe Weinstock dehnt sich in prächtigen Gewinden voneinem Baume zum andern hin. Sein Stamm ist oft so stark wie der eines mäßi-gen Baumes. Überall sieht man wohlunterhaltene Olivengärten. Die Granat-äpsel sind 3 Mal so groß als in Italien . ^Vortreffliche Orangen reifen in Menge.Melonen, Gurken, Kohl, Salat sind im Überfluß. Die Artischocken wachsen wild.Die Henna wird in den Gärten gezogen. Die Eicheln der hochstämmigen ()uor-cus eine Speise der Einwohner, schmecken wie wilde Kastanien. Überall
wachsen die hohe pyramidalische Eypresse, die Teder, der Mandelbaum, der weißeMaulbeerbaum, die zur Färberei wichtige I,xIP<>lk-r,i die gegen den Stein
wirksame dünoi.n i!, dersumpfe, wohlriechende Eisten, die prachtvolle w.
Die Hügel sind mit Thymian und Rosmarin bedeckt, welche die Luft reinigen undals Brennholz dienen. Hin und wieder sieht man Gebüsche von weißen Rosen,aus denen die reinste Essenz gezogen wird. Das Zuckerrohr gedeiht vortrefflich.Eine 'Abart desselben, Soliman, erreicht eine bedeutende Höhe und ist sastreicherals jede andere in der Welt. Den größten Vortheil gewähren den Einwohnernder Lotus und der Palmenbaum. Die Fächerpalme wächst auf der ganzen Küste,die Dattelpalme in den der Sahara (Wüste) näher liegenden Gegenden. Waldun-gen von Korkbäumen gibt es längs der Küste. Gummi wird aus den Acacien-bäumen gewonnen. — Unter den nützlichen Thieren steht das Karneol oben an.Auf die Pferde- und Buffelzucht könnte mehr Fleiß gewandt werden. Schafemit Fettschwänzcn sind häufig. Wilde Schweine und andres Wildpret gibt es inMenge. Im Innern des Landes: Affen, Schakals, Hyänen, Löwen, Panther,Onzen und die freundliche Gazelle. Strauße leben in der Wüste. Geflügel istzahlreich; aber auch Heuschrecken, Mücken, Fliegen, Wanzen, Kröten und Scklan-j gen, letztere 9—12 Fuß lang; Fluß- und Seefische, auch Schildkröten in Über-fluß; die Bienen legen in die Felsen und Bäume lieblichen Honig nieder. DerBergbau ist vernachlässigt; doch gibt es viel Eisen, Kupfer, Blei, Zinn, Schwefel,Mineralquellen, Gyps, Kalksteine, gute Thonarten u. s. w., nebst Quell-und See-salz im Überfluß.
Dieses große, schöne, nur durch ein Seebecken von unserm Europa geschie-dene Land ist mehrmals der Mittelpunkt einer vorgerückten Bildung gewesen. Eswar ausgezeichnet durch Wohlstand, Bevölkerung und Kunstfleiß unter den Ear-thagern, Römern, Vandalen und 'Arabern. Und welche Vortheile bietet es darfür den Verkehr der Völker! Seine Verbindung mit allen europäischen Küstenlän-dern findet ungleich leichter und schneller statt als die Verbindung eben dieser Kü-sten mir ihren eignen Hauptstädten, und der Waarentransporr ist minder kostbarvon Ma,-stille und Genua nach Tunis und Algier als nach Paris , oder selbst nachTurin und Mailand . Eato zeigte dem römischen Senate frische Feigen, die unterden Mauern von Earrhago gepflückt waren, da doch diese Frucht nach 3 Tagennicht mehr eßbar ist. Das Ganze kann 60 Mill. Einw. ernähren, und enthältjetzt kaum 10- Millionen. Nach Ägypten war es für Rom die ergiebigste undreichste Provinz und einer von den Kornspeichern der weltherrschenden Stadt.Die römischen Schriftsteller nannten sie die Seele der Republik , das Kleinod desReichs, «>>eoio,>üt!>.<i toiim len-x: tlcx enlin. und die vornehmsten Römer sahenden Besitz von Palästen und Landhäusern auf dieser lieblichen Küste für das höchsteWohlleben an. Auch die kleinen arabischen Höfe von Fei. Tetuan, Tremezene,Garbo, Eonstantine, ließen es an Aufmunterung der Künste und der Landwirth-schaft nicht fehlen. Amalsi, Neapel, Messina, Pisa , Genua, Floren; bereichertensich durch ihre mannigfache Verbindung mit jenem schönen Lande, und die ve ne-