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Barbaresken (Geschichte)
Schicksals gleichgültig und sterben unter den größten Schmerzen rußig, wenn sie nurmit dem Gesichte nach Mekka gewandt liegen können. — Unter den Mauren habensich auch freie -Neger angesiedelt, die in Marocco sogar Sraarsäniter bekleiden undim Heere dienen.— Juden sind über die ganze Berberei zerstreut. Sie treiben denausivärtigcn Handel. Sie stammen von der frühesten Einwanderung derZsraelikenausPhönizien ab, zu denen noch die Hunderttausende, welche man aus Spanien undPortugal vertrieb, gekommen sind. Ungeachtet der Verachtung, in welcher sie in en-gern Bezirken von den übrigen Bewohnern derStädre abgesondert, vom Pöbel be-schimpft und von denReichen bedrückt leben, geschieht dochAlleS durch sie. Der un-wissende Maure verpachtet an den Juden seine Einkünfte, wählt unter ihnen seineGeschäftsleute, Zöllner, Schreiber,Dolmetscher u. s. w. Sie prägen dieMünze undverfertigen alle Arten Schmuck. Man legt ihnen nach ihrem Alter harte Taxenaus; selten wird ein Mord bestraft, den ein Maure an einem Juden begeht. Nurdie den Mauren verhaßte schwarze Farbe ist den Juden zu tragen erlaubt. Destomehr putzen sie sich in ihren Häusern. — Die vorherrschende Volksclasse sind dieTürken. Seit sich vor 300 Zähren durch den Verrath des ersten Horuc Rothbartsi-irberou^e) türkische und andere Seeräuber hier ansiedelten, haben die TürkenKünste, Wissenschaften, Landwirthschaft und Handel zerstört, durch welche diearabischen Lraaren hier wie in Granada blühten. Mittelst ihrer politischen Vor-rechte und ihres durch Seeraub und Sklavenhandel erworbenen Reichthums tyran-nisiren sie die Einwohner. Die Veranlassung zur Seeräuberpolitik dieser nord-afrikanischen Militairstaaten gab zum Theil der beständige Krieg, den der Zohan-niterorden auf Malta mit den Ungläubigen führte. Die Ritter zerstörten den mau-rischen Handel. Nun fodertcn Selim und Soliman auch ihre Unterthanen zuRaubzugen gegen die Christen auf. Bald bildeten sich unter der Flagge des Halb-mondes treffliche Seeleute. Unter ihnen zeichneten sich die beiden Brüder Horucund Ariadeno (oder Khair Eddvn, st. 1548) aus, Beide mit dem Zunamen Bar-berousse. Lie gründeten seit 1518 den Corsarenfreistaak Algier und gaben derSeeräuberei durch religiöse Schwärmerei einen heiligen Anstrich. Da der arabisch-maurische Handel abnahm, indem der christliche sich hob, so machten die Malteserwenig, die Algierer hingegen viel Beute. Tunis, Tripolis und Marocco folgte»dem lockenden Beispiele, doch zeichnete sich Algier stets vor den übrigen Barbareskendurch wilden Übermuth und Frevel aus. Hier ward, wie in Malta , die Eigen-herrschaft ausschließlicher Besitz ausländischer Krieger. Das regierende Kriegs-volk ward durch freiwillige Werbungen in Ländern von gleichem Glauben, mit Aus-schluß desjenigen, in welchem es herrschte, unterhalten. Die Miliz behielt sichdas Recht der Wahl ihres Oberhauptes vor, und der Dey war der Erste unter seinesGleichen, für die Soldaten ein General und für die Landeseinwohner ein unbe-schränkter Herrscher. Auch hinderte die algierische Regierung die Ehen ihrer Sol-daten und schloß eifersüchtig die Kinder derselben von aller Theilnahme an der Re-gierung aus, indem sich die Türken die höher» Stellen vorbehielten. Daher laßtjedes zweite Jahr die Regierung Schiffe mit Commissarien nach der Levante zuniBehufe neuer Werbungen abgehen. Man nimmt die Rekruten selbst unter denVerbrechern in Konstantinopel. Hier verachtet, werden sie sogleich in Algier Effen-dis, mit allem Hochmuth von Emporkömmlinge» und Glücksrittern. Ihrer sindnicht über 12 —13,000, und doch herrschen sie über mehre Millionen.
Geschichte der Barbaresken st aaten. iLeit der Einnahme Nord-afrikas durch Omar (641 n. Chr.) und andre Heerführer der arabischen Khalifenentstanden an der Küste mehre kleine Staaten. Zeuch ein vornehmerAraber, erbauteAlgier (Afchir) 944 und erweiterte das Gebiet. Der fathimitifche Khalifcnheilte derFamilie des weisen Zeiri (st. S70) die erbliche Gewalt. Sie regierte unter demNamen der Zeinchen bis 1148, in welchem Jahr Roger, Kömg von Sicilicn, dem